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Konzept für Emmerthal soll möglichst schnell umgesetzt werden – und den Schulstandort retten / Gemeinsames Fest im August

Bildung und Betreuung aus einem Guss

EMMERTHAL. Rudolf Langer, kommissarischer Leiter der Johann-Comenius-Schule in Emmerthal, ist zuversichtlich: Nach einer Zusammenführung seiner Schule und der Grundschule Kirchohsen werde man auch in Zukunft gute Schülerzahlen haben. Das machte er bei der Vorstellung des bis dato erarbeiteten Konzepts vor dem Schulausschuss des Landkreises Hameln-Pyrmont deutlich. Und: In den Kollegien beider Schulen erachte man „den Bestand kleinerer Sekundarschulen in ländlicher Umgebung und mit persönlicher Atmosphäre als einen wesentlichen Beitrag, um den Problemen im ländlichen Raum zu begegnen“, so Langer in seinem Appell an die Politik: Gemeinsam mit den Kollegien der beiden Schulen solle nach Möglichkeiten gesucht werden, Emmerthal als Sekundar-Schulstandort zu erhalten.

veröffentlicht am 06.06.2016 um 17:49 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:23 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Und damit rannte er bei den Mitgliedern des Kreis-Schulausschusses offene Türen ein. Denn deren übereinstimmende Meinung ist: Für Emmerthal soll das Bildungshauskonzept möglichst schnell umgesetzt werden. Im Bildungshaus sollen Kinder im Alter von einem bis 16 Jahren – sprich von der Kita bis zur Haupt- und Realschule – unter einem Dach betreut und beschult werden. So falle die Entscheidung leichter, auch nach der vierten Klasse in Emmerthal weiter unterrichtet werden, Hinzu kämen Synergie-Effekte.

„Große Synergieeffekte durch die Zusammenarbeit“

In einem Referat vor dem Fachausschuss ging Langer nochmals auf die Vorteile eines „Bildungshauses Emmerthal“ ein: Ziel sei es, Schüler vom frühesten Alter und mit nahtlosen Übergängen an Emmerthal zu binden. Langer sprach von 500 bis 600 Schülern, mit denen es möglich sei, „für Emmerthal eine leistungsfähige Schule zu erhalten.“ Als Synergie-Effekte sieht er die geplanten engen möglichen Kooperationen zwischen Kita, Grundschule sowie Haupt- und Realschule: Es könnte einen Austausch von Lehrkräften geben, eine gemeinsame Nutzung von Fachräumen, gemeinsame Konferenzen, ein gemeinsames Schulleben und Arbeitsgemeinschaften und Klassen- und Schulformen übergreifende Förderkonzepte sowie eine einheitliche Homepage.

In gemeinsamen Planungskonferenzen haben die Pädagogen der beiden noch getrennten Emmerthaler Schulen bereits an einem Zielkonzept der neuen Bildungseinrichtung gearbeitet. Danach soll die Hauptschule eine frühzeitige Berufsorientierung bei hohem Praxisanteil bieten. Die Realschule soll bilingual mit alternativer zweiter Fremdsprache bei Präferenz der dualen Ausbildung ausgerichtet sein. Als Option will man die Möglichkeit zur Weiterbildung an einem Fachgymnasium oder einer Fachoberschule bieten, erklärte Langer.

Dabei soll die neue Konstruktion eine offene Ganztagsschule mit starker Schulsozialarbeit bleiben. Als Europaschule wolle man weiter eine internationale Ausrichtung mit Projektarbeit im europäischen Kontext weiterverfolgen, so die gemeinsame Absichtserklärung der planenden Lehrerkollegien.

Als auch nach Außen sichtbares Zeichen des aufeinander Zugehens kündigte Rudolf Langer ein gemeinsames Schulfest im August an. Bekannt gegeben wurde außerdem, dass sich für die im Oktober ausgeschriebene Stelle der Schulleitung für Johann Comenius Schule ein Bewerber gemeldet hat.

Bei aller Begeisterung für das Bildungshaus in Emmerthal schilderte der kommissarische Leiter der Comenius-Schule dem Fachausschuss aber auch die Probleme, mit denen die geplante Schulzusammenführung derzeit noch belastet ist: Und die sind neben einem knappen Raumangebot geringe Investitionen in die Attraktivität der Johannes-Comenius-Schule und eine schleppende Umsetzung des Konzeptes. Bei dem letzten Punkt hakten die Mitglieder des Kreisschulausschusses ein: Sowohl Heinrich Fockenbrock (FDP) als auch Hans-Ulrich Siegmund (CDU) plädierten dafür, dass die Einrichtung des Bildungshauses „in ein bis zwei Jahren abgeschlossen sein soll. Schließlich seien Mittel für die Planung bereits jeweils in Höhe von 50 000 Euro von Landkreisverwaltung und Gemeinde bereitgestellt worden.

Doch sowohl Kreisrätin Petra Broistedt als auch Karl-Heinz Brandt (SPD) mahnten zur Geduld. Brandt: „Eine Schule ist ein dickes Schiff. Da brauchen Veränderungen Zeit.“ Broistedt: „Man muss bei solchen Veränderungsprozessen schließlich auch die Menschen mitnehmen, die künftig miteinander arbeiten sollen.“ Für die Verwaltung nahm sie aber den Auftrag mit, Überlegungen für einen Bedarfsplan und ein Raumkonzept des Bildungshauses anzustellen.



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