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Frust über Umleitungsstrecke

Aus Ausweichstrecke wird „Aufweichstrecke“

GRUPENHAGEN.Pfützen und Matsch bestimmen den derzeitigen Alltag der Bewohner im Grupenhäger Ortsteil Bruch Alltag. Seit die Landesstraße 432 von Grupenhagen in Richtung Extertal aufgrund von Sanierungsarbeiten voll gesperrt wurde, sind sie gezwungen, schlammige Feldwege zu nutzen, um ihre Grundstücke zu erreichen.

veröffentlicht am 14.12.2018 um 12:51 Uhr
aktualisiert am 14.12.2018 um 20:50 Uhr

Mit Hochdruck arbeitet die Straßenbaufirma an der Fertigstellung der L 432. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Bei der Ausweichstrecke, die aufgrund der momentanen Witterung und der starken Benutzung eigentlich die Bezeichnung „Aufweichstrecke“ tragen müsste, handelt es sich aber nicht etwa um einen Schleichweg, der gefahren wird, um möglichst schnell ans Ziel zu gelangen, sondern um die offizielle Umleitung, die der Geschäftsbereich Hameln der zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für die Anwohner ausgewiesen hat. Und das, obwohl bekannt war, dass nicht nur private Anwohner von der Vollsperrung betroffen sein werden, sondern in Grupenhagen-Bruch auch ein Seniorenheim betrieben wird. Doris Wehrmann ist als Anwohnerin besonders stark von der Vollsperrung der L 432 betroffen, wie sie sagt. Dass nach sieben Monaten Sommer erst im späten Herbst mit den Straßenbauarbeiten begonnen und eine Umleitung über Feldwege eingerichtet wurde, kann sowohl sie als auch andere Anwohner von Grupenhagen-Bruch nicht nachvollziehen. „Tolle Planung!“, bringt Doris Wehrmann ihr Unverständnis zum Ausdruck und stellt die Frage: „Wer bezahlt eigentlich die Autowäsche? Der Landkreis Hameln-Pyrmont?“

Grupenhagens Ortsbürgermeister Friedhelm Senke kennt die Situation der Anlieger. Sein Weg führte ihn in den letzten Tagen auch zum Altenheim „Birkenhof“. Mit dem gleichen Ergebnis für sein Auto, wie er sagt. Allerdings gibt er zu bedenken, dass alle, auch die Anwohner von Grupenhagen-Bruch, die neue Straße haben möchten. „Die Baufirma gibt sich alle Mühe und die Arbeiter stehen neun Stunden bei Kälte, Regen und Wind auf den Maschinen. Schneller geht es eben nun mal nicht“, so der Ortsbürgermeister. „Wenn ein dreckiges Auto alles ist, wird hier auf einem hohen Niveau protestiert“, stellt er fest. Seine Sorge geht allerdings dahin, dass, bedingt durch die Vollsperrung im Zuge der Straßenbauarbeiten, ein Rettungswagen im Einsatz das Seniorenheim nicht rechtzeitig erreichen könnte. „Bisher konnten alle Krankentransporte geregelt werden“, erklärt Friedhelm Senke, der auch das Amt des Gemeindebrandmeisters im Flecken Aerzen bekleidet. „Die örtliche Feuerwehr kennt den Weg, aber Krankentransport-Unternehmen rufen von Grupenhagen aus an und müssen auf den Weg zum Altenheim gelotst werden, weil eine Ausschilderung fehlt“, berichtet Carsten Grabowski, der Betreiber des Altenheims „Birkenhof“ und fügt an, dass es zum Glück während der Vollsperrung noch keinen Notfall gab.

Ähnlich wie den Krankentransport-Unternehmen ergeht es Zustelldiensten, denen es oft erst nach mehrtägiger Irrfahrt gelingt, den richtigen Weg durch die Felder zu finden, um die Pakete dann allerdings mit Verspätung zuzustellen. Auch die Besucher bleiben dem Altenheim zurzeit offenbar lieber fern, musste der Betreiber registrieren. Auf Nachfrage bei den zuständigen Stellen habe man ihm erklärt, dass aus Haftungsgründen eine Ausschilderung der Umleitung über den Feldweg nicht möglich sei, wie Carsten Grabowski erklärt. Sein Großhändler hat es ebenfalls abgelehnt, mit dem Lkw den Feldweg zu befahren und das Altenheim zu beliefern. „Wir holen unsere Waren zurzeit selber ab“, berichtet Carsten Grabowski weiter.

Auf Nachfrage erklärt Markus Brockmann, der Leiter des zuständigen Geschäftsbereichs Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, dass geplant sei, die Vollsperrung im Laufe der kommenden Woche und damit noch vor Weihnachten aufzuheben. Und Brockmann stellt klar: „Sollte es zu einem Notfall kommen, dürfen Einsatzfahrzeuge trotz Vollsperrung auch eine frisch eingebaute Asphaltdecke befahren. In diesem Fall geht selbstverständlich immer das Menschenleben vor.“



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