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Warum sich Landwirt Herrmann Klemme tierisch über die Straßenbaubehörde aufregt

„Das ist ja so gut wie Enteignung“

VOREMBERG. Landwirt Hermann Klemme aus Voremberg ist stinksauer auf die die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln: „So, wie die hier mit mir umgegangen sind, geht man mit keinem um“, wettert der 52jährige Voremberger

veröffentlicht am 18.05.2018 um 07:10 Uhr

Die Weidezufahrt ist mit einer Leitplanke versperrt. Landwirt Hermann Klemme kann seine Schafe bislang nicht zum frischen Gras bringen. Foto: joa
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Vor knapp 30 Jahren hat er den Hof vom Vater übernommen und bewirtschaftet seitdem die Ackerflächen im Nebenerwerb. Seit 30 Jahren betreibt er die Zucht seiner Schwarzkopfschafe als Hobby. In diesem Jahr steht Klemme mit seiner kleinen Schafherde jedoch vor einem massiven Problem: Seine Weide, ein seit zehn Jahren gepachtetes Hanggrundstück neben der Kreisstraße 16, kann er nämlich nicht benutzen: Zaunpfähle und Schafdraht sind auf den Boden gedrückt; zudem ist die einzige Zufahrt zur Zwei -Hektar-Weide seit dem Frühjahr mit einer neu errichteten Leitplanke zugesperrt.

Begonnen hatte die Misere für Hermann Klemme mit Instandsetzungsarbeiten an der Kreisstraße 16 von Voremberg nach Bisperode im vorigen Jahr. Aufgrund einer Fahrbahndeckenerneuerung wurde die Kreisstraße bis zum November voll gesperrt. Schon damals wunderten sich Klemme und sein Verpächter, dass sie als Anlieger nicht von der Maßnahme, die die Landesbehörde für Straßenbau im Auftrage des Landkreises Hameln-Pyrmont durchführte, informiert wurden. Doch die Straßenbaubehörde in Hameln hatte per Zeitungsmeldung alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner um Verständnis für Behinderungen gebeten. Und dabei wollte es Klemme dann erst mal belassen.

Seinen Augen meinte der Landwirt aber jetzt im Frühjahr nicht trauen zu können, als er die Hangweide kontrollierte: Im Nachgang zu der Straßen-Neuasphaltierung war auch der Bewuchs in den Randzonen gefällt worden. Und dabei hatte man teilweise kapitale Bäume auf den Zaum zur Straße geworfen. An einer anderen Stelle hatte man einen Lagerplatz von gefällten Stämmen einfach über den Schafdraht gepackt.

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Da Klemme wegen der laufenden Feldbestellung nicht dazu kam, mehrer hundert Meter neuen Zaun zu bauen, hat er seine Tiere erst mal auf ein anderes Stück gestellt. Doch müsste er nun umtreiben. Da das auf der viel befahrenen K 16 aber nur mit dem Hänger geht, kontrollierte er den einzig möglichen Weidezugang – und erlebte die nächste Überraschung: Die ehemalige Zufahrt ist nach der Straßensanierung mit einer neuen Leitplanke zugebaut: Keine Chance, die Weide mit Viehhänger zu erreichen.

Klemme beschwerte sich bei der Straßenbaubehörde. Es gab im März einen Ortstermin. Damals wurde ihm zugesagt, dass umgehend alles zum Schafauftrieb fertiggemacht werden sollte. „Und seitdem ist nichts passiert“, ist der Voremberger Schafhalter verärgert, und meint, für dieses Jahr seine Weide wohl abschreiben zu müssen. Doch dann fehlt ihm Futter. „Ich überlege schon, mit der Schafhaltung ganz aufzuhören. Nach 30 Jahren als Hobby.“

Doch weil er sich so ungerecht behandelt fühlt, ist Hermann Klemme mittlerweile schon zum Anwalt gegangen. Mit dem will er gegen die Behörde vor Gericht ziehen: „Denn die Nutzung der Weide kann ich in diesem Jahr vergessen. Und das ist ja so gut wie Enteignung.“

Wie gestern aus der Straßenbaubehörde zu erfahren war, soll zumindest die Leitplanke heute noch vor der Weidezufahrt wegkommen.



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