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Großbaustelle Amelgatzen: Autofahrer nutzen Schleichwege durch Wohngebiet - doch damit ist bald Schluss

Bewohner ächzen unter Umleitungs-Verkehr

AMELGATZEN. Schattenseiten einer Großbaustelle: Obwohl großräumige Umleitungsempfehlungen ausgesprochen worden sind, nimmt der Verkehr in Amelgatzen zu. „Inzwischen unerträglich“, sagt Joachim Kurz aus dem Wohngebiet. Unter Pendlern spricht sich immer mehr herum, dass die gesperrte Landesstraße über Schleichwege mitten im Dorf zu umgehen ist, um die zweite Brücke über die Bahngleise zu nutzen.

veröffentlicht am 17.01.2018 um 13:32 Uhr
aktualisiert am 17.01.2018 um 18:30 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Kurz, der als Feuerwehrmann am Wochenende mit für die Sicherheit bei der Brückensprengung sorgte, befürchtet Gefahren vor allem für Kinder und Ältere durch den zunehmenden Verkehr. Nicht nur zu hohe Geschwindigkeiten beklagt der Anwohner des Birkenweges, sondern auch rüpelhaftes Verhalten von einzelnen Autofahrern. Als er bei Rot an der Ampel vor der Brücke gehalten habe, sei er von einem anderen Autofahrer überholt worden, der das Haltesignal einfach ignoriert habe. „Ich bin nicht der Einzige, der solche Sachen beobachtet“, weiß Kurz. Und kritisiert, dass die beteiligten Behörden bei seinen Nachfragen die Verantwortung von einer Stelle zur anderen schieben würden. „Unhaltbare Zustände“, sagt er und befürchtet eine weitere Zunahme des Verkehrs für die bis Jahresende zu erwartenden Bauarbeiten. „Die Aufregung in der Siedlung ist groß.“

Nun scheint eine Lösung in Sicht, nachdem am Mittwoch eine Verkehrsschau vor Ort stattgefunden hat. Einzelheiten wollen die beteiligten Behörden eigentlich erst in Kürze in einer gemeinsamen Erklärung bekanntgeben. So viel steht aber inzwischen fest, wie Landkreis-Sprecherin Sandra Lummitsch für die Straßenverkehrsbehörde bestätigte: Es sei beschlossen worden, die Gemeindestraßen Koppel- und Birkenweg für den Anliegerverkehr zu beschränken. „Die Einhaltung soll durch die Polizei kontrolliert werden“, teilte sie auf Nachfrage weiter mit.

Konsequenz: Dann müssen sich die anderen Verkehrsteilnehmer darauf einstellen, dass die empfohlene Umleitung für sie verbindlich ist. Die Abkürzung ist dann für sie Vergangenheit. Dass Bewegung ins Thema kommt, war seit einigen Tagen absehbar. Ortsbürgermeister Helmut Brinkmann hatte das Gesprächsthema Nummer 1 auf die Tagesordnung der Ortsratssitzung im Februar gesetzt. Sogar Markus Brockmann hatte als Geschäftsbereichsleiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zugesagt, bei der Sitzung Rede und Antwort zu stehen, wie er berichtete. Vor wenigen Tagen meinte er im Vorfeld der Verkehrsbesprechung, dass „ich keine Patentlösung weiß“. Zwar sei seine Behörde nur indirekt für die Umleitungen zuständig, dennoch: Bis zu 2000 Fahrzeuge täglich im Wohngebiet – das sei schon erschreckend.

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Diese Zahl lieferten die Messanlagen der Gemeinde, die besonders dafür gedacht sind, mit einem Smiley auf der Anzeigetafel die Verkehrsteilnehmer auf das Tempo 30 hinzuweisen. Dass dieses Limit oft überschritten wird, dokumentierten die Anlagen ebenfalls.

Eigentlich wollten die Beteiligten sich mit Blick auf die vereinbarte gemeinsame Erklärung zunächst zurückhalten, dennoch gab es positive Bewertungen aus Emmerthal, bald die „Anlieger frei“-Regelung einzuführen. Natürlich hätte er sich gewünscht, die Bewohner aus Welsede und Hanebülten besser bei einer Lösung zu berücksichtigen, sagte der Ortsbürgermeister. „Aber die Sicherheit geht vor“, meinte Brinkmann mit Blick auf Amelgatzens „schwächsten Verkehrsteilnehmer“: die Kinder auf dem Schulweg, aber auch die älteren Bewohner, die zum Friedhof wollten.

Bürgermeister Andreas Grossmann, der über den Landrat zu dem gestrigen Termin gedrängt hatte, sprach von „berechtigtem Ärger“, der in dem Wohngebiet herrsche. Es sei zunächst versucht worden, mit geringeren Mitteln den Verkehr zu beeinflussen – ohne Erfolg. Dabei seien die Umleitungen über den Grohnder oder Grießemer Berg mit einem nur minimal höheren Zeitaufwand möglich. Dass künftig die Einwohner der unmittelbaren Nachbardörfer größere Umwege in Kauf nehmen müssten, da könne er „nur um Gelassenheit werben“. Und: Der Bürgermeister appellierte an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer aus der Region, sich an die Neuregelung zu halten. „Die Straßen könnten auch komplett gesperrt werden“, sagte Grossmann. „Das wäre die nächste Eskalationsstufe.“



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