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Kirchengemeinde lässt Streuobstwiese entstehen

„Arche Noah für Insekten“

AERZEN. Die evangelische Kirchengemeinde in Aerzen will einen rund 1,5 Morgen umfassenden Streifen Grünland zwischen dem Friedhof und den Kleingärten am Ortsrand in eine Streuobstwiese umwandeln. Als „Arche Noah für Insekten“ bezeichnet Pastor Christof Vetter den Beitrag für den Natur- und Umweltschutz.

veröffentlicht am 13.06.2018 um 19:32 Uhr
aktualisiert am 13.06.2018 um 20:17 Uhr

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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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AERZEN. Streuobstwiesen gehören mit ihrer reichen Arten- und Sortenpalette zu den Lebensräumen mit der höchsten biologischen Vielfalt in ganz Deutschland und Europa. „Nach Schätzungen des Nabu-Bundesfachausschusses Streuobst gibt es aktuell rund 300 000 Hektar Streuobstwiesen in Deutschland und etwa 1,5 Millionen Hektar in Europa. Zugleich sind sie mit über 5000 Tier- und Pflanzenarten sowie über 3000 Obstsorten Hotspots der biologischen Vielfalt für ganz Europa“, erklärt Kirchenvorstandsvorsitzender Dr. Ullrich Händchen den Hintergrund der Entscheidung der evangelischen Kirchengemeinde, einen rund 1,5 Morgen umfassenden Streifen Grünland zwischen dem Aerzener Friedhof und den Kleingärten am Ortsrand in eine Streuobstwiese umzuwandeln. Als „Arche Noah für Insekten“ bezeichnet Pastor Christof Vetter den Beitrag, den die Kirchengemeinde als Natur- und Umweltschutz-Projekt zum „Jahr der Freiräume“ beisteuern möchte, das die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers unter dem Motto „… um des Menschen willen – Zeit für Freiräume 2019“ für das kommende Jahr ausgerufen hat.

„Damit der Boden mager wird, muss das Grünland mehrmals im laufenden Jahr gemäht werden. Anschließend wird im Herbst eine insektenfreundliche Wildblumenmischung schonend im Schlitzsaatverfahren ausgebracht. Diese Saatmischung wiederum benötigt Frostperioden zum Keinem“, beschreibt der Kirchenvorstandsvorsitzende die vorbereitenden Arbeiten, die in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und in enger Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Kirchenvorsteher Andreas Garvens und dem Landwirt Dirk Hanke erfolgen. Nachdem diese Vorbereitungen getroffen wurden, hoffen die Verantwortlichen auf die erste Blütenpracht im kommenden Frühsommer, pünktlich zum „Jahr der Freiräume“. Mit Hilfe von Spendenaktionen sollen hochstämmige Obstbäume für die Streuobstwiese finanziert werden. Um darüber hinaus finanzielle Zuschüsse zu generieren, hat die Kirchengemeinde ihr Vorhaben bereits beim Streuobstprojekt des Nabu angemeldet, wie Dr. Händchen weiter mitteilt. Pastor Vetter kann sich vorstellen, dass einzelne Obstbäume jeweils einer Gruppe von Täuflingen gewidmet werden, indem diese namentlich auf einem Erinnerungsschild am Baum verewigt werden. Für ihn steht bei der Aktion vor allem der Erhalt der Schöpfung im Vordergrund des Projekts. „Wir bauen eine Heimat für die, die uns am Leben erhalten. Ohne die Bienen und Insekten wären beispielsweise unsere Marktstände leer“, erklärt der Pastor bildlich den Hintergrund der Maßnahme. Oder um es anders auszudrücken: Das Projekt soll dazu dienen, einen naturnahen Freiraum in der Kulturlandschaft entstehen zu lassen, damit in der Artenvielfalt kein freier Raum entsteht. Wichtig ist Dr. Händchen in diesem Zusammenhang die Feststellung, dass ohne unsere jahrhundertealte Kulturlandschaft die heutige Artenvielfalt gar nicht vorhanden wäre. „Diese gilt es zu bewahren und zu schützen!“, so sein Appell. Zur Einweihung der Streuobstwiese am Ortsrand wünscht sich Pastor Vetter im kommenden Jahr einen Open-Air-Gottesdienst, bei dem es für die Besucher möglich sein wird, den Bienen beim Fliegen zuzuhören, wie er sagt. Das Areal soll aber nicht nur als Lebensraum für Tiere und Insekten dienen, es soll für jedermann offenstehen und es werden auch Bänke zum Verweilen aufgestellt.

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