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Umfangreiches Warnsystem schützt Arbeiter / Erneuerung des Schienennetzes im Bereich Emmerthal

Beim Gleisbau steht die Sicherheit ganz oben

Emmerthal (ubo). Die Sirenen hupen, die aufgesteckten Leuchten blitzen. Rund alle 25 Meter stehen die Warneinrichtungen entlang der elf Kilometer langen Strecke Emmerthal – Bad Pyrmont, die nach und nach alle hupen und blitzen. Sie kündigen die herannahenden Züge an. Nach kurzer Zeit rauscht auf dem Nebengleis die S-Bahn mit 70 Stundenkilometern vorbei. Die Arbeiter schweißen oder baggern währenddessen unbeeindruckt weiter.

veröffentlicht am 19.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:41 Uhr

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Derzeit ist die Strecke Emmerthal – Bad Pyrmont nur eingleisig befahrbar. „Der Güterverkehr ist eingeschränkt, der Personenverkehr hat minimale Verspätungen“, räumt der Bezirksleiter Oberbau der Deutschen Bahn AG, Helge Hamann, ein. Seit Ende September sind die Bahn und selbstständige Firmen dabei, ein Gleis der Strecke zu erneuern. „Nach rund 30 000 Lasttonnen pro Tag und 120 Kilometer in der Stunde sind die Gleise nach rund 30 Jahren so abgenutzt, dass sie erneuert werden müssen“, führt Hamann aus.

Vor der Erneuerung sind sehr umfangreiche Planungen nötig, die rund fünf Jahre im Voraus und zwei Jahre akut umfassen. Nachdem der alte Schotter gereinigt und wieder eingelegt worden ist, legen die Arbeiter die 120 Meter langen Neuschienen an die alten Gleise. Anschließend setzt die Arbeit des Gleisumbauzuges ein. Der rund 600 Meter lange Zug nimmt die alten Gleise auf, füllt Schotter auf und verdichtet ihn und legt die neuen Schienen. 22 Mann bedienen den Zug, der mit Materialwaggons und Portalkränen ausgestattet ist.

„Nachdem der Zug die neuen Betonschwellen und Schienen gelegt hat, geht die eigentliche Arbeit erst los. Die neuen Gleise müssen auf den Millimeter genau liegen. Der Stopfexpress darf die neu gelegten Gleise beim ersten Durchlauf rund 60 Millimeter, beim zweiten 25 und beim dritten Durchlauf 15 Millimeter verrücken, den Schotter unterstopfen und verdichten“, erklärt Helge Hamann und zeigt die Protokolle, die der computergestützte Stopfexpress ausdruckt.

Mit einem Spezialverfahren schweißen Michael Janzen, Armin Meyer
  • Mit einem Spezialverfahren schweißen Michael Janzen, Armin Meyer, Frederik Ungereit und Christian Gutzeit die Gleise.
Computergestützte Gleisbautechnik: Frank Förster steuert die Sto
  • Computergestützte Gleisbautechnik: Frank Förster steuert die Stopfmaschine.

Lärm nervt

die Anwohner

Wenn die Gleise genau liegen, schweißen Arbeiter die Schienen im „Aluminium-Explosions-Verfahren“ zusammen, die zuvor auf 23 und 26 Grad Celsius erwärmt werden müssen. Im Anschluss werden die Schienen mit dem Schleifzug exakt abgeschliffen. Ausdrucke protokollieren den genauen Verlauf der Gleise, die nur innerhalb bestimmter Grenzen liegen dürfen. Danach legt Peter Neumann, der ebenfalls die Gleisbauarbeiten überwacht, die Kilometerfreigabe 80 oder 120 fest. „Ebenso werden die Gleiseinrichtungen wie Signale, Achszähler und Entwässerung, eingebaut, instandgesetzt und geprüft“, führt der Bezirksleiter weiter aus.

Die Arbeiten am neuen Gleis treffen nicht überall auf Verständnis. Das Haus von Anna und Gerhard Stenzel in Welsede liegt direkt an den Gleisen. Durch die Gleisbauarbeiten laufen die Maschinen und Warneinrichtungen rund um die Uhr. Harsche Kritik äußert Gerhard Stenzel unter Hinweis auf die hupenden und blinkenden Warneinrichtungen, die die gesamte Nacht vor den Zügen warnen und ihn um den Schlaf bringen. An Ruhe ist derzeit nur selten zu denken, wie sie kritisieren.

Helge Hamann erläutert aber, dass die Warneinrichtungen zum Schutz der Arbeiter vom Gesetzgeber und der Berufsgenossenschaft genau vorgeschrieben sind. „Wir haben einen festen Termin, zu dem wir mit der Erneuerung fertig sein müssen“, zeigt Hamann den engen Zeitplan auf.

Zu der vorgebrachten Kritik der zum Teil zugeparkten Parkplätze und versperrten Zufahrtswege, entgegnet der Bezirksleiter: „Das liegt im Zuständigkeitsbereich der Firmen und wie sie ihre Fahrzeuge parken.“

Bis zum 25. Oktober um 8 Uhr müssen die Arbeiter das neue Gleis geräumt haben. An diesem Tag wird der erste Zug über den neuen Schienenstrang rollen. „Dann hat man rund 30 Jahre Ruhe. Für 2014/2015 ist die Erneuerung des anderen Gleises vorgesehen“, blickt Helge Hamann in die Zukunft.

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