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Besondere Attraktion beim Erntefest in Börry / Traditionelles Handwerk bei Besuchern gefragt

Alter Benzolmotor treibt Schrotmühle an

Börry (gm). Die Premiere entwickelte sich zur Hauptattraktion im Börryer Freilichtmuseum: Ein alter Benzolmotor von 1906, der mit Propangas angetrieben wurde. Kurt Schriegel aus Grohnde hatte rund 60 Stunden Arbeit investiert, um den „Balduin Bechstein Motor“ aus dem thüringischen Altenburg wieder flott zu kriegen. Schriegel nannte diesen Motor mit ungefähr zehn bis zwölf PS liebevoll seine „Dampfmaschinenfabrik“. „Mit diesem 1,8 Tonnen schweren Motor treiben wir heute beim Erntedankfest unsere Schrotmühle an“, erzählte der gelernte Maschinenbauer den zahlreichen Besuchern während des Börryer Erntedankfestes.

veröffentlicht am 01.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 04:41 Uhr

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Beim ersten Start, alleine das Schwungrad hat dimensionale Ausmaße, vibrierte der Rasen im Innenhof des Museums. „Umso länger der Motor läuft, desto ruhiger wird er“, erklärte der Tüftler. „Bei lediglich etwa 350 Umdrehungen pro Minute hat er seine optimalen Leistungen erreicht, man nennt den Motor daher auch Langsamläufer“ informierte Kurt Schriegel. Die mobile Grundplatte wurde vom Kraftwerk gesponsert, die notwendige neue Zündanlage steuerte sein Sohn Timo Schriegel dazu.

Bei herrlichem Herbstwetter war das Museum bereits zur Mittagszeit rappelvoll. Und sie waren auch wieder alle dabei, die Handwerker vergangener Epochen. Schmied, Weber, Stuhlflechter, Stellmacher, die Spinnstube Schilling und der Schuhmacher ließen sich bei ihrer traditionellen Arbeit über die Schultern schauen und gaben nützliche Tipps zum altehrwürdigen Handwerk. Der Hastenbecker Jörg Flickenschild war begeistert, wie früher Äxte und Hämmer hergestellt wurden. Am Stand von Helmut Krogmeier gab es Schlag- und Spaltwerkzeuge zu besichtigen, die teilweise 120 Jahre und älter waren. „Solch eine präzise Handarbeit gibt es doch heute gar nicht mehr“, stellte Flickenschild fest und sagte anerkennend, dass es so eine Vielfalt heute nicht einmal in den Baumärkten und Fachgeschäften gibt.

Apfelmost aus eigener Herstellung, hausgemachte Lebensmittel, Kürbisse in allen Größen und Varianten, wunderschöne herbstliche pflanzliche Accessoires, aber auch Modernes wie Perlen, Schmuck, Tupperware sowie sogar Ledergürtel und Petroleumlampen wechselten den Besitzer. „Wenn du heute so etwas ankündigst, musst du auch eine Vielfalt an modernen Produkten vorhalten“, sagte Rolf Keller, Vorsitzender des Museum-Fördervereins und Ortsbürgermeister. Besonders stolz war Keller, dass sich wieder das DRK, die Landfrauen und der Sportclub am kulinarischen Treiben beteiligt hatten. Für Unterhaltung sorgten Kurt Schriegel auf seinem Akkordeon, die Oldstyle Couple-Dancers und der Drum&Beagle Corps „The Lions“, während der Emmerthaler Nabu mit den Kindern Nistkästen baute. „Unsere Aktion mit dem alten Benzolmotor war eine wirkliche Attraktion“, meinte Keller und sieht das als Ansporn. „Im nächsten Frühjahr, beim Handwerkertag, gibt es garantiert wieder etwas Neues.“

Als Blickfang dient auf dem Museumsgelände der schwere Benzolmotor, der immerhin ein Gewicht von 1,8 Tonnen hat. Fotos: gm

Helmut Krogmeier (li.) zeigt historische Schlag- und Spaltwerkzeuge.



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