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In Kirchohsen wurde für 100 000 Euro ein neuer Prüfstand für die Feuerwehr in Betrieb genommen

Damit die Pumpe läuft

KIRCHOHSEN. Die Feuerwehrtechnik wird immer leistungsfähiger und anspruchsvoller. Da müssen auch die Geräte mithalten können, die zum Überprüfen eben dieser Technik eingesetzt werden. Deshalb hat der Landkreis Hameln-Pyrmont jetzt in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Kirchohsen einen neuen Pumpenprüfstand in Betrieb genommen.

veröffentlicht am 25.04.2017 um 11:15 Uhr
aktualisiert am 25.04.2017 um 14:00 Uhr

Frank Melde beim Bedienen der neuen Pumpenprüfstation in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Kirchohsen. Foto: tis
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Friedrich-Wilhelm Thies Reporter
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Es handelt sich um ein Investitionsvolumen von immerhin rund 100 000 Euro, wie FTZ-Leiter Sascha Corbach mitteilt.

Damit die Feuerwehren ihr Löschwasser überhaupt zum Brandherd bekommen, müssen sie Feuerwehrpumpen einsetzen. Rund 175 davon gibt es im Landkreis, 115 davon als mobile, tragbare Pumpen, sogenannte Tragkraftspritzen. Der Rest ist fest verbaut als Feuerlöschkreiselpumpen in den Löschfahrzeugen. „Und sie alle aus den sieben Stadt- und Gemeindefeuerwehren sollten einmal jährlich hier bei uns in der FTZ Kirchohsen auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft werden“, sagt Sascha Corbach. Eine Ausnahme bildet nur die Stadt Hameln, die mit ihren hauptberuflichen Kräften und einem eigenen Schirrmeister die Prüfung und Wartung selbst übernimmt. Fahrzeuge der neusten Feuerwehrgeneration verfügen heutzutage über Feuerlöschpumpen, die 3500 Liter Wasser pro Minute fördern können. „Ob sie das auch tatsächlich leisten, muss überprüft werden. Da kamen wir mit unserer alten Anlage aus dem Jahr 1999 schon an die Grenzen“, erzählt Frank Melde, stellvertretender Leiter der FTZ und für die Pumpenprüfung zuständig. So hatte die alte Anlage ein Fassungsvermögen von gerade mal 3000 Liter Wasser, die neue immerhin von 7000 Liter. Sie ist nunmehr auf dem neusten Stand der Technik – natürlich computerunterstützt. Mit ihr kann jetzt jede derzeit auf dem Markt vorhanden Pumpe problemlos unter die Lupe genommen werden.

„Eine Besonderheit der von der Firma Fladt gelieferten Anlage ist zudem, dass mit ihr auch kleinere, elektrisch betriebene Tauchpumpen geprüft werden können“, ergänzt Kreisschirrmeister Corbach.

Die FTZ sieht sich in Sachen Feuerwehrpumpen als Servicestation für die 103 Ortswehren. Neben der Prüfung wird auch eine Wartung angeboten, mit Öl- und Filterwechsel, Überprüfung von Membranen und Verbrauchsteilen. Frank Melde erklärt: „Die jährliche Prüfung ist Pflicht, die Wartung übernehmen wir mit, wenn es gewünscht wird. Schließlich ist das kostenpflichtig und kann natürlich auch in anderen Werkstätten erfolgen.“ Auch Reparaturen werden durchgeführt, wenn sie einen gewissen Rahmen nicht überschreiten. „Früher gab es mal einen VW-Motor für alle Pumpen, heute aber sind es viele verschiedene Modelle. Da wird schon das Lagern der Ersatzteile schwierig. Leider werden die Pumpen durch die umfangreiche Elektronik aber auch immer anfälliger für Störungen. Umfangreiche Reparaturen können dann nur Fachwerkstätte durchführen“, so der Vize-Chef der FTZ. Dann fällt so eine Pumpe auch schon mal einige Wochen aus.

Damit die Ortswehren auch weiterhin einsatzbereit sind, gibt es neun Ersatz-Tragkraftspritzen, die ausgegeben werden können. „Aber nur an Feuerwehren mit einem Tragkraftspritzen-Fahrzeug, die eben nur über diese eine Pumpe verfügen“, bemerkt Sascha Corbach. Für Löschfahrzeugen mit einer festeingebauten Pumpe stellt die FTZ aber kein Ersatzfahrzeug. In der Regel bleibt hier der Maschinist bei der rund 90 Minuten dauernden Prüfung auch vor Ort und nimmt das Fahrzeug gleich wieder mit.

Wann eine Pumpe zur Prüfung zur FTZ muss, wird zuvor mit den Ortswehren abgestimmt. In der Regel überprüft und wartet Frank Melde das Jahr über eine Pumpe pro Werktag. Bringt sie die geforderte Förderleistung und den nötigen Druck? Sind alle Teile dicht oder gibt es sonstige Mängel an dem Gerät? Dazu wird sie an die Pumpenprüfstation angeschlossen, die dann die verschiedenen Leistungskriterien abfordert. „Einige Dinge laufen halbautomatisch ab, andere muss ich per Hand regeln. Gut an der neuen Anlage ist, dass sie den Wasserstand im Kessel mit den 7000 Litern selbst überwacht und bei Bedarf teilweise nachfüllt“, erläutert Frank Melde.

Alles wird per PC festgehalten und dokumentiert, um später auch belegen zu können, dass die Pumpe die Prüfung erfolgreich absolviert hat. Mit dem Einbau der neuen, größeren Prüfstation, insbesondere des Löschwasserbehälters, mussten auch bauliche Veränderungen in der FTZ-Pumpenwerkstatt erfolgen. Und Frank Melde freut sich, dass auch für seine Sicherheit etwas getan wurde: „Ich arbeite auf engem Raum hinter den Fahrzeugen, bei teilweise hohem Druck in den Leitungen. Da kann schnell mal was passieren. Daher hat man jetzt in unmittelbarer Nähe zur Prüfstation eine Fluchttür eingebaut, durch die ich mich in Sicherheit bringen kann.“

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