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Hühnerhaltung mit viel Liebe

Beim Picken tönt das Xylophon

HAJEN. Wenn Lisa Flöter vom Hajer Hühnerhof von ihren Mädels spricht, dann leuchten ihre Augen. Und wenn ihre 117 Legehennen sie auf der großen Wiese hinter dem Bauernhof an der Hajener Thingstraße erblicken, dann versteht man, dass diese Sympathie auf Gegenseitigkeit beruht.

veröffentlicht am 29.08.2017 um 12:13 Uhr
aktualisiert am 29.08.2017 um 12:50 Uhr

Lisa Flöter beim Füttern ihrer „Mädels“. Weit über 100 Legehennen leben in Mobilstallhaltung das ganze Jahr an der frischen Luft. Foto: ag
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Andrea Gerstenberger Reporterin
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Sie haben es aber auch gut, die Mädels. In Mobilstallhaltung leben sie das ganze Jahr draußen und ihr Stall folgt ihnen von Weide zu Weide. Frisches Gras den ganzen Tag und viel Auslauf sorgen für gesunde Hühner und dunkelgelbe Eidotter. „Bei uns wird kein Karotin zugefüttert“, erklärt die Agrarbetriebswirtin, die sich auf die Kontrolle und Zertifizierung von biologisch arbeitenden Hühnerbetrieben spezialisiert hat und die selbst viele Jahre als Betriebsleiterin die Verantwortung für tausende von Bio-Legehennen hatte.

Lisa Flöter weiß also wovon sie spricht, wenn sie erläutert, wie wichtig Bewegung und Beschäftigung sowie eine ausgewogene Ernährung für ihre Tiere sind. Da werden Weizenkörner schon mal in durchlöcherte Wasserflaschen gefüllt oder ganze Weizenähren in Garben auf die Wiese gestellt. Im Winter stehen neben Heu dann auch Rote Beete, Möhren und Äpfel auf dem Speiseplan. „Aber da sind sie echt verwöhnt. Die Äpfel muss ich einmal durchschneiden, dann sind sie ganz wild drauf“, erzählt Lisa Flöter.

Als vor ein paar Monaten zeitweise Stallpflicht in Niedersachsen herrschte und die Hennen in der großen Scheune lebten, spendierte die „Hühnermutter“ sogar ein Xylophon, auf dem die Hennen durch Picken spielen konnten. „Sie sind ganz stark auf Rot und Orange fixiert. Das klang dann etwas eintönig“, sagt ihr Mann Jobst und schmunzelt.

Die Hennen danken es durch fleißiges Eierlegen. Rund 106 Eier pro Tag, also fast ein Ei pro Henne ist die Ausbeute, wenn Jobst Flöter die Legenester im mobilen Stall leert. Im November sind die Hennen mit 17 Wochen eingezogen und schon zu Weihnachten waren sie in Höchstform, was Größe und Anzahl der Eier angeht. Hin und wieder muss Lisa Flöter sich auf dem Wochenmarkt rechtfertigen, warum ihre Eier 35 Cent das Stück kosten. „Die Mobilstallhaltung ist die teuerste Art Hühner zu halten. Für mich ist es aber eine Herzenssache.“ Sie schätzt, dass es sechs bis sieben Jahre dauern wird, bis sich der teure Mobilstall amortisiert hat. Und so bleibt die kleine Hühnerhaltung auf dem Hof, den sie und ihr Mann gekauft haben und gerade das Wohnhaus umbauen, um dort einziehen zu können, ein Hobby.

Jobst Flöter arbeitet auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Nachbardorf und zusammen freuen sie sich darauf, im Dezember Eltern zu werden. Bis dahin soll der private Nestbau abgeschlossen sein. Zu kaufen gibt es die Freilandeier aber jetzt schon direkt ab Hof aus einem Automaten. Er hält die Eier im Sommer und Winter auf konstante Temperatur und hat 24 Stunden geöffnet. Das Geschäft läuft gut. So gut, dass im Moment keine Eier übrig bleiben, um sie wie gewohnt auf dem Hamelner Wochenmarkt zu verkaufen. „Seit dem Fipronil-Skandal ist die Nachfrage doppelt so groß wie vorher. Das schaffen unsere Hennen natürlich nicht.“

Bleibt noch die Frage, warum Hajer Hühnerhof und nicht Hajener Hühnerhof. Lisa Flöter lacht: „Das fragt jeder Zweite. Die Leute machen sich also Gedanken und so merken sie sich uns. Aber eigentlich ist es viel einfacher. Mit dem Begriff Hajener verbinden viele den Betrieb Hajener Landbrot.“ Und die Bäckerei von Wilhelm-Hauke Bente liegt direkt gegenüber vom Hof der Eheleute Flöter.



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