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Personalabbau in der Polizeiwache: Kriminaldirektor Leopold verteidigt Pläne – doch Politiker bleiben besorgt

„Bekommen kein Sicherheitsdefizit“

Emmerthal. Die Einwohner in Emmerthal sind besorgt um ihre Sicherheit: Bald soll das Personal der Polizeistation von fünf auf drei Beamte reduziert werden. „Eine falsche Entscheidung zulasten der Sicherheit“, heißt es aus der Politik. Kriminaldirektor Ralf Leopold hingegen beruhigt: „Ich bin überzeugt, dass wir hier kein Sicherheitsdefizit bekommen.“

veröffentlicht am 15.04.2016 um 15:39 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Das Thema Sicherheit bewegt die Menschen – umso mehr, wenn künftig weniger Polizisten vor Ort sein sollen in Emmerthal. „Besonders die Älteren machen sich Sorgen“, sagte Seniorenrats-Vorsitzende Marlis Warnke zu Kriminaldirektor Ralf Leopold. Der Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden nahm Stellung zu den Plänen, Personal und damit Dienstzeiten in der Gemeinde abzubauen – und verteidigte die Pläne im zuständigen politischen Fachausschuss. Dessen Vorsitzender Rolf Keller (CDU) erinnerte an die vom Ortsrat Börry einstimmig verabschiedete Resolution, dass die bisherige Personalstärke in Emmerthal erhalten werden müsse. Er sei anschließend von vielen Einwohnern angesprochen worden, dass das Land seine Pläne ändern müsse, sagte Keller. Sicherheit oder gefühlte Sicherheit – für Kriminaldirektor Leopold war die Sache aber klar, wie er unter Berufung auf Statistiken zu den Straftaten meinte. Emmerthal sei im Bereich der Polizeiinspektion „die sicherste Kommune“. Das habe mit zu der Entscheidung geführt, die Zahl der Beamten von fünf auf künftig drei zu reduzieren, um anderswo die Präsenz zu stärken. Leopold: „Ich bin überzeugt, dass wir hier kein Sicherheitsdefizit bekommen.“

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern sei in Niedersachsen kein Personal im Bereich der Polizei abgebaut, wohl aber zentralisiert worden. Herausforderungen wie Zuwanderung, Abschiebung, Terrorismus und Internetkriminalität hätten zu den Überlegungen geführt, die Arbeit neu zu strukturieren. Die Dienststellen sollten am Bedarf ausgerichtet werden, wo sich Brennpunkte entwickelt hätten. Während es in Emmerthal relativ sicher sei, nannte Leopold Hildesheim mit den zunehmenden Islamisten-Problemen als Gegenbeispiel. „Wir wollen in allen Kommunen gleichmäßige Sicherheit erreichen“, sagte er.

Bislang sei die Emmerthaler Polizeistation von 7 bis 20 Uhr besetzt. Künftig werde sie von 7 bis 15.30 Uhr, an zwei Tagen wöchentlich in Absprache mit dem Rathaus bis 18 Uhr geöffnet. Wenn nach dieser Zeit der Notruf 110 gewählt werde, passiere das, was vorher auch nach 20 Uhr geschehen sei. Die Leitstelle schicke das am schnellsten verfügbare Einsatzfahrzeug, sagte Leopold. Da künftig die Polizeiwache Bodenwerder rund um die Uhr besetzt sei, könnten einige Dörfer etwa im Ilsetal sogar schneller erreicht werden. Auch Hauptkommissar Ralf Budde, Leiter der Polizeistation Emmerthal, verteidigte das Modell. Die Kollegen hätten bereits beraten, wie sie flexibel reagieren könnten und auch künftig Veranstaltungen in der Gemeinde begleiteten.

Die Kommunalpolitiker, besonders von CDU und FWE, sehen die Pläne weiter kritisch. Die Resolution des Ortsrates Börry (die Pläne wären danach „eine falsche Entscheidung zulasten der Sicherheit der Bevölkerung in allen Dörfern der Gemeinde Emmerthal“) wurde allerdings vertagt. Nicht alle Formulierungen wollten SPD und Grüne mittragen, dennoch war es allgemeines Ziel, mit einer Stimme zu sprechen. Bis zur Ratssitzung im Juni wollen sich Vertreter beider politischen Gruppierungen auf einen gemeinsamen Wortlaut einigen.

Ein Video zum Thema finden Sie unter: dewezet.de

Sie halten Emmerthal mit Blick auf die Straftatenstatistik für die sicherste Gemeinde im Bereich der Polizeiinspektion: Kriminaldirektor Ralf Leopold, Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden (li), und Hauptkommissar Ralf Budde als Leiter der Emmerthaler Polizeistation.

Foto: cb



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