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In Aerzen scheint die Flaute überwunden zu sein / Gemeinde Emmerthal verzeichnet nur vereinzelte Grundstücksverkäufe

Bauplätze: Zwischen Stillstand und steigender Nachfrage

Aerzen/Emmerthal (cb). Lange Zeit hatten sich Politik und Verwaltung wegen der Flaute geziert, in Groß Berkel das Baugebiet „Dübbwicks-feld“ zu erschließen – die schleppende Vermarktung der Grundstücke in Aerzen drückte die Erwartungen. Doch: Kaum standen die Bauplätze im Hummedorf zum Verkauf, war die Nachfrage da. „Wir haben innerhalb von zwei Jahren gut verkauft“, sagt Bürgermeister Bernhard Wagner. Und auch der Lammergrund in bester Lage von Aerzen, wo seit 2007 fast 70 Grundstücke zur Verfügung stehen und zunächst kaum gefragt waren, entwickele sich endlich besser. „Dort sieht es fast schon wie ein Wohngebiet aus“, zeigt sich Wagner erleichtert. Zurückhaltend bleibt hingegen der Verkauf von Bauplätzen in der Nachbargemeinde. „Sehr mau“, sagt Emmerthals Bürgermeister Andreas Grossmann.

veröffentlicht am 21.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:41 Uhr

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Gerade während des Baubooms in den neunziger Jahren kamen beide Gemeinden kaum hinterher, neue Gebiete auszuweisen. Ebenso optimistisch gaben sich die Verantwortlichen in Aerzen, als 2007 das zentrumsnahe, aber dennoch direkt im Grünen gelegene Baugebiet Lammergrund erschlossen wurde. Rathaus sowie die Sparkasse Weserbergland und Volksbank Aerzen gingen optimistisch daran, die zunächst 45 Grundstücke gemeinsam zu vermarkten. Doch: Was folgte, war Ernüchterung – und Rätselraten über die Gründe, warum es an Interesse mangelte. Fast verloren wirkten einzelne Häuser auf dem großen Areal. Der Wegfall der Eigenheimzulage, ein Überangebot gebrauchter Immobilien und die zunehmend geforderte Mobilität von Arbeitnehmern galten als Ursachen. Von „einer Dürrephase“ im Bausektor war damals die Rede.

Das scheint Vergangenheit zu sein – sowohl in Aerzen als auch in Groß Berkel haben die Handwerker wieder mehr zu tun. Die Gemeinde hat von ihren 30 Grundstücken im Kernort 16 verkauft, außerdem liegen 6 Reservierungen vor. Nach Kenntnis von Wagner haben Volksbank und Sparkasse – beide haben um die acht Bauplätze im Angebot – jeweils etwa fünf Grundstücke verkauft. In einem zweiten Abschnitt werden noch einmal gut 20 Grundstücke nach der Erschließung angeboten werden können. „Hier gibt es noch keinen Zeitplan“, teilt der Bürgermeister mit. „Erste Interessenten haben sich aber auch schon gemeldet.“

Ähnlich die Situation in Groß Berkel, wo am Ortsrand Richtung Königsförde ebenfalls in Hanglage zwei Bauabschnitte geplant sind. Inzwischen wurden von den bisher erschlossenen 17 Grundstücken 11 verkauft, 2 Bauplätze sind reserviert. Später könnten etwa 20 weitere Grundstücke erschlossen werden. Sogar für diesen zweiten Bauabschnitt liegen laut Wagner erste Anfragen vor.

In zwei Abschnitten vermarktet die Gemeinde das Baugebiet in Groß Berkel. Von zunächst 17 Bauplätzen sind 11 Grundstücke verkauft.

„Es läuft gar nicht so ganz schlecht“, stellt er für die jüngste Entwicklung fest. Immerhin seien es auch „interessante Baugebiete“. Vor allem: Wagner sieht nach Jahren der Flaute und dem nun wieder eingesetzten Interesse weiter eine starke Nachfrage. „Es ist viel Bewegung in den letzten Tagen gewesen“, lautet die Einschätzung des Bürgermeisters und begründet dies mit dem aktuellen Rekordtief bei den Zinsen für Baudarlehen. „Viele Bauwillige wollen die zurzeit günstige Finanzierung nutzen und fragen nach.“

Darauf hoffen ebenso die Verantwortlichen, die das derzeit einzige größere Baugebiet im Bereich der Gemeinde Emmerthal vermarkten wollen. Inzwischen erschlossen ist das Areal „Amelgatzen West“, wo 26 Baugrundstücke zum Verkauf stehen. Sie liegen auf dem Gebiet der ehemaligen Holzfabrik am Ortsrand Richtung Gellersen und werden von einem Kölner Unternehmen vermarktet. Indra Gleixner von der Firma Turbo-Werk GmbH sagt, dass das Unternehmen für Messtechnik damit Neuland beschreite. Der Grundstücksverkauf sei über persönliche Kontakte zu dem früheren Besitzer der Holzfabrik entstanden. Erste Anfragen für Bauplätze würden vorliegen, „aber nicht viele“, wie Gleixner einräumt. Allerdings: „Wir beginnen erst im Februar richtig damit, sie zu vermarkten.“

Bürgermeister Grossmann kann sich zumindest vorstellen, dass trotz der ländlichen Lage wegen der Nähe zu Bad Pyrmont beispielsweise durch die zunehmende Mitarbeiterzahl bei Phoenix Contact das Baugebiet in Amelgatzen durchaus Interesse finden könnte. Für die übrigen zwölf Möglichkeiten im Gemeindegebiet, ein Haus zu errichten, muss er allerdings schon überlegen, wo zuletzt Grundstücke verkauft worden sind. „Das kann man an fünf Fingern abzählen“, sagt er über das zurückgehende Interesse. Einige kleinere Baugebiete besonders auf den Dörfern seien deshalb noch nicht einmal erschlossen worden. Das gilt sogar für den Kernort: In Emmern, angrenzend an die Straße „Am Hopfenbrink“, befindet sich ein kleines Baugebiet für neun Häuser immer noch in Vorbereitung.

Trotz der unterschiedlichen Tendenzen derzeit in beiden Gemeinden: Mit Blick auf die Zukunft sehen die Bürgermeister Grossmann und Wagner kaum noch Möglichkeiten, weitere Neubaugebiete in Ortsrandlagen auszuweisen. Grund: die zurückgehenden Einwohnerzahlen und immer mehr leerstehende Altbauten in den Ortskernen. Ob Sanierung oder Abriss mit anschließendem Neubau: „Da müssen wir vorrangig ran“, sagt Bürgermeister Grossmann, was sein Aerzener Kollege ebenso sieht. „Dafür müssen wir Konzepte entwickeln“, meint Wagner.



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