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Neue Vorschriften des Bundes zu Drohnen / Aerzener Verein befürchtet: „Das würde für uns das Aus bedeuten“

Bedrohen Minister-Pläne das Hobby der Modellflieger?

Aerzen. Die Pläne sorgen auch bei den Aerzener Modellfliegern für Aufregung: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der eigentlich den Wildwuchs der Drohnenflieger am Himmel begrenzen soll, plant für sie eine Höhenbegrenzung auf 100 Meter. Gilt das auch für Modellflugzeuge? Das könnte das Aus für den Verein bedeuten.

veröffentlicht am 23.05.2016 um 15:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Aerzen. Die Botschaft, die Alexander Hoffmann auf seinem T-Shirt verkündet, ist deutlich: „Hände weg von meinem Hobby“, steht darauf zu lesen. Das Vorstandsmitglied der Modellfluggruppe Aerzen richtet damit die Botschaft gegen einen Vorstoß von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), der eigentlich den Wildwuchs der Drohnenflieger am Himmel begrenzen soll. Die Modellflieger stoßen sich vor allem an einer geplanten Höhenbeschränkung auf 100 Meter. „Für mich hätte sich dann mein Hobby erledigt“, befürchtet Hoffmann, der auch bei bundesweiten und internationalen Meisterschaften und Wettbewerben mit Erfolg startet. Die Dobrindt-Pläne sieht Vorsitzender Jens Cramer für alle knapp 100 Mitglieder ähnlich kritisch. „Für unser Hobby bedeutet das ganz harte Einschnitte.“

Verkehrsminister Dobrindt will die Nutzung von zivilen Drohnen neu regeln, da die Zahl der Geräte stetig steige. „Ihr Einsatz ist aber bisher nicht ausreichend geregelt“, heißt es aus dem Ministerium. „Mit den neuen Regelungen sollen nun Gefährdungen im Luftraum und am Boden, zum Beispiel durch Kollisionen oder Abstürze, vermindert werden.“ Hoffmann vom Aerzener Verein stört sich aber ebenso wie geschätzt rund 150 000 deutsche Modellflieger an einer Formulierung bei der geplanten Novellierung der Luftverkehrsordnung. Private Drohnen-Flüge werden verboten in einer Höhe von mehr als 100 Metern, wie der Punkt lautet. Und das könnte dann ebenso für Modellflugzeuge gelten, lautet die Befürchtung.

Hoffmann räumt ein, dass es durchaus Probleme durch die massive Zunahme von Drohnen gebe. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass Modellflieger noch stärker reglementiert würden. Gerade bei den in Vereinen organisierten Mitgliedern gebe es eine hohe Sicherheitsphilosophie, die durch den Deutschen Modellflieger Verband (DMFV) festgeschrieben sei. Das reiche von Schulungen über genaue Platzkontrollen und -nachweise bis zum Lärmpass und Versicherungsschutz. Da werde vom Verein alles penibel überwacht, sagt Hoffmann, der als Jugendwart auch den Nachwuchs an das Hobby heranführt. Der 27-Jährige blickt selbst auf 24 Jahre Flugerfahrungen zurück. „Mit drei habe ich mein erstes Modellflugzeug bekommen“, erzählt er.

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  • Kurz vor dem Start: Alexander Hoffmann (li.) und Marcel Geppert bei den Vorbereitungen. „Für mich hätte sich dann mein Hobby erledigt“, glaubt Hoffmann über die Konsequenzen, wenn tatsächlich eine Höhenbeschränkung für Modellflüge durchgesetzt werde. Foto: cb

Die Konsequenzen der Höhenbegrenzung macht er an mehreren Beispielen deutlich. Im Modellflug gebe es etwa 20 Sparten wie Heliflug, 3D-Flug oder Seglerschlepp, für die Meisterschaften ausgeschrieben würden. Wenn sich die 100-Meter-Regelung durchsetze, blieben vielleicht noch zwei oder drei Wettbewerbe übrig. „Dann brauche ich keine Meisterschaft, keinen Wettbewerb mehr mitfliegen“, sagt Hoffmann. Seine Modelle hätten mindestens drei Meter Spannweite. „Da sind 100 Meter Höhe gar nichts, die habe ich gleich nach dem Start erreicht.“

Der Aerzener Verein, der seinen Flugplatz am Ortsrand in Richtung Gellersen hat, verfügt sogar über eine Aufstiegserlaubnis bis 476 Meter. Von den 20 bis 25 Aktiven habe kaum jemand Modelle, die unter 100 Meter fliegen. Und somit hätte die Höhenbegrenzung Folgen für die gesamte Gemeinschaft, wie Hoffmann befürchtet: „Für uns würde es das Aus bedeuten.“



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