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Interessengemeinschaft fordert mehr Sicherheit / Landkreis sieht keine Gefahr für die Allgemeinheit

Brandruine – „ein Risiko für Leib und Leben“

Groß Berkel (cb). Die Brandruine mitten im Altdorf ist vielen Einwohnern ein Dorn im Auge. „Ein Schandfleck“, sagt Ortsbürgermeisterin Renate Oetzmann. Das Haus, das im März ein Raub der Flammen wurde, liegt in bester Lage nahe der Kirche. Renate Oetzmann (SPD) berichtet von den vielen Gottesdienstbesuchern gerade erst am Erntedanksonntag, die sich über den Anblick aufgeregt haben. „Da muss was passieren“, sagt sie. Bedrohlich hingegen empfinden die unmittelbaren Nachbarn die Situation. „Die Brandruine stellt ein erhebliches Risiko für Leib und Leben dar“, meinen die Anwohner, die sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben. Sie haben in einem ausführlichen Schreiben an den Landkreis und die Gemeinde gefordert, die Bürger „vor Gefahren zu schützen“.

veröffentlicht am 05.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 01:21 Uhr

Im März brannte das Gebäude im Altdorf von Groß Berkel aus und i
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Rund 15 Groß Berkeler zählen sich zu der Initiative. „Wir werden dafür kämpfen, dass etwas passiert“, sagt Dr. Tanja Weiß, die dort eine Praxis hat und ebenso wie ein Apotheker, eine Firma und weitere Nachbarn endlich weitere Taten sehen will. Seit dem Brand habe sich abgesehen vom Rückbau des Firstes und Abbruch des Schornsteins nichts weiter an dem Gebäude in der Straße „An der Kirche“ getan. Das Haus, das im März kommenden Jahres zum symbolischen Preis von einem Euro zwangsversteigert werden soll, sei „durch Witterungseinflüsse immer mehr verfallen“, schreiben sie. Ihre Sorgen: Bei stärkerem Wind könnten die losen Dachpfannen herabstürzen, die Haustür sei nicht ausreichend gesichert, so dass Kinder und Jugendliche dort eindringen und zu Schaden kommen könnten. Außerdem befürchten sie, dass von Ratten und anderem Getier auf dem Grundstück eine Gesundheitsgefahr ausgehen könnte. Die Zwergengasse dürfe nicht gesperrt, sondern ein Gerüst mit Netz müsse die Fußgänger schützen. Vor allem müsse schnell etwas passieren.

Der Ortsrat hatte sich schon kurz nach dem Brand mit der Ruine befasst. Vor allem Friedel-Curt Redeker (CDU) setzte sich frühzeitig dafür ein, eventuell dort Parkplätze zu schaffen. Auch im Rathaus machte er sich dafür stark, mögliche Investoren zu unterstützen. Die Ruine dürfe kein Dauerzustand werden – sie befinde sich zentral in Groß Berkel und damit in „einem sensiblen Bereich“, so Redeker.

Was das Thema Sicherheit anbelangt, sieht Bürgermeister Bernhard Wagner zunächst den Landkreis als Bauaufsicht in der Pflicht. Die Gemeinde selbst werde – trotz des geringen Preises – das Gelände mit der Ruine nicht kaufen. „Das ist der Stand heute“, schränkt Wagner vorsichtig ein. Es gebe keine Möglichkeiten, das Areal im Zuge des aktuell laufenden Dorferneuerungsprogrammes aufzunehmen. Allerdings habe die Verwaltung den politischen Auftrag, mögliche Investoren zu unterstützen. Das könne beispielsweise dadurch geschehen, dass die Gemeinde ein Gutachten zu Lasten oder anderen Belastungen des Grundstücks in Auftrag gebe, erläutert der Bürgermeister.

Was zumindest das Thema Sicherheit betrifft, weist der Landkreis als Bauaufsicht die Vorwürfe aus der Nachbarschaft zurück. „Aktuell sind die Gebäude so weit standsicher, dass keine Materialien in den Straßenraum fallen können und von der Ruine somit keine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht“, teilte Landkreis-Sprecherin Anja Hegener gestern mit. Chronologisch listet sie auf, dass mehrfach in den vergangenen Monaten die notwendigen Schritte veranlasst worden seien, wobei der Eigentümer den Verfügungen stets nachgekommen sei. Nach dem Schreiben der Interessengemeinschaft sei außerdem in die Wege geleitet worden, dass die Haustür und die erneut offene Garage wieder gesichert würden. Anja Hegener kündigt an, dass die Bauaufsicht in den nächsten Tagen zum Thema Brandruine auf die Interessengemeinschaft zugehen werde.



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