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Umdenken beim Landkreis: Ende der Diskussionen um Erhalt der Johann-Comenius-Schule in Sicht

Bewegung in der Bildungsdebatte

EMMERTHAL. Das Hickhack um die Zukunft der Johann-Comenius-Schule in Emmerthal könnte bald ein Ende haben – mit einer guten Perspektive. Noch zum Jahreswechsel hatte der Landkreis als Träger seine Haupt- und Realschule erneut infrage gestellt. Dabei hatte die Behörde die dringend notwendigen Bauarbeiten auf das Jahr 2024 vertagt, sofern dann ausreichende Schülerzahlen diese rechtfertigen würden. Nun befasst sich die Kreispolitik mit einem Vorschlag, einen gemeinsamen Neubau zusammen mit der Kirchohsener Grundschule vorzuziehen.

veröffentlicht am 10.09.2018 um 16:46 Uhr
aktualisiert am 10.09.2018 um 21:50 Uhr

Neubau statt Sanierung – und das eventuell ab 2020: Der Kreis legt einen neuen Vorschlag zur Johann-Comenius-Schule vor. Foto: Dana
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Sehr angetan“ von der Wende zeigt sich Bürgermeister Andreas Grossmann (SPD), der nun auf politische Mehrheiten auf Kreisebene hofft. „Damit wäre der Schulstandort auf Jahrzehnte gesichert und gestärkt.“

Damit kommt wieder Bewegung in das Thema, über das in dieser Woche die Kreistagspolitiker beraten und eventuell noch in diesem Monat beschließen. Noch längst nicht alles in – politisch – trockenen Tüchern sehen es die beiden Emmerthaler Kreistagspolitiker Ruth Leunig (SPD) und Rolf Keller (CDU), die allerdings beide für die Johann-Comenius-Schule werben. „Hervorragend“, meint Leunig über den Kompromiss aus dem Kreishaus, der Planungssicherheit für alle Beteiligten in Emmerthal bedeute und „ein klares Signal an die Eltern ist“. Um die Zukunft der Schule zu sichern, sei in der Gemeinde „parteiübergreifend gekämpft worden“, sagt Keller. „Auch um einen gewissen Druck auf den Landkreis auszuüben.“ Ihm sei es nun wichtig, den Begriff eines zeitnahen Baubeginns zu konkretisieren und das Bildungshauskonzept einzubeziehen. Der nun vorgelegte Kompromiss bedeutet laut Keller mit Blick auf die Emmerthaler Schule einen wichtigen Fortschritt.

Dass die anderen Kreispolitiker allerdings mehr Beratungsbedarf sehen werden, liegt in einem anderen Punkt begründet, über den die Dewezet gestern berichtete. Die Johann-Comenius-Schule gilt als Teil einer Paketlösung, um mit einem Kompromiss auch die strittige Frage eines Totalunternehmers für die Planung und den Bau der Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln zu klären.

Bekanntlich herrscht bei der Johann-Comenius-Schule ein erheblicher Sanierungsstau – einige Räume sind nicht mehr zu nutzen. Die benachbarte Grundschule in Trägerschaft der Gemeinde muss ebenfalls saniert werden. Ende 2017 stellte das Fachbüro Sikma für den Landkreis eine Studie vor, nach der ein Neubau günstiger sei – auch mit Blick auf ein gemeinsames Gebäude, in dem die Grundschule untergebracht sein könnte. Einbezogen in die Planungen war ursprünglich das Bildungszentrum für Pflegeberufe Weserbergland gGmbH mit Sitz in Hameln, in das vor einigen Jahren die Emmerthaler Altenpflegeschule aufgegangen ist. Allerdings haben dessen Verantwortliche diese Option inzwischen verworfen – die Kosten seien für sie zu hoch, begründet die Gesellschaft.

Laut dem jüngsten Vorschlag des Landkreises soll die Johann-Comenius-Schule nun „zeitnah“ neu gebaut werden, wobei eine gemeinsame Planung mit der Gemeinde Emmerthal für die Integration des Grundschulbereiches in den Baukörper anzustreben sei. Baubeginn für das Projekt mit 16 Millionen Euro Kosten – hinzu kommen die Ausgaben der Gemeinde – sei frühestens 2020. „Obwohl die perspektivische Entwicklung der Schülerzahlen in Emmerthal von der Verwaltung als durchaus problematisch beurteilt wurde“, wie die Kreisbehörde in Erinnerung ruft, könnte mit dem Beschluss die politische Diskussion um die Haupt- und Realschule beendet werden.

Bürgermeister Grossmann erinnert daran, wegen der Planungen für die Grundschule, aber auch wegen der Zukunft des Bildungsstandortes frühzeitig bei den Überlegungen der Landkreisverwaltung mit eingebunden gewesen zu sein. Grossmann: „Ich bin froh, dass der Landkreis nun diesen Weg einschlagen möchte.“



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