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Platz für die anfallenden radioaktiven Abfälle beim Rückbau reicht nicht aus

AKW Grohnde will neues Zwischenlager bauen

EMMERTHAL. Der Betreiber des Atomkraftwerks Grohnde möchte ein weiteres Zwischenlager errichten. Es soll die beim Rückbau der Anlage anfallenden schwach- und mittelradioaktive Abfälle aufnehmen. Einen entsprechenden Antrag hat Preussen Elektra beim Niedersächsischen Umweltministerium gestellt.

veröffentlicht am 19.12.2017 um 19:21 Uhr

Ende 2021 wird das AKW Grohnde heruntergefahren. Um die beim Rückbau anfallenden Atomabfälle aufnehmen zu können, soll neben dem bestehenden Zwischenlager (links) ein weiteres errichtet werden. Foto: dana
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Welche räumliche Dimension der geplante Bau haben wird, kann Preussen-Elektrat-Sprecherin Almut Zyweck noch nicht sagen. „So weit sind wir mit der Planung noch nicht“, erklärte sie auf Anfrage der Dewezet. „Der erste Schritt ist die atomrechtliche Genehmigung, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Die baurechtliche Seite wird danach folgen und nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen.“ Die Größe des Zwischenlagers sei davon abhängig, ob das Endlager Konrad wie geplant im Jahr 2022 in Betrieb gehen werde und wann es radioaktive Abfälle aus Grohnde aufnehmen könne. Das Ende des AKW Grohnde ist mit dem vom Bundestag beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie für Ende 2021 längst gesetzlich beschlossen, die Abschaltung aber nicht einfach zu verwirklichen – es bedarf dazu der entsprechenden atomrechtlichen Genehmigung. Ende Oktober hat der Betreiber Preußen Elektra deshalb bereits den Antrag zur Stilllegung und zum Abbau der im Jahr 1978 in Betrieb genommenen Anlage in Hannover gestellt.

Dass die Belegschaft des Kernkraftwerks – derzeit rund 500 im Schichtbetrieb arbeitende Kräfte – nach der Abschaltung verringert wird, wurde von der Sprecherin der Preußen Elektra bestätigt. „Wir gehen davon aus, dass nach der Stilllegung noch rund 300 Mitarbeiter benötigt werden, so lange das Kernkraftwerk noch nicht brennstofffrei ist. Aber es sind keine betriebsbedingten Kündigungen geplant. Das ist bereits mit dem Betriebsrat vereinbart“, so Zyweck. Der Personalabbau werde sozialverträglich durchgeführt. Mitarbeiter, die altersbedingt ausschieden, würden dann nicht mehr ersetzt. Für die verbleibenden Kräfte sei geplant, sie durch Schulungen fit für den AKW-Rückbau zu machen. Wenn die Anlage nach der fünfjährigen Abklingzeit 2026/2027 brennstofffrei sei, „werden wir noch etwa 150 Mitarbeiter für den Rückbau benötigen“.

Der von Atomkraftgegnern behaupteten Darstellung, Grohnde sei ein „Pannenreaktor“, der vorzeitig stillgelegt werden müsse, hatte Kraftwerksleiter Michael Bongartz schon während einer Sitzung des Emmerthaler Rates im August widersprochen. Damals war es um einen Antrag der Gruppe CDU/FWE gegangen, eine Resolution zum AKW Grohnde zu verabschieden, in welcher der Rat der Gemeinde beschließen sollte, dass er keinen aktuellen Anlass sieht, die sofortige Stilllegung des AKW zu fordern. Hintergrund dieses Antrags war, dass zahlreiche Stadtverbände der Grünen in benachbarten nordrhein-westfälischen Städten in Resolutionen eine vorzeitige Stilllegung von Grohnde gefordert hatten.

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