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Begriff der Gutachter sorgt für Irritationen / Politiker befürworten Feuerwehrbedarfsplan

Bedingt notwendig? „Wir brauchen die Wehren“

EMMERTHAL. Eine Formulierung im Feuerwehrbedarfsplan ließ die Einsatzkräfte besonders aufhorchen. „Bedingt notwendig“, wie die Kölner Gutachter über 8 der 17 Emmerthaler urteilen – das führt unweigerlich zu Missverständnissen. Bevor das umfangreiche Papier nun von der Politik in dem für Brandschutz zuständigen Fachausschuss verabschiedet wurde, gab es viele beruhigende Worte.

veröffentlicht am 27.10.2017 um 17:57 Uhr

Immer wieder gefordert sind die Einsatzkräfte – wie nach einem Starkregen im Juni in den Dörfern der Ortschaft Börry. Archivfoto: ube
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Natürlich sei der Begriff negativ belastet, räumte Bürgermeister Andreas Grossmann ein. „Die Wehren fühlen sich ein bisschen unter Wert verkauft“, meinte er. „Dem ist nicht so“, sagte der Bürgermeister. Und Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke machte deutlich: Es handele sich um einen Begriff der Gutachter, um zu verdeutlichen, wie „Hilfsfristen“ eingehalten würden, wonach die Einsatzkräfte innerhalb einer bestimmten Zeit vor Ort sein müssten. „Bedingt notwendig“ bedeutet nicht, „dass wir sie nicht brauchen“. Beispielsweise würden Wehren bei Unwettern eingesetzt, wo sie ohne Zeitdruck nachrücken könnten. „Wir brauchen sie“, bekräftigte der Kreisbrandmeister.

„Hier will keiner einer Feuerwehr an den Kragen“, sagte aus Sicht der Politiker der Ausschussvorsitzende Ralf-Ulrich Böhm (SPD). „Das ist allen klar.“ Als „roter Faden“ soll das Gutachten der Gemeinde dienen, an dem die Führungsspitze der Feuerwehr mitgewirkt hat. Und so heißt es auch in dem Beschluss, der noch den Rat passieren muss: „Der Feuerwehrbedarfsplan bildet die Grundlage für zukünftige Entscheidungen zur Feuerwehrorganisation in der Gemeinde Emmerthal und ist Maßstab für die Haushalts- und Investitionsplanung der nächsten Jahre.“ Nicht mehr und nicht weniger. „Mit dem Feuerwehrbedarfsplan selbst sind keine Organisations- oder sonstigen Entscheidungen verbunden“, wie in dem Beschluss weiter betont wird.

Ratsherr Rolf Keller (CDU) hatte zum Auftakt der Beratungen auf einen Widerspruch im Gutachten aufmerksam gemacht, den er sieht, weil darin auf die teilweise fehlenden Aktiven hingewiesen werde. Würden einzelne Wehren aber zusammengeführt, könnte die Motivation in den Dörfern sinken, befürchtet er auch unter Berufung auf Ortsbrandmeister. „Dann verlieren wir Frauen und Männer aus den Feuerwehren“, meint Keller. Er hatte sich besonders an dem Begriff „Bedingt notwendig“ gestört, obwohl jeder wisse, dass alle Wehren, etwa bei Unwettereinsätzen, benötigt würden, Aktive aus den Dörfern außerdem in der Kreisbereitschaft eingebunden seien. Keller sagte, er hätte sich gewünscht, Vorschläge im Gutachten zu finden, wie sich die Wehren noch mehr spezialisieren könnten. Hinzu komme die Sorge, dass der Landkreis als Kommunalaufsicht sich auf das Gutachten berufen könnte, die Zustimmung zu Investitionen bei kleineren Wehren verweigere und die Zusammenlegung fordere.

Der Kreisbrandmeister glaubt, dass die Behörde zurückhaltend sein werde mit der Forderung, Wehren zusammenzuschließen. In Großenberg habe es die Auflösung mangels Aktiver gegeben, Selxen und Königsförde strebten den Zusammenschluss freiwillig an. Wöbbecke verwies auf die Daten des Gutachtens, vor allem den Altersschnitt in einzelnen Ortsteilen. Eher würde der Fall eintreten, dass in Zukunft Ortswehren auf die Gemeinde mit dem Vorschlag zukommen würden, sich aufzulösen, meint er.

Gemeindebrandmeister Karl-Heinz Brockmann zumindest befürwortet den Bedarfsplan – besonders mit Blick auf die bevorstehenden Investitionen, die zuletzt hinausgezögert worden seien. Und: Zuletzt habe sich einiges getan bei den Wehren, um die Zahl der Aktiven zu erhöhen. „Das ist schon ein positives Zeichen“, sagte Brockmann.

Vom Ansatz positiv sehen übrigens auch die Gutachter die Arbeit der Freiwilligen, selbst wenn sie Verbesserungsbedarf sehen. Ausdrücklich stellen sie fest: „Die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr der Gemeinde Emmerthal ist grundsätzlich gegeben.“

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