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Vorbereitungen für das Grupenhäger Heimatfest laufen auf Hochtouren

Auf der Suche nach den Grenzsteinen

GRUPENHAGEN. Sie sind stumme Zeugen der Vergangenheit und ragen aus der Feldmark hervor: Gemeint sind die historischen Grenzsteine, die aus Sandstein gehauen die alte Grenze zwischen Grupenhagen und Schwöbber markieren. Sie sind auf der einen Seite nummeriert und auf der anderen mit den Initialen VM gekennzeichnet.

veröffentlicht am 24.08.2017 um 12:38 Uhr
aktualisiert am 24.08.2017 um 17:45 Uhr

Mit Drahtbürste, Freischneider und Spaten machen sich Hartwig Grote, Karl Pape und Dietmar Bartsch (v. l.) daran, die historischen Grenzsteine im Verlauf der Schwöbberschen Grenze für die Grenzbeziehung freizulegen. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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„Im Zuge forstwirtschaftlicher Reformen wurden vom 18. bis ins 19. Jahrhundert zur Abgrenzung von anderen herrschaftlichen Waldgebieten Forstgrenzsteine gesetzt. Charakteristisch für diese Grenzsteine ist neben einer Nummerierung insbesondere das Wolfsangelzeichen als Forstzeichen beziehungsweise die Initialen als Herrschaftszeichen des Landesherrn“, erklärt Karl Pape, Vorsitzender der Forstgenossenschaft und Ehrenvorsitzender des Kultur- und Heimatvereins Grupenhagen. Die Initialen VM stehen übrigens für die Familie von Münchhausen, die von etwa 1510 bis 1919 die Herrschaft auf Schloss Schwöbber darstellte.

Die Vorbereitungen für das bevorstehende Grupenhäger Heimatfest, das vom 1. bis 3. September auf dem Festplatz in der Meinte gefeiert wird, laufen derzeit auf Hochtouren. Unter anderem wurde vom Vorstandsteam bereits der Teil des Grenzverlaufes abgegangen, der die Route für die traditionelle, alle fünf Jahre stattfindenden Grenzbeziehung am Freitagnachmittag (1. September) darstellt. In diesem Jahr wird von den Grenzbeziehern die sogenannte Schwöbbersche Grenze „kontrolliert“.

„Einige Grenzsteine sind im Laufe der Jahre im Waldboden verschwunden und müssen regelrecht ausgegraben werden“, mussten die beiden Vereinsvorsitzenden Antje Tegtmeyer und Kerstin Wellhausen feststellen. Hat die Grenzbeziehungsvorhut einen der kleinen Forstgrenzsteine ausfindig gemacht, wird er kurzerhand mit Forstfarbe gekennzeichnet, „damit die Sucherei bei der Grenzbeziehung nicht wieder von vorn losgeht“, erklärten die Grupenhäger.

„An den Grenzen von Landgütern oder herrschaftlichen Wäldern, wie der zum Schloss Schwöbber, gibt es noch einige historische und künstlerisch aufwendig ausgeführte Grenzsteine mit Wappen oder Inschriften“, berichtet Karl Pape. Er weist darauf hin, dass historische Grenzsteine heute als Kulturdenkmale unter Denkmalschutz stehen. Und er kann von einer Kuriosität im Untergrund des Grenzverlaufes berichten: „Einige Grenzsteinen sind unterirdisch gesichert. Damit schützte man früher die Grenze vor unrechtmäßiger Veränderung“, erzählt der 77-Jährige. Dazu wurden Tonrohrscherben oder Flaschen unter einem Grenzstein vergraben. Wurde der Grenzstein unrechtmäßig versetzt oder entfernt und kam es darüber zum Streit, ließ sich mit Hilfe der vergrabenen Tonscherbe oder der verbuddelten Flasche die Grenzverlaufsveränderung leicht beweisen, so Pape.



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