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Jagdhornbläsergruppe Hameln-Pyrmont zählt seit mehr als 50 Jahren zu den besten Deutschlands

Börry bläst anderen Musikgruppen den Marsch

Börry. Es ist Sommer. In Springe finden am Jagdschloss die Niedersächsischen Landesmeisterschaften im Jagdhornblasen statt, die bei entsprechender Platzierung zur Teilnahme im nächsten Jahr im Juni bei den Deutschen Meisterschaften in Kranichstein berechtigen. Voller Zuversicht tritt auch die Jagdhornbläsergruppe Hameln-Pyrmont an und die Konkurrenz „zittert“, hat doch die Gruppe aus Börry unter der Leitung von Friedhelm Blickwedel seit ihrer Gründung vor über einem halben Jahrhundert 25 Landesmeister- und acht Landesvizemeistertitel sowie 17 Deutsche Meister- und vier Deutsche Vizemeistertitel in der Tasche.

veröffentlicht am 21.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:21 Uhr

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Autor:

Heiko Gropp
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Das „Zittern“ der anderen Jagdhornbläser aus ganz Niedersachsen ist berechtigt: die Weserbergländer werden Landesmeister 2012. Wieder ist bewiesen, dass diese Jagdhornbläsergruppe mit ihren 35 aktiven Damen und Herren im Alter von 13 bis 83 Jahren eine ganz besondere Stellung unter den Jagdhornbläsern einnimmt.

„Wir wollen uns nicht selbst beweihräuchern, obwohl wir wissen, dass wir gut sind“, sagt Oskar Müller beim Übungsabend im Gasthaus Zeddies in Börry. Die Musik mache eben Spaß und sie seien eine gute Gemeinschaft. Den größten Anteil und Verdienst an diesem Erfolg der Gruppe habe Friedhelm Blickwedel, der sie seit 1991 als Leiter führe und trainiere. „Wenn eine andere Gruppe ihn als Leiter hätte, würde die mit Sicherheit die Beste sein und nicht wir“, so Müller. Bescheiden winkt Blickwedel ab. Alle hätten gleichen Anteil an dem Erfolg. Zusammen hätten sie sich zu einer festen Gemeinschaft entwickelt, seien begeisterte Amateurjagdhornbläser, im Besonderen geprägt durch Kameradschaft, Toleranz, Harmonie zwischen Jung und Alt und einer besonderen Leistungsbereitschaft und dem Willen zu musikalisch anspruchsvollem Jagdhornblasen.

Das weiche Klangbild der Hörner der Gruppe sei zu einem unverwechselbaren Markenzeichen und Erfolgsgeheimnis geworden. „Die Anerkennung, die uns entgegengebracht wird, ist nicht nur Ausdruck der ungewöhnlichen Erfolge. Sie ist uns auch immer wieder Ansporn, jagdliche Tradition durch die Jagdmusik zu pflegen und weiterhin erfolgreich zu sein.“ Das bestätigt auch der Kreisjägermeister Jürgen Ziegler: „Wir pflegen eines der ursprünglichsten Kulturgüter, die wir haben. Das zeigen uns immer wieder die Hubertusmesse und andere Veranstaltungen, in denen wir den Menschen die Jagd nahebringen können.“ Zum Jagdhornblasen gehöre nicht zwingend der Jagdschein, wie auch die Jagdhornbläsergruppe selbst beweist: nur die Hälfte seien Jäger.

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Nun sei es aber des Redens genug, meint Blickwedel. Die Landesmeisterschaften seien vorbei, und nach der Meisterschaft sei vor der Meisterschaft – „und das heißt: die Deutsche“. 46 jagdliche Signale und 30 Märsche mit einer Spiellänge von bis zu drei Minuten müssten bis zum Juni nächsten Jahres sitzen. Was aber dann schließlich in der Deutschen Meisterschaft zu spielen sei, wisse auch er nicht.

Erst kurz vor dem Wettbewerb würden die fünf Signalgruppen ausgelost. Also heiße es, üben, üben und nochmals üben und das jede Woche einmal. Mit dabei ist seit vier Jahren auch der 13 Jahre alte Maik Schönemann, betreut von Inge Sporleder und Rosemarie Marin. Warum er mitmacht und nicht wie die anderen Altersgenossen vor dem PC oder der Spiele-Konsole sitzt? Wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort: „Das Gewinnen bei den Wettbewerben ist so toll. Das mit dem PC kriege ich nebenher noch hin.“ Gelächter erhebt sich im Raum. „Das war ehrlich“, so Blickwedel lächelnd, dann aber ernst: „Einige wissen gar nicht, wie sich das anfühlt, wenn man einmal nicht Erster ist. Obwohl, ein zweiter, dritter oder auch ein vierter Platz unter mindestens 60 Gruppen bei diesen Wettbewerben ist doch gar nicht schlecht.“ Dann geht die Probe los in der A-Klasse mit dem „kleinen“ Fürst-Pless-Horn und in der Klasse G gemeinsam mit dem großen Parforce-Horn. Mit lediglich fünf Naturtönen, hervorgerufen über das Mundstück durch das mehr oder weniger Zusammenpressen der Lippen und dem Druck gegen das Mundstück, ertönen nun die Signale. Es klingt schon jetzt toll für den Laien und noch draußen auf der Straße ist sie zu hören: die beste Jagdhornbläsergruppe aus ganz Deutschland.

Das weiche Klangbild des Blasens der kleinen Fürst-Pless-Hörner und der großen Parforce-Hörner ist das Markenzeichen und Erfolgsgeheimnis der Jagdhornbläsergruppe Hameln-Pyrmont.

Fotos: gro

Maik Schönemann (v. re.) ist der Jüngste und übt unter der Betreuung von Rosemarie Marin und Inge Sporleder für den großen Tag, denn „das Gewinnen ist so toll“.

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