weather-image
22°

Bislang regte sich kaum Widerstand gegen die Sparpläne / Offen bleibt noch die Denkmal-Frage

Das Ende der Hajener Fähre ist fast besiegelt

Hajen (cb). Das Ende einer langen Tradition an der Weser ist eingeläutet, die letzte Entscheidung offenbar nur noch reine Formsache: Die Hajener Fähre wird wahrscheinlich nicht mehr wie gewohnt zum Winter ihren Betrieb aufnehmen. Die Auto- und Personenfähre hatte spätestens seit dem Bau der Brücke Hehlen–Daspe ohnehin keine große Nachfrage mehr. Dem Rat fiel es deshalb nicht schwer, aus finanziellen Gründen im Haushaltssicherungskonzept den Betrieb in Hajen auf den Prüfstand zu setzen, um Kosten zu sparen. In den vergangenen Wochen befassten sich die politischen Gremien vom Ortsrat Börry bis zum Bau- und Verkehrsausschuss mit dem Thema, ohne dass sich Widerstand regte. Als wichtiger – auch aus touristischer Sicht – gilt ohnehin die Fähre in Grohnde. Selbst die meisten Navigationsgeräte weisen sie als Verbindung zwischen dem Ilsetal und Bad Pyrmont aus, wie die Verwaltung ausführt. Vorteil, wenn ein Schlussstrich in Hajen gezogen wird: In Grohnde könnte sich dann die Fährsaison verlängern.

veröffentlicht am 06.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 01:21 Uhr

Normalerweise startet die Saison für die Fähre in Hajen am 1. No
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Theoretisch könnte die Fähre in Hajen erhalten bleiben – an Land als Denkmal am Rastplatz in Höhe der Hüossen-Skulptur. Der Börryer Ortsbürgermeister Andreas Lenk hatte sich zu Jahresbeginn für einen Förderverein stark gemacht. Einer der Vorschläge, dass die Mitglieder selbst die Fähre für den Personentransport betreiben, wurde aber schnell aufgegeben. Dazu hätten genügend Mitglieder ein Fährpatent erwerben müssen. Unrealistisch, wie auch Lenk einräumen musste. Als einzige Möglichkeit blieb das Fährdenkmal am Ufer. In der Beschlussvorlage heißt es nun, dass die Verwaltung beauftragt wird, zu prüfen, ob dies als Leader-Projekt und damit durch Zuschüsse ermöglicht werden kann. Voraussetzung allerdings ist, dass sich bis Jahresende ein Förderverein gründet, der die Pflege und laufende Unterhaltung des Fährdenkmals für mindestens 20 Jahre garantiert. Während der Ortsrat Börry dies nur für eine Zeitvorgabe von fünf Jahren begrenzt wissen will, halten der Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss sowie der Bau- und Verkehrsausschuss des Gemeinderates an dem Vorschlag der Verwaltung fest. Ohnehin sehen Politiker der beiden Ratsgremien nur wenig Aussichten, dass der Förderverein genügend Rückhalt bekomme. Und selbst wenn, so hieß es in den Sitzungen, müsse es eine langfristige Planungssicherheit geben. Immerhin seien die Vorbereitungen, um ein Fährdenkmal einzurichten, mit einigen Kosten verbunden. Sollten diese Pläne scheitern, kann sich die Gemeinde allerdings kaum Hoffnung machen, Geld durch einen Verkauf der Fähre zu erzielen. Die Verwaltung geht davon aus, dass sie wahrscheinlich verschrottet werden muss.

Für den Fährmann, der bislang sowohl in Hajen als auch in Grohnde Personen und Fahrzeuge übersetzte, ergeben sich übrigens keine Nachteile, wenn in einem der beiden Weserdörfer gespart wird. In der Zeit, in der künftig der Fährbetrieb ruht, muss die Gemeinde ihn beschäftigen, wie es der Vertrag vorsieht.

Die letzte Entscheidung über die Hajener Tradition liegt nun heute beim Gemeinderat, der sich am Abend mit dem Thema befasst.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?