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Emmerthaler Modell soll schulpädagogische Arbeit und frühkindliche Erziehung besser verzahnen

Bildungshaus-Konzept läutet Reform ein

Emmerthal (cb). Die Gemeinde Emmerthal steht vor einer weitreichenden Reform im Bereich der Kindertagesstätten und Grundschulen. Mit dem Projekt Bildungshäuser in Kirchohsen, Börry und Amelgatzen sollen die Einrichtungen in einigen Ortsteilen räumlich unter einem Dach zusammengefasst werden. Bürgermeister Andreas Grossmann spricht von einem „exzellenten Konzept“, das aus der Politik vorgeschlagen worden sei und bereits bei auswärtigen Experten höchstes Lob geerntet habe. Idee sei es, die „schulpädagogische Arbeit und frühkindliche Erziehung noch besser zu verzahnen“, so der Bürgermeister.

veröffentlicht am 30.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 00:21 Uhr

Das Konzept baut auf dem Modellprojekt Brückenjahr auf, bei dem
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Projekt Brückenjahr

weiterentwickeln

Bei dem Konzept Bildungshaus will die Gemeinde im Wesentlichen an das Modellprojekt Brückenjahr der Grundschule Kirchohsen sowie der DRK-Kindertagesstätten „Neue Straße“, „Distelflecken“ und Hämelschenburg anknüpfen. Dabei geht es vor allem darum, dass Pädagogen und Erzieherinnen ein gemeinsames Bildungsverständnis entwickeln, um durch verstärkte Zusammenarbeit den fünf- bis sechsjährigen Kindern aus den Tagesstätten den Übergang in die Schule zu erleichtern. „Das Konzept ist eine Weiterentwicklung dieses Gedankens“, sagt Grossmann. Die Betreuung von unter Dreijährigen in der Krippe bis zum zehnjährigen Schüler erfolge künftig in den einzelnen Entwicklungsschritten unter einem Dach in vertrauter Umgebung durch ein eng zusammenarbeitendes Team aus Pädagogen und Erzieherinnen. Dieser Ansatz werde von Fachleuten befürwortet, weiß Grossmann aus Gesprächen. In der Praxis könnte dies bedeuten, dass es für die Jungen und Mädchen der Tagesstätten und Schule gemeinsame Veranstaltungen wie Leseprojekte, Waldwochen, Feste oder Sportunterricht gibt. Durch die räumliche Nähe könnten Ressourcen wie Materialien, Werkräume, Lernwerkstätten und Forscherlabore gemeinsam genutzt werden. Denkbar sind auch gemeinsame Veranstaltungen wie Elternabende.

Von einem „spannenden und interessanten Projekt“ spricht Bernd Wintzer vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung, bei dem sich die Gemeinde um Fördergelder bemühen will. Es gebe viele Konzepte, bei denen es um inhaltliche Fragen gehe, doch die Gemeinde Emmerthal wolle auch die Strukturen ändern. Ähnliche Modelle gebe es zwar in Baden-Württemberg – dort sollen sich in einigen Orten Grundschulen und Kindergärten zu einem pädagogischen Verbund entwickeln –, in Emmerthal aber gehe das Projekt noch einen Schritt weiter. Wichtig sei es, beim pädagogischen Konzept behutsam vorzugehen, so Wintzer, denn: „Kindergärten ticken anders.“ Auch gelte es, bei den Eltern Überzeugungsarbeit zu leisten, um sie von den Vorteilen zu überzeugen. „Emmerthal ist aber auf einem guten Weg“, sagt Wintzer, der eine wissenschaftliche Begleitung des Projektes durch das Institut ankündigt.

Langfristig Kosten sparen

Für Bürgermeister Grossmann ist das Konzept der Bildungshäuser zudem eine Antwort auf die demografische Entwicklung mit zurückgehenden Schülerzahlen. Laut Verwaltung müssten „streng wirtschaftlich betrachtet“ sogar auf Sicht drei der vier Schulstandorte geschlossen werden. Durch das Bildungshaus-Projekt könnten mit Ausnahme von Grohnde drei Grundschulen erhalten werden. Gleichzeitig könnten zusätzliche Plätze für unter Dreijährige geschaffen werden. Und: Die Gemeinde spart langfristig Kosten. Nicht umsonst kam der Vorschlag für das Bildungshaus-Konzept aus einer Arbeitsgruppe der Ratspolitiker, die sich mit der Etatkonsolidierung befasst und nach Einsparungen in der inzwischen finanzarmen Gemeinde sucht. Laut Bürgermeister könnten dadurch unterm Strich vier Immobilien eingespart und gleichzeitig die gesetzlich vorgeschriebenen Plätze für unter Dreijährige ohne Neubauten geschaffen werden.



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