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Nach zehn Jahren erfüllt sich Wunsch der Reinerbecker

Alte Schulglocke ertönt bald auf dem Friedhof

Reinerbeck. Ein lang gehegter Wunsch der Dorfgemeinschaft Reinerbeck steht kurz vor der Erfüllung: Die alte Glocke, die einst auf dem Dach der Volksschule Reinerbeck montiert war, zieht jetzt um in den neu errichteten Glockenturm auf dem Friedhof. Vor einem Jahrzehnt, zu Beginn der Flurbereinigung- und Dorferneuerung, gab es den letzten Anstoß, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Doch bevor es nun soweit ist, waren etliche Hürden zu nehmen.

veröffentlicht am 10.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:41 Uhr

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Autor:

Will Jürgens
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In den Ortsratsitzungen war klar zu erfahren: „Die Gemeinde hat dafür derzeit kein Geld – hier sind die Bürger gefordert.“ Da galt es zunächst erst einmal, die alte Schulglocke, gegossen im Jahre 1914 vom „Bochumer Verein für Gusserzeugnisse“, gründlich unter die Lupe zu nehmen. Das besorgte Elektriker Bodo Wimmer, der auch für die Umstellung von Hand- auf motorischen Betrieb verantwortlich zeichnet. Nachdem er die Initialen „B.V.G. 1914“ entziffert hatte, informierte er sich gründlich bei einem Glockenbauer in Warburg. Ergebnis: Ein spezieller Motor wird benötigt, der bestellt und inzwischen auch geliefert wurde.

Die Glocke selbst, etwa an die 60 Pfund schwer und aus Stahlguss, war in der Außenhaut von Wind und Wetter arg in Mitleidenschaft gezogen – sie wurde bei dem Hamelner Sandstrahlunternehmen K. H. Jürgens kostenlos mit Glasperlen gründlich gereinigt und dann vom Maler Andreas Jürgens mit einem neuen speziellen Anstrich versehen. Für die Stromzufuhr zum Glockenturm war ein 50 Meter langer Kabelgraben von der Friedhofskapelle bis zum Fundament nötig – beides wurde durch eine ganze Reihe Helfer der Dorfgemeinschaft erstellt.

Ehe jedoch Hand an den eigentlichen Turm selbst gelegt wurde, war das ganze Projekt gründlich in der Dorfgemeinschaft erörtert worden – eine große Hürde war die Finanzierung. Hier halfen einmal die Spenden „jeder Größe“ aller Dorfbewohner: Zimmerermeister Karl Husmann ging von Haus zu Haus und rannte buchstäblich „offene Türen ein“. Zum anderen war da die „Reinerbecker Bühne“, die fast den gesamten Erlös ihres Theaterspiels „in den Spendensack schüttete." Aber auch die Firmen relog, Reinerbeck, und Werner Otto, Hameln, förderten den guten Zweck. Auch die Übernahme der Kosten für die Baugenehmigung und den Architekten durch den Flecken Aerzen war eine Hilfe. Und letztlich die Spende der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken nicht zu vergessen.

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  • Kurz vor dem Einbau der Spruchbalken und Glocke (v. li.): Ulf Wittrock, Andreas Jürgens und Karl Husmann. wj (2)

Verantwortlich für das ganze „Projekt Glockenturm“ zeichnen übrigens Andreas Jürgens und Karl Husmann, ständig unterstützt von vielen Reinerbecker Helfern – selbstverständlich stets ehrenamtlich. Inzwischen steht die eichene Holzkonstruktion mit ihren vier Ständern und die Spruchbalken sind eingefügt. In diese fräste Tischlermeister Andreas Garvens aus Aerzen die Initialen und Worte „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe – 1. Kor. 13-13“, „Anno 2014 ZM Karl Husmann“, „Dorfgemeinschaft“ und „Reinerbeck“. Den Schutzanstrich für die Spruchbalken mit dem Anlegen des Blattgoldes sowie die Imprägnierung der gesamten Holzkonstruktion besorgte wiederum Andreas Jürgens. Die Turmspitze mit dem kleinen Kreuz fertigte Metallbauer Heinrich Jürgens aus Edelstahl, ebenso alle metallischen Verbindungsteile der Konstruktion. Um gegen Wind und Wetter gut geschützt zu sein, erhält der obere Teil des Glockenturmes eine Verschalung mit Schieferverkleidung, die Zimmerermeister Karl Husmann eigenhändig anbringt. Hiernach können die Gerüste fallen und der Bauzaun entfernt werden. Es bleiben dann nur noch einige Restarbeiten für das Team, die noch nach und nach erfolgen. Sobald die Stromleitung fest angeschlossen ist und den „nötigen Saft“ liefert, kann die alte Schulglocke dann auf dem Friedhof zum ersten Mal zur Probe läuten.

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