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Jugendarbeit stärken: Nachwuchs macht auf Platznot in der Domänenburg aufmerksam

Auch die Aerzener Sportler fordern Kunstrasenplatz

AERZEN. Wofür setzt der Flecken Aerzen eigentlich seine finanziellen Mittel ein? – Nur eine von vielen Fragen, die den über 20 Kindern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen auf den Nägeln brannten, die zur Sitzung des Ausschusses für Jugend und Sport, Senioren, Soziales und Kulturangelegenheiten den Zuschauerraum im Aerzener Ratssaal samt Zusatzsitzgelegenheiten restlos gefüllt hatten.

veröffentlicht am 15.03.2019 um 16:24 Uhr
aktualisiert am 15.03.2019 um 19:50 Uhr

Um unter anderem wetterunabhängig unter freiem Himmel Fußball spielen zu können, fordern die Sportvereine im Flecken Aerzen, einen Kunstrasenplatz im Gemeindegebiet anzulegen. Aus diesem Grund wurden bereits von allen Plätzen Bodenproben genommen, au
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Platznot, das war auch das Stichwort, das den Nachwuchs veranlasst hatte, die Initiative zu ergreifen, auf die beengte Situation im Jugendraum im Keller der Domänenburg hinzuweisen und ein größeres Quartier zu fordern.

„Der Flecken Aerzen investiert in Sportanlagen, damit Vereine Jugendarbeit leisten können. Auch der Jugendraum in Aerzen ist eine kommunale Freizeiteinrichtung, die allerdings in vielerlei Hinsicht nicht mehr den aktuellen Standards entspricht. Hier trifft sich eine stetig wachsende Zahl an Jugendlichen, die in ihrer Freizeit ansonsten unterschiedlichen Interessen nachgehen“, so die Argumentation des Nachwuchses für einen größeren Jugendraum. Darüber hinaus vertreten sie die Ansicht, dass die Jugendarbeit im Flecken Aerzen personell unterbesetzt sei und aufgrund der starken Frequentierung des Jugendraums auch die ehrenamtlichen Betreuer an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen, wie diese ausführten. Und so trugen sie gemeinsam den Wunsch an die Politik und die Verwaltung heran, die Jugendarbeit personell und räumlich aufzustocken. Ihrer Idee, der Jugendraum könne in die durch die Kindergartenstandortverlagerung von der Pöhlenstraße an die Königsförder Straße mittelfristig frei werdenden Räume umziehen, erteilte Andreas Wittrock eine Absage. Offenbar waren die Jugendlichen zwar über den bevorstehenden Neubau eines Kindergartens informiert, nicht aber darüber, dass auch ein Um- und Neubau des Rathauses dringend vonnöten ist und der Standort zwischen Pöhlenstraße und Kirchplatz hierfür sowohl von der Politik als auch von der Verwaltung als optimal erachtet wird, wie Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock erklärt. Gemeinsam mit dem Ausschussvorsitzenden Jörg von der Reidt sagte er den Jugendlichen aber zu, eine Lösung für das Platzproblem zu suchen. Die konstruktive Mitarbeit der Jugend beeindruckte die übrigen Ausschussmitglieder, wie diese ausdrücklich erklärten.

Aerzens Jugendsozialarbeiterin Nicole Lubetzky informierte darüber, dass die gemeinsam mit der Oberschule im Hummetal angebotene Jugendgruppenleiterausbildung von den Jugendlichen gut angenommen wird. Im vergangenen Jahr konnten elf Jugendliche ihre Juleica in Empfang nehmen, am laufenden Kurs beteiligen sich 15 junge Teilnehmer. Als dann zu fortgerückter Stunde trockene Zahlen und Fakten auf den Tisch kamen, hatte ein Großteil des Nachwuchses bereits zuvor den Heimweg antreten müssen. In die Jugendarbeit investiert der Flecken Aerzen rund 140 000 Euro, in Unterhalt und Ausstattung von Sporthallen und -plätzen fließen laut aktuellem Haushaltsentwurf über 336 000 Euro.

Nach Ansicht der JSG Aerzen-Reher-Groß Berkel, vertreten durch den Vorsitzenden des TSV Groß Berkel, Artur Zenker, und Angelika Dreier, Vorstandsmitglied des MTSV Aerzen, reicht das finanzielle Engagement der Kommune nicht aus, um nachhaltige Jugendarbeit in der Sparte Fußball zu betreiben. Daher ihre Forderung nach einem Kunstrasenplatz in der Gemeinde Aerzen. „Wir sprechen hier über eine Investition in Höhe von 700 000 Euro“, machte Andreas Wittrock deutlich und betonte: „Sowohl die Jugendarbeit als auch die Sportförderung sind freiwillige Leistungen der Gemeinde, zusammen fast eine halbe Million Euro im Jahr.“ Er informierte zugleich darüber, dass bereits Bodenproben auf den Sportplätzen im Flecken Aerzen entnommen worden seien, damit bei einer möglichen Entscheidung die Rahmenbedingungen abgeklärt seien. „Sollte es politischer Wille werden, mittelfristig einen Kunstrasenplatz anzulegen, dann wird sich die Verwaltung um Fördermöglichkeiten bemühen.“



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