weather-image
19°

Kein Verkehr auf Ortsumgehung: Polizei verteidigt Eilanordnung

Chaos wegen Umleitung – Landesbehörde räumt Fehler ein

Aerzen. Chaotische Verkehrsverhältnisse in Aerzen: Nachdem die Vollsperrung der B 1 auf Anordnung der Polizei nicht aufgehoben worden war, kam es erneut zu erheblichen Problemen besonders im Bereich der Königsförder Straße. Die Polizei verteidigte gestern ihre Entscheidung vom Wochenende, die einspurige Verkehrsführung über die neue Ortsumgehung nicht zu erlauben. Dabei sei sie sich der Risiken wie das Umfeld der Grundschule oder der schwierigen Straßenverhältnisse durchaus bewusst gewesen, erläutert Polizeihauptkommissar Jörn Schedlitzki die Eilanordnung vom Samstag, wegen der verdreckten Fahrbahn die Ortsumgehung nicht freizugeben. Dabei würden die Gefahren aller Verkehrsteilnehmer – auch der Grundschüler – gegeneinander abgewogen. „Das ist immer ein intensiver Prozess“, teilte er mit. Auch die zuständige Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr verteidigte die Entscheidung der Polizei. Es sei richtig gewesen, „den Verkehr nicht auf die Ortsumgehung zu lassen“, meinte Uta Weiner-Kohl, stellvertretende Leiterin des Hamelner Geschäftsbereiches der Behörde.

veröffentlicht am 22.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:21 Uhr

270_008_6680904_lkae108_fn_2210.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Immer wieder kam es aber deshalb zu langen Staus zwischen Aerzen und Königsförde. Und da hatte jeder Einwohner gestern seine eigene Geschichte zu erzählen. Besonders zu Unterrichtsbeginn an der Grundschule am ersten Tag nach den Herbstferien gab es Beeinträchtigungen, zwischendurch sorgte die Müllabfuhr für Zwangspausen – und verdreckt ist die Straße ebenfalls. Grund: Auf der schmalen Strecke im weiteren Verlauf in Richtung Königsförde weichen größere Lkw immer wieder auf die inzwischen ausgefahrenen Seitenstreifen aus, sodass die Straße in keinem guten Zustand mehr ist.

Der Polizei sei dies alles bekannt, wie Schedlitzki auch aus eigenem Erleben weiß. Mit der weiterhin angeordneten Umleitung in beiden Fahrtrichtungen über diese Strecke sei man nicht glücklich gewesen, räumte er ein, die Verkehrsgefährdung auf der Ortsumgehung sei aber größer gewesen. Die Polizei war am Samstag von einer Firma, die Beschilderungsarbeiten ausführt, informiert worden, dass die neue Fahrbahn im Bereich der Baustelle durch Erdreich erheblich verdreckt gewesen sei. Einsatzbeamte hätten sich von dem Zustand überzeugt, mithilfe eines Landwirts sei versucht worden, den Dreck abzuspülen. Erfolglos. Weder die zuständige Straßenbaubehörde noch -meisterei seien erreichbar gewesen. Der Polizeisprecher: „Ein verkehrssicherer Zustand kann mit einfachen Mitteln nicht erreicht werden und eine porentiefe Reinigung der Fahrbahn ist erforderlich.“

Für die Ortsumgehung gab es in der Konsequenz keine Freigabe – sie gehörte am Sonntag weiterhin vielen Radlern und Spaziergängern, die sich dort ihr eigenes Bild von der Großbaustelle machten und sich wunderten, dass der Verkehr ausblieb. Unter ihnen auch Bürgermeister Bernhard Wagner. Nachdem er gestern dann die Verkehrsprobleme auf der Königsförder Straße erlebt hatte (Wagner: „Das war schon extrem“), setzte er sich mit der Landesbehörde in Verbindung. Und war erleichtert über die Auskunft, dass sie alles unternehmen wollte, die Ortsumgehung schnellstmöglich reinigen zu lassen und damit die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Vollsperrung der B 1 aufgehoben werden kann.

Erst heute Morgen soll darüber entschieden werden, ob die Auffahrt bei Selxen zur Umgehungsstraße für den Verkehr freigegeben wird. fn

Das Unternehmen, das hauptsächlich für den Bau zuständig ist, sollte sich gestern darum kümmern, dass der restliche Schmutz auf der Fahrbahn beseitigt werde. Dafür sei es zwar auch am Wochenende verantwortlich gewesen, räumte Weiner-Kohl ein. Warum dies aber nicht geschehen sei, bleibe „die große Frage“, die sie auch nicht beantworten könne. Die Folgen seien allerdings alles andere als gut, bedauerte sie. Erst für den heutigen Morgen kündigt Weiner-Kohl für 8 Uhr eine weitere Kontrolle der Straße an. Danach werde entschieden, ob der Verkehr von Groß Berkel in Richtung Reher einspurig über die Ortsumgehung geleitet werden könne. cb



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?