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Umstrittene Mox-Brennelemente sollen nicht zum Einsatz kommen / 1400 externe Fachkräfte vor Ort

Atomkraftwerk geht für Revision vom Netz

Grohnde (cb). Das Atomkraftwerk Grohnde ist seit gestern zum jährlichen Brennelementewechsel und der damit verbundenen Anlagenrevision für mehr als zwei Wochen vom Netz. Während des Stillstandes werden 52 der insgesamt 193 Brennelemente des Reaktorkerns gegen neue ausgetauscht. Nach Angaben von Dr. Petra Uhlmann, Sprecherin von e.on Kernkraft, handelt es sich dabei um neue Uran- und nicht um Mox-Brennelemente. Das Kraftwerk habe in den ersten drei Monaten dieses Jahres die für die Revision erforderlichen Brennelemente erhalten. Dazu seien sechs Transporte aus Lingen und Schweden durchgeführt worden, so Uhlmann.

veröffentlicht am 06.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:41 Uhr

Für die externen Fachkräfte wurde für die Zeit der Revision ein
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Wegen eines möglichen Transportes von sogenannten Mox-Brennelementen, bei denen Plutonium verwendet wird, hatte es in den vergangenen Monaten erhebliche Proteste von Atomkraftgegnern gegeben, sogar der Kreistag hatte sich im März mit dem Thema befasst. Wie berichtet, sollte bereits im Oktober 2009 ein Transport von acht plutoniumhaltigen Mischoxid-Brennelementen aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield nach Grohnde stattfinden. Nach einer Anfrage im Bundestag hieß es im Februar aus dem Bundesumweltministerium, dass der vorgesehene Seetransport „aufgrund von Widerständen in den Seehäfen Cuxhaven und Bremerhaven auf unbestimmte Zeit verschoben werden“ musste. Das Anti-Atom-Plenum Weserbergland reagierte mit Genugtuung auf die Nachricht, dass nun offenbar keine Mox-Brennelemente verwendet würden. „Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben“, sagte gestern Britta Kellermann, Sprecherin der Initiative. „Wir werden das weiter beobachten.“

Das Revisionsprogramm umfasst nach Angaben des Betreibers etwa 1000 Prüfungen und zahlreiche Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten. Im Revisionszeitraum kommen mehr als 1400 externe Fachkräfte aus rund 100 Fachfirmen zum Einsatz. Insgesamt investiert das Kraftwerk für die Revisionsarbeiten rund 30 Millionen Euro, wie e.on Kernkraft weiter mitteilt.

Auch das niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz als Atomaufsichtsbehörde verwies gestern auf die mindestens zwei Wochen andauernde Revision mit einer Vielzahl von routinemäßigen Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen, die durchgeführt werden. Ministeriumssprecherin Jutta Kremer-Heye nannte beispielsweise zerstörungsfreie Materialprüfungen von sicherheitstechnisch wichtigen Rohrleitungen und Komponenten des nuklearen Dampferzeugungssystems. Die geplante Arbeit zur Instandhaltung an der Deckeldichtfläche am Reaktordruckbehälter erfordere dabei besondere Maßnahmen des radiologischen Arbeitsschutzes, die mit dem Ministerium abgestimmt seien. Alle für die nukleare Sicherheit bedeutsamen Revisionsarbeiten würden vom Ministerium für Umwelt und Klimaschutz und zugezogenen Sachverständigen des TÜV Nord EnSys Hannover sowie des Germanischen Lloyd Hamburg intensiv kontrolliert und überprüft, so die Sprecherin.

Seit der letzten Revision im Mai 2009 war das Kernkraftwerk mit einer Zeitverfügbarkeit von 100 Prozent am Netz und erzeugte in diesem Zeitraum etwa 10,3 Milliarden Kilowattstunden Strom. Diese Menge entspricht dem jährlichen Strombedarf von über 2,5 Millionen Haushalten, wie e.on Kernkraft weiter mitteilt.



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