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Auch als Denkmal hat die Fähre kaum eine Zukunft

Hajen (gm). Über 620 Jahre Fährtradition gehen in Hajen im nächsten Jahr zu Ende. Derweil liegt das Fährschiff, dessen neue Wintersaison bislang immer Mitte Oktober begann, unterhalb des Ruhberges am Anlieger. Fährmann Dirk Borchers holt dort an der Weser nicht mehr über, das Interesse daran ging allerspätestens seit dem Brückenschlag von Hehlen nach Daspe gegen null. Kaum Widerspruch gab es, als der Gemeinderat jüngst aus Kostengründen das Aus beschloss und nur noch die Grohnder Fähre – auch als touristische Attraktion – betreiben will. Ein kleines Hintertürchen hielt die Politik für die Nostalgiker offen: An Land könne die Hajener Fähre erhalten bleiben, wenn sich dafür ein Förderverein bildet. Doch ist das Interesse dafür groß genug?

veröffentlicht am 29.10.2010 um 11:47 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:21 Uhr

Fähre Hajen
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Hajen (gm). Über 620 Jahre Fährtradition gehen in Hajen im nächsten Jahr zu Ende. Derweil liegt das Fährschiff, dessen neue Wintersaison bislang immer Mitte Oktober begann, unterhalb des Ruhberges am Anlieger. Fährmann Dirk Borchers holt dort an der Weser nicht mehr über, das Interesse daran ging allerspätestens seit dem Brückenschlag von Hehlen nach Daspe gegen null. Kaum Widerspruch gab es, als der Gemeinderat jüngst aus Kostengründen das Aus beschloss und nur noch die Grohnder Fähre – auch als touristische Attraktion – betreiben will. Ein kleines Hintertürchen hielt die Politik für die Nostalgiker offen: An Land könne die Hajener Fähre erhalten bleiben, wenn sich dafür ein Förderverein bildet. Doch ist das Interesse dafür groß genug?
 Börrys Ortsbürgermeister Andreas Lenk, selbst unmittelbar in Hajen in der Nähe der Fähre beheimatet, plante bereits Anfang des Jahres, das Schiff als technisches Denkmal zu erhalten. Und: Es hätte auch an die lange Tradition erinnern können. Immerhin gibt es Hinweise, darauf, dass dort schon im Jahre 1389 eine Fähre bestanden haben könnte. Auf jeden Fall belegt ist erst 1514/1515 ein Fricke Varmeister (Fährmeister) als Bewohner von Hajen. Seit 1650 häuften sich dann die Quellen, die dieses Transportmittel an der Weser dokumentieren, knapp 20 Namen werden genannt.
 „Wir wollten einen Förderverein ins Leben rufen, um die Fähre hier vor Ort auf unserer Seite fest im Wasser zu verankern“, erinnert der ausgebildete Binnenschiffer Lenk an die Pläne zu Jahresbeginn. Immer wieder gab es Expertengespräche, neue Varianten kamen ins Gespräch. Allerdings zeichnet  sich nur wenig Interesse an einem Verein ab. Dann wäre die Fähre ein Fall für den Schrotthändler.



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