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Bislang steht nur Andreas Grossmann als Bewerber fest / Parteien in Aerzen und Emmerthal sehen keinen Zeitdruck

Bürgermeister-Wahlen: Noch viele Fragezeichen

Emmerthal/Aerzen. Die Emmerthaler CDU sieht sich nicht unter Zugzwang, möglichst schnell einen eigenen Bürgermeisterkandidaten zu benennen, nachdem Amtsinhaber Andreas Grossmann (SPD) erklärt hat, dass er sich erneut der Wahl stellen will. Vor der Bundestags- und Landratswahl wolle man „keine Diskussion anstoßen“, sagt Uwe Klüter, CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender, der aber bestätigt, dass bislang keine konkreten Namen von Bewerbern vorliegen. Allerdings habe sich seine Partei auch erst den Herbst als Zielmarke gesetzt und daran habe sich trotz der neuen Situation nichts geändert. Eines deutet sich aber an, auch wenn es noch keiner der Christdemokraten offen ausspricht: Rolf Keller aus Börry, der 2006 als CDU-Bürgermeisterkandidat angetreten war, steht wahrscheinlich nicht mehr als Bewerber zur Verfügung.

veröffentlicht am 21.08.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Grossmann hatte vor einer Woche angekündigt, dass er für eine weitere Amtszeit kandidieren will. Klüter sieht in dieser frühzeitigen Bekanntgabe nur eine Taktik der SPD. „Das ist ein reines Ablenkungsmanöver, um einem schwachen Landratskandidaten einen bekannten Namen zur Seite zu stellen“, glaubt er, dass der Bürgermeister auf diese Weise Tjark Bartels unterstützen will. Bei der eigenen Kandidatensuche räumt der Parteivorsitzende ein, dass die CDU gerade wegen des Amtsbonus von Grossmann „am liebsten einen Bürgermeisterkandidaten aus der Region“ präsentieren möchte. Aber: „Die Namen sind begrenzt, die in Frage kommen.“ Vorstellbar und „sein persönlicher Wunsch“ sei es, eventuell mit der Freien Wählergemeinschaft Emmerthal (FWE) einen gemeinsamen Bewerber nominieren zu können.

Öffentlich gibt sich die FWE aber abwartend. „Wir haben noch genügend Zeit“, sagt Ernst Nitschke. Die Wählergemeinschaft hatte bei den vergangenen beiden Urnengängen Detlef Hölscher aus Frenke ins Rennen geschickt, der zuletzt 2006 immerhin 12,6 Prozent der Stimmen bekam, derzeit aber in Australien lebt. „Ein eigener Kandidat bleibt im Bereich des Möglichen“, hält Nitschke nun alles offen. „Warten wir es ab.“

Rolf Keller will einer offiziellen Mitteilung des CDU-Gemeindeverbandes nicht vorgreifen. Der langjährige Kommunalpolitiker, der vor sieben Jahren im ersten Wahlgang bei zunächst drei Kandidaten mit über vier Prozentpunkten vor Grossmann lag, dem dann aber bei der Stichwahl ohne Hölscher denkbar knapp nur 19 Stimmen zum Bürgermeisteramt fehlten, scheint aber für sich bereits eine Vorentscheidung getroffen zu haben. Der Christdemokrat verweist darauf, dass er zu 75 Prozent seiner Zeit in Ehrenämtern tätig sei, wobei Keller seinen Einsatz für das Ilsetal hervorhebt. Dort engagiert er sich als Börryer Ortsbürgermeister und in den Vereinen, hinzu kommt die Arbeit in der Kreispolitik. „Damit fühle ich mich wohl“, lässt Keller Spielraum für Interpretationen zu, nicht zur Wahl anzutreten. Hinzu drängt sich der Eindruck auf, dass er trotz mancher politischer Meinungsunterunterschiede durchaus mit der Unterstützung des SPD-Bürgermeisters rechnen kann, wenn es um Börry geht.

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  • Wahlabend 2006 in Emmerthal: Knapp siegt Andreas Grossmann vor Rolf Keller (re.), der dem neuen Bürgermeister zum Einzug ins Rathaus (li.) gratuliert. Es scheint fraglich, dass Keller erneut antritt.
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In Aerzen ist alles offen. Zwar zweifelt kaum jemand daran, dass der SPD-Bürgermeister Bernhard Wagner erneut kandidiert, doch lässt er sich nicht aus der Reserve locken. Da müsse noch einiges abgestimmt werden, behält sich Wagner eine endgültige Entscheidung vor, wie er auf Nachfrage bekräftigte.

Der Aerzener CDU wäre wohler, wenn sie überhaupt etwas entscheiden könnte. Bei der jüngsten Parteiversammlung konnte Vorsitzende Annegret Lorenz noch keine Erfolge bei der Suche vermelden. „Und da hat sich leider nichts dran geändert“, meinte sie gestern. Sie teile aber die Einschätzung des Fraktionsvorsitzenden Friedel-Curt Redeker, der unter Hinweis auf die früheren Erfahrungen den Blick auf Bewerber der heimischen Partei richte. Bei den letzten beiden Wahlen sind die Christdemokraten mit auswärtigen Kandidaten mit Verwaltungskompetenz angetreten, die aber in Aerzen ohne Chance waren. Dabei hatte die CDU 2006 frühzeitig einen heimischen Verwaltungsexperten aus Groß Berkel, der allerdings fünf Monate vor dem Urnengang seine Kandidatur zurückzog. Innerhalb kurzer Zeit mussten sie mit Wolfram Pott aus dem Münsterland einen neuen Bewerber aufbauen, der ohne Heimvorteil gegen Wagner deutlich verlor. Der frühere kommunale Wahlbeamte und Kämmerer Pott ist derzeit wieder als Rechtsanwalt tätig. Nach Medienberichten war er im Juli im thüringischen Gera für ein Spitzenamt im Rathaus im Gespräch, verzichtete aber kurzfristig auf eine Kandidatur.

Laut Redeker will die Aerzener CDU für die nächste Bürgermeister-Wahl „jemanden aus den eigenen Reihen finden“, der vor Ort bekannt ist und auch ohne größere Verwaltungserfahrung in der Lage wäre, das Rathaus zu führen und nach außen zu vertreten. Nicht einfach, weiß er. Doch eines steht für den Fraktionsvorsitzenden fest: „Ohne Kandidaten gehen wir nicht ins Rennen.“



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