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Nach Bedenken der CDU am Ganztagsangebot in Amelgatzen: Bürgermeister warnt vor Konsequenz

„Dann bedeutet das den Tod der Grundschule“

Emmerthal (cb). Um die Zukunft der Grundschule Amelgatzen entbrennt ein neuer politischer Streit. Anlass dazu bildet das Ziel, an der kleinen Einrichtung mit rund dreißig Schülern ein Ganztagsangebot zu etablieren. Doch: Die CDU zweifelt angesichts der Kosten am Nutzen, für gerade mal 12 bis 15 Kinder nachmittags Betreuung anzubieten, wie Fraktionsvorsitzender Rudolf Welzhofer vorrechnete. Bürgermeister Andreas Grossmann (SPD) verteidigte hingegen das Ganztagsangebot als wichtige Voraussetzung, um den anhaltenden Schülerschwund in Amelgatzen zu stoppen. Eltern würden sich sonst weiter dazu entscheiden, ihre Kinder zur Ganztagsschule Kirchohsen zu schicken. Grossmann an die Adresse der CDU: „Wenn das Ihr Ziel ist, dann bedeutet das den Tod für die Grundschule Amelgatzen.“

veröffentlicht am 22.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:21 Uhr

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Schon im Frühjahr war der Aderlass dort deutlich gemacht worden. Im April war von nur 33 Kindern die Rede, die noch die kleine Einrichtung besuchen, es könnten aber 50 Schüler sein, wenn es ein Ganztagsangebot gäbe. Inzwischen sind die Vorbereitungen für die Betreuung weit gediehen, um dieses zum nächsten Schuljahr einzuführen. Da später in Amelgatzen ebenfalls das Bildungshauskonzept vorgesehen ist, sollten die räumlichen Änderungen nur provisorisch erfolgen. Die Verwaltung geht von einmaligen Kosten in Höhe von 14 500 Euro aus, jährlich sind dann weitere Ausgaben von 16 750 Euro kalkuliert, wobei Zuschüsse von der Landesschulbehörde möglich seien.

Kaum hatte Ruth Leunig für die Gruppe aus SPD und Grünen im zuständigen Fachausschuss Zustimmung für das Ganztagsangebot signalisiert („Gerade in Amelgatzen ist es wichtig, am Puls der Zeit zu sein“), machte die CDU ihre Bedenken deutlich. „Bauchschmerzen“ habe man wegen der Kosten, meinte Matthias Koch. Schließlich habe die Kommunalaufsicht die hohen freiwilligen Leistungen der Gemeinde angemahnt – nichts anderes sei die Betreuung der Kinder am Nachmittag. Plötzlich stand das Bildungshauskonzept für Amelgatzen in Frage, auch wenn Welzhofer glaubte, dass „uns das Thema nun aufgezwungen wird“. Allerdings machte er auch deutlich, dass Zahlen zu den Kosten vorliegen müssten, bevor über das Konzept dort entschieden werde. „Wir fordern Fakten und keine Salamitaktik“, meinte der Fraktionsvorsitzende.

Bürgermeister und SPD erinnerten daran, dass es schließlich einen Grundsatzbeschluss des Rates zu den Schulstandorten mit dem damit verbundenen Bildungshauskonzept gäbe. „Es kann nicht sein, dass die Schule in Amelgatzen nach und nach ausblutet“, meinte Sozialdemokratin Leunig. Vor allem Grossmann ärgerte das Vorgehen der CDU. „Das Spiel mache ich nicht mehr mit“, sagte er. Er verwies darauf, dass es ja gerade die Landesregierung sei, die den Fortbestand kleiner Schulen fördere. Gleichzeitig warnte der Bürgermeister, immer wieder frühere Entscheidungen zurückzunehmen: „Ich poche sehr wohl auf Beschlüsse.“ Auch die neue kommissarische Schulleiterin Melanie Kugler warb für das Ganztagsangebot. „Wir sehen, wie die Kinder abgewandert sind“, sagte sie. „Wenn das so weitergeht, müssen wir über das Bildungshaus nicht mehr reden.“

Die Mehrheit des Ausschusses aus SPD und Grünen befürwortete das Ganztagsangebot. Während die CDU dagegen stimmte, enthielt sich ihr Gruppenpartner FWE.



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