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Ungewöhnliche Unterkünfte sollen ab Sommer nach Aerzen locken / Neue Zielgruppen als Feriengäste

Baumhaushotel für Abenteurer mit Anspruch

Aerzen (cb). Mit Optimismus gehen der Aerzener Hotelbesitzer Heinrich Garvens und Matthias Gräbner als Geschäftsführer des Touristikzentrums Westliches Weserbergland in die Planungen: Schon im nächsten Sommer sollen Feriengäste in luftiger Höhe Baumhäuser am Waldrand des Lüningsberges beziehen können. Über das Stadium, in dem diese Ideen als Luftschlösser abgetan werden könnten, sind sie weit hinaus. Rückenwind von allen beteiligten Behörden – so bekunden Garvens und Gräbner über das Projekt, für das nun das offizielle Planungsverfahren beginnt. Selbst wenn ein gewisses Restrisiko nicht auszuschließen ist: Der Tourismusverband startet schon bald mit der Vermarktung des bislang ersten Baumhaushotels im Landkreis, das neue Zielgruppen für die Region erschließen soll. Das neue Reisejournal 2013 mit einer Auflage von 15 000 Exemplaren für die Urlaubsregionen Rinteln, Hessisch Oldendorf, Aerzen und Auetal will bereits mit den ungewöhnlichen Unterkünften unterhalb des Hotelrestaurants Waldquelle werben. „Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal für uns“, weiß Gräbner – das nächstgelegene und seit Eröffnung im Jahre 2008 als Erfolgsmodell geltende Baumhotel befindet sich im Solling.

veröffentlicht am 20.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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Von landläufigen Erinnerungen mit selbst gezimmerten Baumhäusern aus Kinderzeiten muss man sich dabei verabschieden – damit haben die modernen Holzkonstruktionen nicht im entferntesten etwas zu tun. Heinrich Garvens spricht vom Drei-Sterne-Komfort, der den Feriengästen voraussichtlich ab Mai oder Juni geboten werden soll. Das Angebot weckt zwar den Abenteurer im potenziellen Gast, der auf Romantik und Naturerlebnis setzt – die Urlauber sollen aber diese Emotionen möglichst mit gewohnten Ansprüchen erfahren. Zunächst drei Baumhäuser sind in Aerzen geplant, eines davon mit Lift sogar behindertengerecht. 6,60 mal 6,60 Meter Grundfläche messen die beiden kleineren Urlaubsdomizile, das größere luftige Appartement kommt auf 8,50 mal 8,50 Meter plus Terrasse. Jeweils familienfreundlich für zwei bis vier Personen geeignet, sind sie sogar mit Toiletten und Dusche ausgestattet, außerdem beheizbar und damit das ganze Jahr über zu buchen.

Garvens hatte eine Baumhotel-Anlage besichtigt, die ihm grundsätzlich gut gefallen hatte. „Nur wollen wir es noch hochwertiger“, sagt der Hotelier, der mit dem Hamelner Baumhaus-Unternehmer Uwe Wöckener zunächst drei Unterkünfte in Aerzen plant, die bei erfolgreichem Start auf sechs oder sieben ausgebaut werden sollen. „Die Klientel gibt es“, weiß Garvens. „Deswegen ist das Projekt so erfolgreich. Aber einige Gäste mögen es etwas anspruchsvoller.“ Was auch Tourismusexperte Gräbner so einschätzt. „Für ein besonderes Übernachtungserlebnis sind die Leute bereit zu zahlen“, sagt er. „Die Schnäppchen-Mentalität ist ausgelutscht.“

Die Projektplanungen sehen die Beteiligten im gegenseitigen Interesse. Für den Tourismusverband gehe es zunehmend darum, über Hotelzimmer hinaus immer mehr spezielle Angebote auf dem Urlaubsmarkt platzieren zu können und damit in die beteiligten vier Kommunen zu locken. Besonders der Hansaweg, der auf 75 Kilometern die alten Hansestädte Herford und Hameln verbindet, somit unmittelbar durch Aerzen führt, soll stärker vermarktet werden. Wie berichtet, ist die Route Anfang des Jahres vom Deutschen Wanderverband mit dem Gütesiegel „Qualitätswanderweg“ ausgezeichnet worden. „Das macht sich für uns definitiv schon bemerkbar“, zieht Garvens schon nach wenigen Monaten eine erste positive Bilanz für die Betriebe. „Wir merken es auf Messen“, sieht Zweckverbandsgeschäftsführer Gräbner bei Wanderurlaubern zunehmendes Interesse an dem historischen Handelsweg.

Für Waldquelle-Besitzer Garvens stellt nun das Baumhaushotel als weiterer Schritt eine hohe Investition dar, um langfristig die Wirtschaftlichkeit zu sichern. Es gelte wie zu früheren Zeiten mit den Gästen aus Berlin oder dem Ruhrgebiet, das Weserbergland für auswärtige Urlauber wieder attraktiv zu machen. Die These von Garvens, die er auch als zutreffend für die anderen Gastronomen und Beherbergungsbetriebe in der Gemeinde bezeichnet: „Ohne die Aerzener geht es nicht – aber von Aerzen allein können wir auch nicht leben.“



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