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Gutachten: Gemeinde muss in den nächsten zehn Jahren 4,8 Millionen Euro investieren

Bei den Straßen droht eine Kostenlawine

Emmerthal (gm). Dass dringend der schlechte Zustand der Straßen verbessert werden muss, das ist allen klar – doch nun haben es die Politiker schwarz auf weiß. Die Gemeinde Emmerthal müsste Jahr für Jahr fast 500 000 Euro investieren, um ihre Straßen zu sanieren und zu erhalten. Ein Fachbüro aus Hannover hat es genau ausgerechnet, nachdem sie das 115 Kilometer lange Straßennetz unter die Lupe genommen hatte. Kosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro hat das Büro für das nächste Jahrzehnt kalkuliert – Geld, dass die finanzschwache Gemeinde natürlich nicht hat. In der Politik gibt es bereits erste Rufe nach Steuererhöhungen.

veröffentlicht am 03.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:21 Uhr

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Die Gesellschaft für Straßenanalyse (GSA) aus Hannover hat im vergangenen Jahr sämtliche Flächendaten des gesamten Straßennetzes der Gemeinde erfasst, berücksichtigte Längen und Breiten von Fahrbahnen und Nebenanlagen ebenso wie den Zustand. Laut Diplom-Ingenieur Jörg Olsen von der GSA umfasst das 115 Kilometer lange Straßennetz insgesamt eine Fläche von 553 000 Quadratmetern. Was die Politik erschreckt: Auf einer Gesamtstrecke von zusammengerechnet 27 Kilometern und damit über einem Viertel des Straßennetzes ist der optimale Eingreifzeitpunkt überschritten, um den Zustand zu verbessern. „Das bedeutet, dass an diesen Stellen die Gefahr besteht, dass eine Unterhaltung langfristig wesentlich teurer wird und entsprechende Vermögenswerte vernichtet werden“, informierte Olsen. „Unsere Aufgabe ist es, auch mit einem eingeschränkten Budget solche Risikostrecken zu minimieren und Ihnen als Gemeinde aufzuzeigen, wann und wo was gemacht werden muss“, sagte der Diplom-Ingenieur.

Dass die Gemeinde nun in den kommenden zehn Jahren insgesamt 4,8 Millionen Euro ausgeben müsste, rief bei den Politikern des Bau- und Verkehrsausschusses nur Kopfschütteln hervor. Und: In dieser Summe sind noch nicht einmal die neuen Schäden enthalten, die der strenge Winter an den Straßen hinterlassen hat. CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Wilhelm Steinmann dachte daher bereits öffentlich über eine Erhöhung der Grundsteuer B nach, außerdem wurde aus den Reihen seiner Partei sogar der Ruf nach einer eventuellen Anhebung des Gewerbesteuersatzes laut. Helga Scheffzick, im Rathaus Fachbereichsleiterin für das Finanzwesen, schraubte die Erwartungen bei diesen Steuererhöhungen zurück. „Wenn wir dort erhöhen, steigt mit jedem Euro Mehreinnahme auch unsere Kreisumlage proportional“, erklärte sie.

Nun muss in der Politik und Verwaltung kräftig gerechnet werden. Ausgehend von der Summe 4,8 Millionen Euro, hat die GSA drei Varianten für ein jährliches Budget vorgestellt und dabei deutlich gemacht, welche Konsequenzen diese für den Straßenzustand und die Entwicklung des Anlagevermögens haben. Diplom-Ingenieur Jörg Olsen stellte die Folgen vor, die sich aus einem jährlichen Investitionsvolumen von jährlich 50 000, 100 000 und 200 000 Euro ergeben würden. Derzeit wird im Emmerthaler Rathaus durch die GSA eine Software installiert, die für jede einzelne Straße den höchsten Nutzen-Kosten-Faktor ermittelt. „Wir werden uns mit diesem Thema in den kommenden Jahren vermutlich öfter auseinandersetzen müssen“, erklärte Ausschussvorsitzender Klaus Hinke (SPD). Rolf Keller (CDU) empfahl, die knappen Haushaltsmittel zielgerecht einzusetzen und Analysen für einzelne Straßen abzuwarten.

Davon gibt es allerdings genug. 25 Prozent aller Emmerthaler Straßen gelten als „Risikostrecken“. Das bedeutet: Deren Unterhaltung wird in Zukunft noch teurer, weil sie bereits jetzt überproportional beschädigt sind, sich dadurch die Tragfähigkeit vermindert und relativ hohe Kosten für eine Sanierung entstehen.

Die Berliner Straße in

Kirchohsen wird als sogenannte „Risikostraße“ eingestuft. Rund 25 Prozent des 115 Kilometer langen Straßennetzes der Gemeinde Emmerthals haben einen hohen Sanierungsbedarf. Foto: gm

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