weather-image
12°
Vor 375 Jahren wütete der „Großer Brand“ im Flecken / Erinnerung an das historische Ereignis

Als Aerzen in Flammen aufging

AERZEN. Der 30-jährige Krieg hinterlässt 1642 auch in Aerzen verheerende Spuren. Bei der Einquartierung der „Weimarischen Reuterey“ fielen die Kirche mit zwölf dazugehörenden Bauten, 16 Gebäude und Scheunen inklusive der Burg des Amtes Aerzen sowie 94 weiterer Privathäuser samt Nebengelasse einer großen Feuersbrunst zum Opfer. Am 15. Oktober erinnern die Kirchengemeinde, die Freiwillige Feuerwehr und der Flecken Aerzen gemeinsam an diesen großen Brand.

veröffentlicht am 12.10.2017 um 12:46 Uhr

Verheerende Auswirkungen hatte der große Brand von 1642 in Aerzen. Foto: Stadtarchiv Lingen
59.225-02

Autor

Sabine Brakhan Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Nachdem die Rauchschwaden verzogen waren, bot sich der Bevölkerung ein Bild des Grauens. „Bis auf drei Häuser waren alle Gebäude vollkommen abgebrannt“, berichtet die Schwitzer-Chronik.

Bereits kurz nach dem großen Brand begann unter der Federführung von „Börries“ von Münchhausen der Wiederaufbau des Amtes Aerzen. 1643 konnten in der Kirche bereits wieder Gottesdienste gefeiert werden. Wenn am Sonntag, 15. Oktober, um 10 Uhr die Glocken der Aerzener Marienkirche zum Gottesdienst einladen, dann wollen die Kirchengemeinde, die Freiwillige Feuerwehr und der Flecken Aerzen gemeinsam an diesen großen Brand erinnern. Das Ereignis jährt sich dann zum 375. Mal.

Im Staatsarchiv in Hannover existiert noch ein historisches Dokument, das über den großen Brand in Aerzen berichtet. Heinz Schmidt aus Bad Arolsen hat sich im Vorfeld des Jubiläums über viele Wochen hinweg mit dem Schriftstück beschäftigt und die alte Handschrift übersetzt. Im Rahmen des Gemeindefestes, das im Anschluss an den Gedenkgottesdienst rund um Kirche und Pfarrhaus stattfindet, werden eine Kopie des Original-Schriftstücks und die Übersetzung der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Hintergründe des 30-jährigen Kriegs können gemeinsam mit Cornelia Händchen anhand einer Präsentation näher betrachtet werden und die Aerzenerin Dr. Marion Müller wir ihr Buch zur Reformation vorstellen. Die ausgebildete Gäste- und Kirchenführerin Magdalena Danger aus Gellersen schlüpft in die Rolle der Anna Dorothea von Kerssenbrock, der Gattin des „Börries“ von Münchhausen, und lädt alle Interessierten ein, auf lebendige und unterhaltsame Art und Weise im Rahmen einer Kirchenführung unter dem Motto „Mein Liborius hat gesagt…“ in die bewegte Geschichte der Aerzener Marienkirche einzutauchen. Die Freiwillige Feuerwehr Aerzen präsentiert sich mit einer großen Fahrzeugschau und demonstriert modernste Feuerlösch- und Rettungstechniken im Rahmen von Einsatzübungen. Für das leibliche Wohl wird vom Ortsrat Aerzen und dem Feuerschutzausschuss des Fleckens Aerzen sowie der evangelischen Kirchengemeinde gesorgt.

Information

Programm

Zur Erinnerung an den Großen Brand in Aerzen von 1642 finden am Sonntag, 15. Oktober, folgende Veranstaltungen statt:

10 Uhr: Gedenkgottesdienst zum 375. Jahrestag „Großer Brand Aerzen“

Im Anschluss an den Gedenkgottesdienst bis zirka 16 Uhr:

Fahrzeugschau der Freiwilligen Feuerwehr mit Einsatzübungen.

Buchpräsentation von Dr. Marion Müller.

Historische Betrachtung des 30-jährigen Kriegs mit Cornelia Händchen.

12 bis 16 Uhr: Bratwurst mit und ohne feurige Soße, Getränke und Kuchenbüfett.

12.30 bis 13 Uhr: Hans im Glück – Märchenhafter Moment mit Dr. Ullrich Händchen.

13.30 Uhr: Kirchenführung mit Magdalena Danger unter dem Motto „Mein Liborius hat gesagt…“

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare