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Überholverbotsschild auf der L 424 erneut gestohlen / Straßenmeisterei hat Anzeige erstattet

„Das hat schon Serien-Charakter“

Aerzen/Emmerthal (jbr). Verkehrsschilder zeigen an, wie schnell wir auf bestimmten Strecken fahren dürfen, sie regeln die Vorfahrt zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern oder warnen vor gefährlichen Straßenabschnitten. Kurz: Schilder übernehmen eine wichtige Aufgabe, wenn es darum geht, Verkehrswege sicher zu gestalten. Die Kosten und Gefahren, die entstehen können, wenn Schilder unrechtmäßig entfernt werden, scheinen jedoch von so manchem unterschätzt zu werden: Im Raum Aerzen/Emmerthal jedenfalls sind seit Beginn des Monats auffällig viele Schilder von ihrem eigentlichen Standort verschwunden.

veröffentlicht am 17.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:21 Uhr

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„Das hat schon Seriencharakter“, sagt Markus Brockmann, Leiter der niedersächsischen Straßenbaubehörde in Hameln. „Wieder ist die Landesstraße 424 zwischen Hagenohsen und Latferde betroffen.“ Zum wiederholten Mal in diesem Jahr seien die Überholverbotsschilder an der unfallträchtigen Straße vom Straßenrand entfernt worden. Und auch dieses Mal haben sich der oder die Täter etwas einfallen lassen: Während sie im März einfach ein anderes Schild aufstellten, eins, das das Ende des Überholverbots markierte, haben sie jetzt die Öffnung des Betonsockels mit den Keilen verstopft, die normalerweise das Schild stabilisieren – und diese wieder zu entfernen, beschert der Straßenmeisterei viel Arbeit: „Es ist eine unheimliche Fummelei, die Holzstücke wieder aus der kleinen Öffnung herauszuholen“, sagt Resi Fischer, Mitarbeiterin bei der Straßenmeisterei in Hameln. Inzwischen seien die Schilder, die in einem nahegelegenen Feld aufgefunden wurden, jedoch wieder an ihrem rechtmäßigen Platz aufgestellt worden. Dennoch: Jedes Mal, wenn ein Verkehrsschild verschwindet, entstehen dem Bund, Land oder Kreis – je nachdem, um was für eine Straße es sich handelt – Kosten in nicht unerheblichem Umfang, sagt sie: „60 bis 100 Euro fallen an, wenn die Schilder wiedergefunden und ,nur‘ neu aufgestellt werden müssen.“ Ein neues Ortsschild hingegen schlage inklusive Arbeitslohn und Anfahrtsweg gleich mit 400 Euro zu Buche. „Man darf bei der ganzen Sache auch nicht vergessen, dass es sich um Steuergelder handelt, die da mutwillig verschwendet werden“, erinnert Frau Fischer. Wer meint, dass bestimmte Schilder unsinnig sind, solle rechtmäßige Wege beschreiten, um Veränderungen herbeizuführen, appelliert die Mitarbeiterin der Straßenbaubehörde an die Verantwortlichen. Und natürlich seien auch die Gefahren für die Verkehrsteilnehmer nicht zu unterschätzen, wenn auf einmal ein Schild fehlt: „Die Schilder werden ja nicht zum Spaß aufgestellt“, sagt sie. Brockmann erinnert auch an mögliche Folgen, die das achtlose Entsorgen der Schilder für die Bauern haben kann: „Im schlimmsten Fall kann dem Landwirt eine Maschine kaputtgehen, wenn er das Schild nicht rechtzeitig sieht“, gibt der Leiter der Hamelner Straßenbaubehörde zu bedenken.

Doch nicht nur die Überholverbotsschilder auf der Landesstraße 424 scheinen manchem Bürger in letzter Zeit überflüssig zu sein. In Frenke wurden alle Ortstafeln an den vier Zufahrtstraßen entfernt und auch rund um Aerzen fehlten in der vergangenen Woche mehrere Ortsschilder. Während Frenke und Aerzen ihre Schilder inzwischen wieder haben, bleibt die Ortstafel von Grupenhagen an der L 432 jedoch weiterhin verschwunden. Der jüngste Fall von Schilderklau wurde Mitte dieser Woche festgestellt. Seit ein paar Tagen fehlt die Ortstafel von Groß Berkel auf der Bundesstraße 1 von Hameln Richtung Aerzen kommend.

Sämtliche Vorfälle wurden inzwischen bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Das Überholverbotsschild auf der L 424 wurde schon mehrfach gestohlen und wieder aufgestellt.

Foto: wfx

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