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Fast 3000 Comics gesammelt

Christian Manthey und der Schatz im Kleiderschrank

AERZEN. Zwischen Socken und Jeans lagert ein Schatz aus Papier – verpackt in Kartons, säuberlich sortiert. Im Kleiderschrank hat Christian Manthey einen Teil seiner fast 3000 Comics untergebracht. „Wo andere ihre Socken sortieren oder Hemden aufhängen, stehen bei mir die Kisten mit den Comics“, sagt der Fotograf.

veröffentlicht am 24.08.2018 um 10:35 Uhr
aktualisiert am 24.08.2018 um 14:00 Uhr

Mit der „Zack-Parade“ fing alles an: Christian Manthey zeigt einen kleinen Teil seiner fast 3000 Hefte. Foto: mo
Muschik, Moritz

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Einen Raum, ein spezielles Regal oder ein Archiv hat der Fotograf für die Hefte nicht. Die Kartons stapeln sich im Familienhaus in Aerzen; mal hier und mal da. Im tendenziell eher feuchten Keller lassen sich die Hefte nicht lagern. „Irgendwann geht dir einfach der Platz aus“, meint Manthey.

Seine Begeisterung für Comics entwickelte sich, als er sechs Jahre alt war: „Ich kann mich noch erinnern, dass im Realwert am Reimerdeskamp hinten in der Ecke die mir bis dahin völlig unbekannte Zeitschrift ‚Zack‘ stand.“ In der „Zack-Parade“ waren jeweils mehrere Geschichten abgedruckt. „Ich bin auf das Magazin aufmerksam geworden, weil das Cover so etwas Westernartiges hatte“, sagt Manthey, dessen Eltern ihm die Hefte schließlich regelmäßig kauften. Mit der Zeit entdeckte er weitere Comics, die ähnlich wie „Zack“ mehrere Fortsetzungsgeschichten bündelten – zum Beispiel das Magazin „Kobra“.

Die Hefte einfach online zu bestellen, ging damals aber nicht. „Als die Sammelwut aufkam, gab es kein Internet und keine Möglichkeit, elektronisch zu recherchieren“, meint Manthey, der sich daher einige Kataloge zuschicken ließ – und in so mancher Buchhandlung oder in Comicläden stöberte. „Es brauchte schon einen Laden, der gut sortiert war, um Comics abseits von Micky Maus zu bekommen“, erzählt Manthey. Je häufiger er in solche Läden ging, desto öfter entdeckte er dabei neue Hefte und Serien. „Es haben sich unglaublich viele Serien angesammelt“, sagt er. „Ich habe mir schon immer mal vorgenommen, sie jeweils am Stück zu lesen.“ Aber das sei zeitlich kaum möglich.

Schließlich sind über all die Jahre Tausende Hefte zusammengekommen – davon aber nur ein Micky-Maus-Comic. Es ist ein Heft aus dem Jahr 1973, in gutem Zustand. „Ich habe es auf einem Flohmarkt gefunden, aber es bis heute nicht gelesen“, sagt Manthey. Er steht eher auf westernverwandte Science-Fiction-Stories wie „Just a Pilgrim“ oder die actionreiche Manga-Serie „Sun-Ken Rock“, auf die ihn sein Sohn gebracht hat. Dazu gefallen ihm die Comics von Matthias Schultheiss besonders gut. „Die habe ich verschlungen“, sagt Manthey.

Er meint aber auch: „Das Medium Comic ist nie wirklich aus dieser Micky-Maus-Ecke herausgekommen.“ Den Heften werde zumindest kein hoher Stellenwert beigemessen. Und: Das Comiclesen sei mit Vorurteilen behaftet. „Es wird immer irgendwie argwöhnisch beäugt“, sagt Manthey. „Aber damit muss man leben.“ Und das tut er auch.

Mittlerweile kauft er die Hefte nicht mehr regelmäßig. Als ihn das Sammelfieber im Jugendalter gepackt hatte, war das anders. „Ich habe hier und da Hefte nachgekauft, Lücken gefüllt“, sagt er. „Und irgendwann stand ich vor dem Objekt der Begierde – dem besonderen Heft, limitierte Auflage, in hervorragendem Zustand.“ Für ein seltenes Album in Echtledereinband zahlte er damals rund 600 Mark. „Das hat als junger Mann natürlich erst mal ein ganz schönes Loch gerissen“, sagt er. Dabei seien dreistellige Summen noch zivil. „Wenn du die richtigen Comics in gutem Zustand im Schrank hast, ist eine fünfstellige Summe gar nicht so selten.“

Besondere Exemplare kaufte sich der Sammler doppelt. „Zum Beispiel gab es in den 90ern einen Relaunch der Marvel-Serie ‚Avengers‘. In der ersten Ausgabe waren vier Hefte gebündelt und eingeschweißt.“ Eine der Ausgaben legte er sich zur Seite. Sie liegt noch immer eingeschweißt bei ihm zu Hause in einem Karton. Dort, wo zwischen Socken und Jeans auch andere Schätze lagern …



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