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Nach erhöhten Werten im Trinkwasser in Kirchohsen müssen Alternativen her

Auf der Suche nach neuen Brunnen

EMMERTHAL. Die Qualität des Trinkwassers aus den Brunnen in der Gemarkung Kirchohsen lässt durchaus zu wünschen übrig. Teilweise werden erhöhte Werte im Bereich Chloride, Nitrat und Sulfat gemessen, auch schon mal Grenzwerte überschritten. Wo könnten neue Brunnen angelegt werden?

veröffentlicht am 24.01.2017 um 16:23 Uhr

Als „gravierenden Eingriff“ sieht auch der Landkreis die Windräder, weshalb es viele Auflagen zum Trinkwasserschutz gibt. Foto: tis
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Friedrich-Wilhelm Thies Reporter
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Da sich auch die Betriebsdauer der Brunnen allmählich in kritischen Bereichen bewegt, ist die Politik und Verwaltung in der Gemeinde Emmerthal dazu angehalten, nach neuen Brunnenstandorten zu suchen. Diese könnten in der Verlängerung der Sültstraße oder direkt unterhalb des Scharfenberges gefunden werden, erklärte die Geowissenschaftlerin Gesa Barkawitz vom Büro Geoinformetric aus Hildesheim. Dazu sind aber erst mal Probebohrungen und Analysen nötig.

Im Ausschuss für Gemeindewerke und Technik, wo es den Sachstandsbericht der Geowissenschaftlerin gab, wurde aber auch festgehalten, dass sich die Emmerthaler keine Sorgen über die Qualität ihres Trinkwassers machen müssen. Oliver Gockel (SPD) stellte fest: „Wir gewinnen ja in einem weiteren Brunnen bei Grohnde Trinkwasser von so guter Qualität, das dann mit dem Kirchohsener Wasser vermischt wird und so die Grenzwerte für Trinkwasser eingehalten werden und überall eine gute Qualität ankommt.“ Gesa Barkawitz hatte nämlich berichtet, dass bei Überprüfungen des Trinkwassers an den Brunnen und Probestellen in Kirchohsen, gelegen zwischen der Bahnlinie und dem Umspannwerk, im Herbst 2013 bis 2015 und im Frühjahr 2014 an verschiedenen Stellen erhöhte Werte bei Chlorid, Sulfid und Nitrat gemessen wurden. Der Wert beim Sulfat lag an einer Stelle einmal mit 400 mmg/l deutlich über dem Grenzwert, was die Fachfrau aber auf geologische Eigenschaften zurückführte. Auch die Werte beim derzeit vielfach diskutierten Nitrat sind erhöht, liegen zwischen 20 und 30 mmg/l, aber auch schon mal bei 40 mmg/l. Der Grenzwert ist hier auf 50 mmg/l festgelegt. „Allerdings ist so etwas erst besorgniserregend, wenn die Messwerte stetig steigen. Das ist hier nicht der Fall“, so die Geowissenschaftlerin. Sie stellte in Bezug auf die drei Brunnen im Raum Kirchohsen zudem fest, dass sich hier um alten Brunnen handelt, „die allmählich abgängig werden“. So musste vor Jahren der Brunnen 1 schon durch einen neuen ersetzt werden.

Deshalb hatte ihr Büro sich nach neuen Standorten für Trinkwasserbrunnen umgeschaut, wo denn zunächst Probebohren errichtet, die Wasserqualität überprüft und Pumpversuche zur Ergiebigkeit durchgeführt werden müssten. Zwei Varianten konnte Gesa Barkawitz den Politikern jetzt vorschlagen. Die Variante A liegt in der Verlängerung der Sültstraße etwas östlich der Bahnlinie Emmerthal – Bad Pyrmont. Hier gibt es im Untergrund ein lockeres Sand/Kiesgemisch, was sowohl der Erkundung als auch die Errichtung eines Brunnens kostengünstiger machen würde. Die Fachfrau rechnet mit Kosten von rund 15 000 Euro für eine Erkundung. Die Variante B liegt direkt unterhalb des Scharfenbergs am nordöstlichen Waldrand um das Gebiet, wo sich jetzt schon der größte Hochbehälter befindet. „Hier gibt es im Untergrund aber Festgestein, was so die Probebohrungen und Erkundung sicherlich teuer machen wird, vielleicht so um die 5000 bis 8000 Euro“, bemerkte Gesa Barkawitz.

Die Ausschussmitglieder waren sich darin einig, dass dringender Handlungsbedarf nicht gegeben sei. Dennoch müsse man sich Gedanken über einen Brunnen machen. Daher hatten viele Bedenken bei einem Brunnen in der Variante A, weil dieses Areal in einer landwirtschaftlich genutzten Fläche liegt. Oliver Gockel machte sich Sorgen wegen der erhöhten Nitrat-Werte, die dann am neuen Standort vielleicht auch erreicht würden. Rudolf Welzhofer (CDU) brachte noch ins Gespräch, dass auch über ganz andere Standorte für einen Brunnen nachgedacht werden müsse oder wie es mit der Alternative aussehe, von den Stadtwerken Bad Pyrmont Trinkwasser zu übernehmen. Ralf-Ulrich Böhm forderte genaue Zahlen im Zusammenhang mit den Varianten und der Möglichkeit, von Bad Pyrmont oder Hameln Wasser zu beziehen. Die Verwaltung erhielt letztendlich den Auftrag, diese Kosten zu ermitteln und dann der Politik wieder vorzustellen.



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