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Mestemacher-Backkonzern ist unter anderem von Aerzen aus weltweit tätig

Brot für die Welt

AERZEN. Die Gesamterlöse des 1871 gegründeten Familienunternehmens Mestemacher, das bald 150 Jahre alt wird (2021), beziffern sich im Jahr 2017 auf 158,3 Millionen Euro (156,1 Millionen Euro 2016). Diese Zahlen hat das Unternehmen am Freitag veröffentlicht. Zum Konzern gehört auch die Aerzener Brot und Kuchen GmbH.

veröffentlicht am 02.02.2018 um 13:54 Uhr
aktualisiert am 02.02.2018 um 15:00 Uhr

Aus der Vogelperspektive: Aerzener Brot und Kuchen GmbH. Foto: Mestemacher

Autor

Felix David Reporter
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Mit westfälischem Pumpernickel, internationalen Brotspezialitäten, tiefgekühlten Plattenkuchen und Müsli-Spezialitäten macht der Backkonzern Mestemacher seine Geschäfte. Von Gütersloh aus steuert die Gruppe ihre verschiedenen Unternehmen, zu denen auch die Aerzener Brot und Kuchen GmbH gehört.

Dem deutschen Butterbrot geht es nicht so besonders gut. Seit Jahren ist der Brotkonsum in Deutschland rückläufig, auch wenn immer noch nahezu jeder Haushalt Brot einkauft. Aber eben nicht mehr so viel und längst auch nicht mehr so häufig: 45,9 Kilogramm Brot bei knapp 48 Einkäufen pro Jahr hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) fürs Jahr 2016 als Durchschnittswerte ermittelt – beides rückläufig im Vergleich zu 2015.

Das einst unersetzliche Grundnahrungsmittel ist im Land des Brot-Weltmeisters ein wenig aus der Mode gekommen. „Wurden früher drei Hauptmahlzeiten am heimischen Tisch eingenommen und abends vor allem Brot konsumiert, so werden heute viele Snacks zwischendurch zu sich genommen und abends ersetzt eine warme Mahlzeit das traditionelle Abendbrot“, beschreibt der Zentralverband des Bäckerhandwerks die Situation. Eine alternde Gesellschaft und der Trend zu immer mehr Einpersonen-Haushalten tun ein Übriges, dass sich die Bäcker nach neuen Verdienstmöglichkeiten umschauen müssen. Backautomaten, Selbstbedienungsläden und schnelle Snacks – das Backgewerbe in Deutschland steckt im Strukturwandel.

Hier findet der Produkttransport zur Verpackung statt. foto: mestemacher
  • Hier findet der Produkttransport zur Verpackung statt. foto: mestemacher
Mitarbeiter sind an der Verpackungslinie für Tiefkühlkuchen „Bienenstich“ tätig. foto: mestemacher
  • Mitarbeiter sind an der Verpackungslinie für Tiefkühlkuchen „Bienenstich“ tätig. foto: mestemacher

Die Manager des Backkonzerns gehören zu den eher konservativ planenden Machern in ihrer Branche. Für das Jahr 2018 „wird wegen der unwägbaren Lage im In- und Ausland und wegen der noch nicht ganz absehbaren Auswirkungen der Backstationen im Lebensmittel-Einzelhandel konservativ geplant“ – und zwar mit einem Jahresumsatz in Höhe von 159 Millionen Euro. Dieser Planung zugrunde liegen die Geschäftszahlen von 2017: Die Gesamterlöse des 1871 gegründeten Familienunternehmens, das bald 150 Jahre alt wird (2021), beziffern sich im Jahr 2017 auf 158,3 Millionen Euro (156,1 Millionen Euro 2016). Diese Zahlen hat das Unternehmen am Freitag veröffentlicht.

