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Training der Technik und Sicherheit

Auf Tauchstation im Hallenbad

AERZEN. Schwerelos in vollkommener Stille schweben und andere Welten erkunden – in Aerzen wird dieser Traum wahr, zumindest zum Teil. Der Tauchclub Extertal bringt Tauchbegeisterten allen Alters den richtigen Umgang unter Wasser, mit Schnorchel und Tauchgerät sowie die Rettung hilfsbedürftiger Personen bei. In der kalten Jahreszeit trainiert der Tauchclub im Hallenbad Aerzen, im Sommer in verschiedenen Seen der Region. Wir haben die Taucher bei ihrem Training besucht.

veröffentlicht am 20.01.2017 um 15:25 Uhr

Einmal im Monat trainieren die Mitglieder den Tauchgang mit dem Druckluftgerät. Foto: pr
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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„Seit fast 50 Jahren tauche ich jetzt schon“, erzählt Jürgen Herden. Der 73-jährige Rentner geht auch im fortgeschrittenen Alter noch seinem größten Hobby nach: Er bildet Nachwuchs-Taucher aus, um sein Wissen und seine Begeisterung rund um das Tauchen an andere weiterzugeben. Und so begibt er sich noch immer regelmäßig ins Wasser, gibt Anweisungen wie „gerade eintauchen“ und „zwischendurch Luft holen“.

Den Wasserfreunden gefällt’s. Knapp 60 Taucher hat der TC momentan, etwa 10 sind bei den regelmäßigen Übungsstunden dabei. Manche sogar schon ziemlich lange. Ronald Lehnhoff aus Kemnade etwa taucht schon seit über 30 Jahren regelmäßig. „Das ist ein Zeichen, dass man den Spaß daran nicht verliert“, sagt er. Er will im Training bleiben, um während seiner Tauchurlaube Fische und Wracks zu erkunden.

Fische beobachtet der Verein auch bei Tauchgängen in der Natur. Im Winter wird im Hallenbad dafür wird die richtige Technik geübt – sowohl für Neueinsteiger, als auch für „alte Hasen“. Jede Trainingsstunde steht unter einem anderen Motto: Partnerübungen, Kondition, Sicherheit … Diesmal stehen Apnoe-Übungen auf dem Programm. Im Gegensatz zum Tauchen mit einem Druckluftgerät holt der Taucher hier einmal Luft, bevor er abtaucht, und hält diese an, bis er wieder an die Wasseroberfläche kommt. So werden in anderen Ländern oft auch Muscheln oder Perlen vom Meeresboden gesammelt. Im Hallenbad Aerzen ersetzen Plastikkugeln die Perlen. An der tiefsten Stelle des Beckens wirft Trainingsleiter Herder sie ins Wasser, die Teilnehmer müssen die Kugeln vom 3,60 Meter tiefen Beckenboden sammeln – zunächst in mehreren Tauchgängen, dann mit einem einzigen Atemzug so viele wie möglich.

Ausbildungsleiter Jürgen Herden erklärt die nächste Übung: Die Teilnehmer sollen am Boden des Schwimmbeckens durch einen Reifen tauchen. Foto: jli

Auch mit Reifen wird geübt. Ähnlich wie kleine Tore werden sie am Boden des Beckens aufgestellt. Die Teilnehmer müssen erst durch einen schwimmen, dann mit einem Atemzug durch zwei, die in einigem Abstand voneinander stehen. Das trainiert die richtige Atmung. „Sie sollen üben, so lange wie möglich unten zu bleiben“, erklärt Herden. „Und einfach Spaß haben“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu. Spaß steht beim Tauchclub Extertal ohnehin an erster Stelle. „Wir sind Sport- und Hobbytaucher“, sagt Herden. „Für reale Rettungseinsätze gibt es Feuerwehr- und Polizeitaucher.“

Information

Tauchclub Extertall

Der Tauchclub Extertall wurde 1972 gegründet. Heute hat er 60 Mitglieder, die zum Teil auch aus Bodenwerder, Lemgo, Hessisch Oldendorf und Bückeburg kommen. Auch altersmäßig ist der Tauchclub weit gefächert – derzeit von 13 bis 73 Jahren. Die Mitglieder, die regelmäßig am Training teilnehmen, sind gleichzeitig Mitglied im Aerzener Schwimmverein (ASV), der eine Abteilung „Tauchen“ besitzt, die im Hallenbad Aerzen trainiert. Beim TC Extertal kann man an sich zum Sporttaucher ausbilden lassen.

Das Trainingfindet in den Wintermonaten dienstags von 19 bis 20.30 Uhr statt, im Sommer in verschiedenen Gewässern der Region freitags ab 18 Uhr. Außerdem werden regelmäßig Tauch-Fahrten angeboten. Wer Lust aufs Tauchen hat, kann sich unter www.tauchclub-extertal.de oder direkt bei Ausbildungsleiter Jürgen Herden unter 05262/3906 oder per E-Mail an jherden@online.de informieren und anmelden.jli

Tauchabzeichen können beim TC Extertal trotzdem erworben werden. Für viele Mitglieder, die auch im Urlaub auf Tauchgang gehen – wie etwa bei der seit 1995 jährlich unter Herders Leitung stattfindenden Tauchreise nach Ägypten – sind die Tauchabzeichen auch unerlässlich. Als Ausbildungsnachweis sind sie oft Grundvoraussetzung, um in den Urlaubsregionen tauchen zu dürfen. Und das hat auch seinen Grund: „Fernsehsendungen hinterlassen oft den Eindruck, Tauchen sei easy und harmlos“, heißt es vom TC Extertal. „Das stimmt auch, aber nur solange es keine Komplikationen gibt.“ Daher muss jeder Taucher Sicherheitsübungen und alle Abläufe des Tauchens beherrschen sowie in der Lage sein, in Notsituationen sich selbst und andere zu in Sicherheit zu bringen.

Den Grundtauchschein können übrigens auch schon junge Wasserbegeisterte erwerben: Ab 12 Jahren ist es möglich. So wie die 13-jährige Leonie Mielke aus Rumbeck, die derzeit das jüngste Mitglied des Vereins ist. Genau wie ihre drei Jahre ältere Schwester Nele kam sie durch die Eltern zu ihrem Hobby. Sie fasziniert daran vor allem die Unterwasserlandschaft, die die Familie gern auf Tauchurlauben erkundet.

Dafür übt der Verein auch einmal im Monat den richtigen Umgang mit Tauchgeräten. Das sind übrigens keine Sauerstoffflaschen, wie Herder betont. „Der korrekte Begriff lautet Druckluftgerät.“ Im Gegensatz zu Sauerstoffflaschen sind diese nur zu 21 Prozent mit Sauerstoff gefüllt, da die Einatmung von reinem Sauerstoff ab einer Tauch-Tiefe von sechs Metern durch den erhöhten Druck giftig wäre.

„Spannend wird es in zwei Wochen“, sagt Herder. Dann findet im Hallenbad in Aerzen nämlich das sogenannte Nachttauchen bei Dunkelheit statt.



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