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Weniger Geld aus Berlin sorgt für Verzögerungen / Bau der Trasse soll erst später beginnen

Bund spart an der Aerzener Ortsumgehung

Aerzen (cb). Zusätzliche Mauteinnahmen sorgten dafür, dass der erste Spatenstich für den Bau der Ortsumgehung in Aerzen im vergangenen Jahr mit viel Prominenz frühzeitig erfolgen konnte, nun aber spart die Bundesregierung in Berlin wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise in allen Bereichen – Konsequenz: Es wird länger als geplant dauern, bis der überörtliche Verkehr der bisherigen B 1 über die neue Straße unterhalb des Schierholzberges rollen kann und damit der Ortskern entlastet wird. „Es läuft nicht mehr mit der Hochgeschwindigkeit, mit der die Arbeiten begonnen worden sind“, sagt Markus Brockmann, zuständiger Hamelner Geschäftsbereichsleiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

veröffentlicht am 14.04.2010 um 17:23 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:41 Uhr

Nach der langen Winterpause kommen jetzt auch die Arbeiten für d
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„Fakt ist, dass wir in diesem Jahr nicht unendlich Geld zur Verfügung haben“, berichtet er über die jüngste Entwicklung, nachdem der Bund weniger Geld als ursprünglich veranschlagt in den Kassen hat. Allerdings: „Es kommt nicht zum Stillstand.“ Die Brückenbauwerke sollen nach und nach errichtet werden, nur der Baubeginn der Trasse, ursprünglich in diesem Jahr vorgesehen, verschiebt sich voraussichtlich auf 2011.

In Aerzen wächst die Sorge, dass angesichts der dramatischen Finanzsituation des Bundes die Folgen noch schlimmer werden könnten – so auch im Rathaus. „Wir waren eigentlich guter Dinge, dass die Ortsumgehung im Frühjahr 2012 fertig ist“, spricht Bürgermeister Bernhard Wagner von einer bedauerlichen Entwicklung. Und ohne in Pessimismus verfallen zu wollen, denkt er an die Situation in manchen anderen Orten, in denen plötzlich nur Brücken stehen, ohne dass sie durch Straßen verbunden sind. „Wenn es etwas länger dauert, nehmen wir das hin“, so Wagner. „Wir hoffen aber, dass wir hier irgendwann nicht Bauruinen stehen haben.“

Der Bürgermeister kündigte an, Kontakt zu den heimischen Bundestagsabgeordneten, besonders zu Gabriele Lösekrug-Möller (SPD), aufzunehmen. Sie sollen in Berlin darauf hinwirken, dass weiter Geld für die Ortsumgehung nach Aerzen fließt und somit das Projekt beendet werden kann. Grundsätzlich äußert er sich aber positiv, dass wenigstens im vergangenen Jahr mit dem Bau begonnen worden sei, bevor die Folgen der Krise sich voll ausgewirkt hätten. „Sonst wäre wohl daraus auf absehbare Zeit überhaupt nichts geworden“, sagt der Bürgermeister.

Was Brockmann von der Straßenbaubehörde nur bestätigen kann. Zu anderen geplanten Projekten wie die Ortsumgehung in Coppenbrügge/Marienau oder die Südumgehung in Hameln will er sich derzeit zwar nicht äußern, lässt aber durchblicken: „Aerzen hatte Glück. Wann andere neue Bauprojekte starten, ist ungewiss.“

Derzeit errichtet eine Fachfirma in Aerzen die Unterführungen am Hohlen Weg und am Lammer Grund. Laut Brockmann sollen die weiteren Bauwerke beginnend mit der Unterführung Gellerser Straße folgen. Fest stehe, dass sich die Fertigstellung der 4,3 Kilometer langen Ortsumgehung verschiebe, auf einen Zeitplan will sich der Hamelner Geschäftsbereichsleiter aber nicht festlegen. Er verweist auf die Haushaltsberatungen im Bund und erhofft sich zur Jahresmitte mehr Klarheit zur Finanzierung des rund 9,7 Millionen Euro teuren Bauprojekts in Aerzen. „Dann sehen wir, ob wir wieder Gas geben oder wir piano an die weiteren Arbeiten herangehen müssen“, so Brockmann.

Keine Neuigkeiten hatte er übrigens zum noch nicht ausgestandenen Rechtsstreit, der aber keine aufschiebende Wirkung auf die derzeitigen Arbeiten hat. Zunächst hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg im Oktober vergangenen Jahres die Klage eines Aerzener Landwirts gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumgehung abgewiesen. Nun liegt der Vorgang beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Die Entscheidung über eine erhobene Beschwerde wegen der Nichtzulassung der Revision steht wohl noch aus. Brockmann: „Wir wissen nicht, ob und wann verhandelt wird. Wir erfahren nur das Ergebnis.“

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