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Trinkwasserschutzgebiet soll Qualität des Brunnens sichern / Antragsverfahren beginnt

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Emmerthal. Steter Tropfen höhlt den Stein: Immer wieder erhoben Emmerthaler Politiker in den vergangenen Jahren die Forderung, die erheblichen Investitionen im Trinkwasserbereich langfristig zu sichern. Nun läuft der Antrag, ein Wasserschutzgebiet für den Brunnen Börry-Nord auszuweisen. Umfangreiche Vorarbeiten und Gutachten waren dazu notwendig, um das Verfahren auf den Weg zu bringen. Auf die lange Vorlaufzeit verweist Bürgermeister Andreas Grossmann, die weit vor seiner Amtszeit begonnen habe. „Alles, was zur Verbesserung der Trinkwasserqualität führen kann, ist positiv zu sehen“, sagt er.

veröffentlicht am 28.01.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:41 Uhr

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In Emmerthal besteht ein Eigenbetrieb – die Gemeindewerke –, um die Mehrheit der Einwohner mit Trinkwasser zu versorgen. Neben der Gemeinde gibt es beispielsweise noch die Stadtwerke Bad Pyrmont, die Amelgatzen, Welsede und Hämelschenburg beliefern. Die Gemeindewerke Emmerthal hatten in Zeiten mit geringer Grundwasserneubildung mit Qualitätsproblemen zu kämpfen. Deshalb gab es in den vergangenen Jahren umfangreiche Untersuchungen und Planungen. Sie führten schließlich dazu, dass mit dem neuen Brunnen Grohnde-Süd ausreichend gutes Wasser gefördert werden kann. Eine Leitung führt zum Hochbehälter Kirchohsen. „Das hier gewonnene Grundwasser ist chemisch und bakteriologisch einwandfrei und wird mit den Wässern der drei Brunnen Kirchohsen im Hochbehälter Kirchohsen vermischt“, heißt es in den Antragsunterlagen. „Dadurch gehören die aufgetretenen Qualitätsprobleme ab Inbetriebnahme des Brunnens Grohnde-Süd der Vergangenheit an.“

Zwei im Bereich des Wasserwerkes Börry bestehende Brunnen wurde wegen hoher Nitratwerte stillgelegt. Nun steht nur noch der 1988 in Betrieb genommene Brunnen Börry-Nord mit einer Förderkapazität von gut 100 000 Kubikmetern jährlich aus etwa 90 Meter Tiefe zur Verfügung, weshalb vom Wasserwerk Kirchohsen zugeliefert wird. Der Brunnen gilt als nitratarm. Der Antrag, ein Schutzgebiet auszuweisen, hat deshalb den „ungefährdeten Schutz der Wasserförderung“ zum Ziel. Wie wichtig dieses Ziel ist, bekamen die Verantwortlichen 2004 nach über 16-jährigen Betrieb ohne bakteriologische Auffälligkeiten zu spüren: Damals trat eine Verkeimung auf, die durch undichte Rohrverbindungen im Boden verursacht worden war. Bakteriologisch belastete Oberflächengewässer sickerten unkontrollierbar in den Brunnen, der vorübergehend stillgelegt werden musste. Die undichten Stellen konnten schließlich beseitigt werden. „Das geförderte Wasser ist seitdem bakteriologisch einwandfrei und ohne Aufbereitung verwendbar“, heißt es in dem Gutachten.

Das Trinkwasserschutzgebiet wird laut Antrag vorwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzt, Siedlungsflächen sind auf dem rund 87 Hektar (0,87 Quadratkilometer) großen Areal nicht vorhanden. Die Zone I des Schutzgebietes umfasst den unmittelbaren Bereich des Brunnens mit gerade einmal 200 Quadratmetern. Den Schutz vor Verunreinigungen durch Krankheitserreger stellt die Zone II dar. Deshalb dürfen hier beispielsweise weder Abwasser noch Gülle in den Boden eindringen. Die Zone III bietet Schutz vor schwer abbaubaren Verunreinigungen, etwa durch Chemikalien.

„Die Beantragung und Ausweisung eines Schutzgebietes zur Grundwasserentnahme für die Trinkwasserversorgung ist ein umfangreiches Projekt“, teilt Sandra Lummitsch als Sprecherin des Landkreises mit. Die Behörde ist zuständig für das Antragsverfahren. Die Dauer, die Kosten und der tatsächliche Ablauf des Verfahrens hängen maßgeblich von den individuellen Gegebenheiten vor Ort ab wie etwa Geologie oder Konfliktpotenziale, wie sie weiter erläutert.

Seit dieser Woche liegt der Antrag bis zum 27. Februar bei der Gemeinde Emmerthal aus, kann aber auch im Internet auf der Landkreisseite eingesehen werden. Einwendungen können bis spätestens zum 13. März erhoben werden. Außerdem werden die Träger öffentlicher Belange am Verfahren beteiligt. Anschließend erfolgt die Zusammenstellung der Einwendungen und Stellungnahmen durch die Untere Wasserbehörde des Landkreises, bevor weitere Schritte folgen. cb



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