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Wie die Gemeinde erneuerbare Energien fördert – und auch für den Eigenbedarf nutzen will

„Da leistet Aerzen richtig was für Klimaschutz“

Aerzen (cb). Als ökologischer Vorzeigeort gilt Aerzen wahrlich nicht. Und dass sich die Politik der Gemeinde bislang geweigert hat, der Klimaschutzagentur im Landkreis beizutreten, hat ihr nicht unbedingt Sympathien in den anderen Hameln-Pyrmonter Kommunen eingebracht. Dennoch: Während sich die Kreispolitik darum streitet, den teureren Ökostrom zu nutzen (wir berichteten), ist die Gemeinde Aerzen fast schon einen Schritt weiter: Sie hat die Wärmeversorgung für die kommunalen Gebäude ausgeschrieben und bevorzugt dabei ausdrücklich erneuerbare Energien. Und das wollen sich die Aerzener einiges kosten lassen. Nach ersten Berechnungen bis zu 50 000 Euro jährlich zusätzlich, wie Bürgermeister Bernhard Wagner auf Nachfrage sagt.

veröffentlicht am 20.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 19:41 Uhr

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Die Vorbereitungen dazu liefen bislang weitgehend im Stillen, und Wagner zeigt sich auch jetzt zurückhaltend, da das Verfahren noch läuft. „Uns war es aber wichtig, die ökologische Komponente mit reinzubringen“, lässt er zumindest zum Grundsätzlichen durchblicken. „Wir wollten dadurch die Entwicklung mit den erneuerbaren Energien unterstützen.“

Ganz so einfach ist es allerdings nicht, wie sich schnell herausstellte. Geplant ist ein Wärmecontracting-Vertrag. Dahinter steckt, dass die Gemeinde sich für einen längeren Zeitraum an einen Anbieter bindet, der die Wärmeenergie liefert und zugleich die Investitionen an den Heizungsanlagen übernimmt. Der Vertrag soll für die Schwimmbäder, die Kindergärten, die Hummetalsporthalle, die Burg und das Rathaus gelten. Über den langen Zeitraum über 15 Jahre gesehen geht es dabei um Millionenbeträge, wie Wagner sagt – und deshalb musste die Gemeinde eine europaweite Ausschreibung vornehmen. 13 Angebote liegen vor, die derzeit geprüft werden. Dabei geht es nicht um den billigsten Anbieter. Die ökologische Komponente wurde mit 30 Prozent Anteil an der Angebotsbewertung sehr hoch angesetzt, erläutert der Bürgermeister weiter. „Ökologie kostet Geld“, sagt Wagner. „Da leistet der Flecken Aerzen richtig was für den Klimaschutz.“

Nicht nur wegen dieser bevorstehenden Stärkung erneuerbarer Energien ficht den Bürgermeister die Kritik wenig an, dass die Gemeinde noch nicht der Klimaschutzagentur beigetreten ist. „Wir beobachten, was da weiter passiert“, spricht er von einer abwartenden Haltung, wie es weitergeht. Verstecken muss sich die Gemeinde zumindest nicht, wenn es um das Thema Klimaschutz geht. Sie gehörte mit zu den ersten Kommunen, die Vorranggebiete für Windkraftanlagen auswies. Als sich eine private Initiative gründete, um in Photovoltaikanlagen zu investieren, begleitete sie die Gründungsphase der Genossenschaft, die inzwischen gut 300 000 Euro in die saubere Energieerzeugung gesteckt hat.

Die Gemeinde selbst investierte im Rahmen des Konjunkturpaketes II kräftig in die energetische Sanierung der Grundschule und Schulsporthalle Groß Berkel sowie darüber hinaus in die Hummetalsporthalle. Der Energieverbrauch werde sinken – „angesichts des harten Winters wird sich das schon bemerkbar machen“. Wenn bald die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung umgesetzt werde, solle dies nicht nur Kosten, sondern auch Strom sparen, auch „wenn dies für einige provokant klingen mag“, sagt der Bürgermeister. Eine intelligente Lösung werde angestrebt, um darüber hinaus moderne und energiesparende Beleuchtungstechnik zu finanzieren. Wagner: „Da steht mittelfristig eine sechsstellige Investitionssumme auf der Agenda.“

Windkraft und Sonnenkraft, dazu Mais für Biogasanlagen – auch in der Region werden immer mehr Möglichkeiten für erneuerbare Energien genutzt. Foto: Dana



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