In der Brotmarktnische ungeöffnet lange haltbarer Brotspezialitäten ist das Familienunternehmen nach eigenen Angaben Weltmarktführer. Die Anzahl der Beschäftigten ist gegenüber 2016 um zwei Prozent von 545 auf 558 Mitarbeiter angewachsen. Die Neueinstellungen lassen sich unter anderem zurückführen auf Inhouse-Beförderungen, verbunden mit Neubesetzung, sowie optimierte interne Serviceleistungen, für die qualifizierte Fachkräfte eingestellt wurden. Die paritätische geschlechtsbezogene Besetzung des obersten Leitungsgremiums Führungskonferenz ist stabil geblieben.

Mestemacher backt Brot für Deutschland und die Welt. Rund 71 Prozent des Umsatzes mit Roggenvollkornbroten und geografisch geschütztem Westfälischen Pumpernickel wird in Deutschland erwirtschaftet. Der Exportanteil bei Broten, die in den deutschen Gesellschaften produziert wurden, liegt weiterhin bei 24 Prozent der Gesamtumsätze. Zählt man zu den Auslandsumsätzen auch die Umsätze der Tochterfirma Benus in Polen, so betragen die gesamten Auslandsumsätze 29 Prozent. Damit liegt der Auslandsumsatz weit über der durchschnittlichen Exportquote für Brot und Backwaren in Höhe von 8,3 Prozent im Jahr 2015.

Im Wirtschaftsjahr 2017 sind fünf Millionen Euro in Sachinvestitionen geflossen. Das Geld steckt unter anderem im Neubau eines Mühlengebäudes zur Brotroggenvermahlung bei der Aerzener Brot und Kuchen GmbH. Mit der Investition in die Mühlentechnik sollen wirtschaftliche und qualitative Optimierungen erreicht werden. Weitere Sachinvestitionen wurden in Technik zur Steigerung der Energieeffizienz, in die Rationalisierung zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und in Ersatzinvestitionen zur kontinuierlichen Optimierung der Qualitäten gesteckt.

Die Sachinvestitionsausgaben für 2018 betragen 4,2 Millionen Euro. Mit 20 000 Quadratmeter Gewerbeflächenkauf an der Autobahn-2-Auffahrt Gütersloh sichert sich Mestemacher nach erfolgreichem Kaufabschluss den Neubau eines Logistikzentrums.

Die seit dem Jahr 2002 durch Unternehmenskauf zum Familienunternehmen Mestemacher-Gruppe gehörende Aerzener Brot und Kuchen GmbH ist spezialisiert auf die Herstellung von Kuchenschnitten, die tiefgekühlt an den deutschen Lebensmittel-Einzelhandel und Großverbraucher ausgeliefert werden sowie auf die Produktion von Vollkornbrotspezialitäten mit ungeöffnet langer Frische bis zu sechs Monate Mindesthaltbarkeitsdatum. Sachinvestitionen in Aerzen sollen dazu beitragen, Qualitäten zu produzieren, die im harten Wettbewerb mithalten können und die durch Rationalisierungseffekte Preissteigerungen im Rohstoffbereich abfedern helfen. 2017 sind die Rohstoffkosten für die Tiefkühl-Kuchenproduktion gestiegen für Butter, Sahne, Kirschen und Eier. 2018 deutet sich zumindest bei den Butter- und Sahnepreisen Entspannung an. Eierpreise werden aber wegen der Nachwirkungen des Fipronil-Skandals knapp im Angebot und hoch im Preis sein.

2017 konnte der Neubau der hochmodernen Mühlentechnik abgeschlossen werden. Brotroggen wird ab 2018 im Mühlenbereich gelagert, gereinigt, gefördert und vermahlen, um dann just in time verbacken zu werden. Nährstoffe bleiben besser im Brot erhalten. Alle Mestemacher- Betriebe sind mit der Inbetriebnahme der Mühlentechnik in Aerzen auch Mühlenbetriebe. Bereits 2016 kaufte die Familiengesellschaft 14 000 Quadratmeter angrenzende Gewerbefläche in Aerzen, um den Betrieb bei Bedarf erweitern zu können.

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