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Gemeinde plant Aus- und Umbau der Bushaltestellen

Barrierefrei durch Aerzen

Aerzen. Keine Treppen, keine Stufen, keine Hindernisse, die überwunden werden müssen, dazu gerillte oder genoppte Blindenleitlinien und Kontraststreifen aus roten Pflastersteinen, die jenen Mitmenschen, die schlecht sehen können, Gefahrenbereiche aufzeigen. Ach, und ein wetterfestes Wartehäuschen bitte, wenn möglich mit Sitzmöglichkeit: Wer derartigen Komfort erwartet, der hat wohl noch niemals auf dem platten Land auf einen Bus warten müssen. Denn gerade in dünner besiedelten ländlichen Regionen sieht die Realität eher so aus: Eine Straße, ein Schild, mit etwas Glück ein windschieder Bretterverschlag. Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr ist längst nicht in jedem Winkel des Landes angekommen, längst kann nicht jeder Seh- oder Gehbehinderte ohne fremde Hilfe eine Busfahrt antreten.

veröffentlicht am 21.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Die unbefriedigenden Zustände an einigen Aerzener Bushaltestellen sind nicht nur Karl-Heinz Frevert aufgefallen. Nach mehreren Bürgerbeschwerden sprach der CDU-Politiker das Thema nun in der jüngsten Sitzung des Aerzener Ortsrates an – und war überrascht zu hören, dass auch der Nahverkehrsplan des Landkreises Hameln-Pyrmont im vergangenen Jahr zahlreiche Bushaltestellen im Gemeindegebiet als verbesserungswürdig eingestuft hat, da teilweise ein Wetterschutz oder die Fahrgastinformation fehlten oder aber die Aufenthaltsqualität generell unbefriedigend sei. Der Flecken Aerzen habe das Thema Bushaltestellen daher bereits seit längerem auf der To-do-Liste.

Bei den Haltestellen mit Nachbesserungsbedarf handelt es sich unter anderem um die stark frequentierte Haltestelle „Kirche“ in Aerzen. Aus dem Entwurf geht hervor, dass „im Kernort des Fleckens Aerzen eine gut ausgebaute zentrale Haltestelle fehlt. Die Haltestelle ,Kirche‘ übernimmt diese Funktionen.“ Weiter heißt es in dem Papier: „Ein Ausbau der Haltestelle ‚Kirche‘ ist unter Umständen nach dem Bau der Umgehungsstraße möglich, durch die der Durchgangsverkehr durch Aerzen erheblich sinken wird.“

Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock bestätigt, dass insgesamt sechs Maßnahmen in das Haltestellenausbauprogramm 2014 der Gemeinde aufgenommen wurden. Den Antrag auf Fördermittel im Rahmen des „ÖPNV-Konjunkturprogramm 2010 bis 2014“ des Landes Niedersachsen hat die Gemeinde im Mai gestellt, das Genehmigungsverfahren wird im kommenden Jahr abgewickelt.

Dabei handelt es sich nicht nur um die beiden gegenüberliegenden Haltestellen „Kirche“ in Richtung Grießem und Hameln, die als ein Projekt gelten und für die der Ausbau mit Niederflurbord und Blindenleitlinie vorgesehen ist. Auch die von Frevert beanstandete Haltestelle „Wülmser Weg/Einkaufszentrum B1“ in Richtung Hameln ist in der kommunalen Planung bereits enthalten. Hier soll unter anderem eine Wartehalle entstehen und ein Blindenleitsystem bestehend aus einer Leitlinie und einem Aufmerksamkeitsfeld eingebaut werden. Für die beiden Groß Berkeler Haltestellen „Todtenberg“ sind ebenfalls Umbaumaßnahmen an den Wartehallen und Borden sowie der Einbau von Blindenleitsystemen geplant. Darüber hinaus soll in Richtung Aerzen die Wartefläche verbreitert werden. An der Groß Berkeler Grundschule steht eine Gestaltung der Wartefläche auf dem Umbauplan, darüber hinaus sollen auch an dieser Haltestelle ein Niederflurbord, eine Leitlinie und ein Aufmerksamkeitsfeld eingebaut werden.

Und im Rahmen des Ausbauprogramms könnte der Flecken Aerzen im kommenden Jahr sogar um eine Bushaltestelle reicher werden: Durch die Fertigstellung der Ortsumgehungsstraße werde in Selxen die Neuanlage der Haltestelle „Dorfwanne/B1“ in Richtung Hameln notwendig, wie Wittrock mitteilt.



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