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Warum Eleonore Heinz für wilden Thymian und Mariendisteln wirbt

Besonderes Refugium der Natur

Reher (red). Unkraut am Wegesrand? Von wegen. Eleonore Heinz aus Reher gerät fast ins Schwärmen, wenn sie von der Mariendistel spricht. „Eine königliche Erscheinung“, sagt die 73-Jährige – und bedauert, dass das Wissen um die Bedeutung vieler Pflanzen verloren gegangen ist. Für sie ist das Areal, das sie in ihrem Dorf beschreibt, ein Refugium: der wilde Thymian, der wilde Frauenmantel und eben die Mariendistel, deren Samen eine Heilwirkung nachgesagt wird. „Vor fast fünf Jahren fügte es sich, dass ich nun wieder an den Orten meiner Jugend lebe und mich an vieles dieser Zeit erinnere“, erzählt die frühere Lehrerin, die in Reher aufgewachsen ist und später in Rumbeck wohnte. „So auch daran, dass man im Feld wilden Thymian pflücken kann – auch heute noch – und früher Mariendisteln auf den Magerböden wuchsen, deren Samen ich heute für viel Geld im Reformhaus kaufe, um etwas Gutes für mich zu haben.“

veröffentlicht am 19.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 09:41 Uhr

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Doch: 500 Gramm Mariendistelsamen – sie sollen bei Leberbeschwerden eine positive Wirkung zeigen – sind auch für Eleonore Heinz, die sich nach der Pensionierung zur Ayurveda-Therapeutin ausbilden ließ, zu viel. „Also beschloss ich, der Natur vielleicht ein bisschen unter die Arme zu greifen, wenn sie es denn zulässt und wieder seltene Disteln bei uns wachsen lässt“, erzählt die Seniorin, die schon als Kind mit Schere und Vergrößerungsglas Pflanzen als Steckenpferd entdeckte. Erst wurden ihre Hoffnungen getrübt, doch dann wuchsen die Jungpflanzen. Die größte Pflanze hatte im November einen Durchmesser von 50 bis 60 Zentimetern. „Diese Pflanze habe ich nun mit Argusaugen und Fotoapparat begleitet“, sagt sie. Die Pflanze hatte anfangs 23 Knospen – jetzt sind sie kaum noch zu zählen. Ihre Philosophie „Wir sind nicht aus dem Paradies vertrieben worden – wir sind selbst davongelaufen“ wird sie nicht allen vermitteln können, wie sie selbst weiß. „Aber das Bewusstsein für die Pflanzen sollte schon wieder wachsen.“

Das Wissen um die Bedeutung vieler Pflanzen ist bei den Menschen verloren gegangen, wie Eleonore Heinz bedauert. Sie verweist darauf, dass der Mariendistel eine Heilwirkung nachgesagt wird.

Foto: wfx

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