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Brunnen Hagenohsen könnte aufgegeben werden / Manfred Wesemann kritisiert Überlegungen der Gemeinde

Bleibt gutes Trinkwasser im Boden?

EMMERTHAL. Kann es beim Lebensmittel Nummer eins nur um Kosten gehen? Den ersten Politikern kamen zumindest Zweifel, ob der Brunnen in Hagenohsen aufgegeben werden soll, um die Einwohner dort mit Trinkwasser aus Kirchohsen zu versorgen. Zuvor hatte Manfred Wesemann als Verbraucher die Pläne der Gemeinde kritisiert.

veröffentlicht am 26.10.2017 um 13:04 Uhr

Noch wird Hagenohsen aus einem eigenen Brunnen versorgt. Geprüft wird die Idee, das Trinkwasser aus Kirchohsen auf die andere Weserseite zu transportieren. Foto: dpa
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Es hieß immer, das Wasser aus Hagenohsen habe die beste Qualität“, wunderte er sich in dem zuständigen Fachausschuss in der Einwohnerfragestunde. Nun solle es aus Kirchohsen kommen – die Qualität des Wassers dort sei „nachweislich nicht so gut“, sagte Wesemann aus Hagenohsen.

Der zuständige Fachbereichsleiter Uwe Dreyer wollte zwar die Bedenken zerstreuen, da aus beiden Brunnen die Werte der Trinkwasserverordnung eingehalten würden. Letztlich aber sei ein „wesentlicher Beweggrund“ eine höhere Wirtschaftlichkeit, räumte Erster Gemeinderat Elmar Günzel finanzielle Gründe ein. Der Hochbehälter in Hagen-ohsen sei marode, müsse saniert werden. Deshalb würden nun Alternativen beraten. Aus Kostengründen – „auch im Interesse der Gebühren“, sagte Günzel.

Die Überlegungen sind nicht ganz neu, da ein Ingenieurbüro schon vor einigen Jahren Berechnungen vorgestellt hatte. Vier Varianten standen zur Debatte, wobei nur zwei auch aus aktueller Sicht sinnvoll seien, wie das Ingenieurbüro Wiese neue Zahlen vorstellte. Eine Möglichkeit sei, Hochbehälter und Brunnen in Hagenohsen bei Gesamtkosten von 275 000 Euro zu sanieren. Genauso teuer sei es, den Ortsteil mit Wasser aus Kirchohsen zu versorgen. Notwendig dafür seien Transportleitungen unter der Weser hindurch und entsprechende Technik, um den Druck zu erhöhen. Die jährlichen Betriebskosten würden auf Sicht diese Lösung als wirtschaftlichste Variante erscheinen lassen, auch wenn es nur um einige tausend Euro gehe.

Bedenken kamen ausgerechnet bei der CDU auf, die eigentlich einen ausführlichen Forderungskatalog aufgestellt hatte, um die Einwohner nicht mit steigenden Gebühren zu belasten. Der Anschluss der Wasserversorgung von Hagenohsen an Kirchohsen gehörte mit zu den 15 Punkten, die geprüft werden sollten. „Uns will man das Wasser abgraben – und in Hagenohsen ist es vorhanden“, sagte der Kirchohsener Christdemokrat Friedrich-Günther Leppel. Dass der Unterschied nur in der Höhe der Betriebskosten liege, überraschte Rudolf Welzhofer. „Man gibt ja nicht freiwillig einen Brunnen auf“, kündigte der CDU-Fraktionsvorsitzende weitere Beratungen an.

Diese Argumente verwunderten hingegen Ralf-Ulrich Böhm. „Wir feilschen sonst um wenige Euro“, sagte der SPD-Ratsherr. Nun gehe es um 4500 Euro – „das summiert sich über einen längeren Zeitraum“.

Um eine sachliche Grundlage zu bekommen, kündigte Günzel für die nächste Sitzung weitere Details an. Dann sollen auch die Laborwerte für die Trinkwasserqualität von beiden Brunnen in Kirchohsen und Hagenohsen vorliegen.

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