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Ereignisse in Japan spielen bei Revision noch keine direkte Rolle / Netzagentur erwartet keine Engpässe

AKW Grohnde geht für vier Wochen vom Netz

Emmerthal (cb). Das Atomkraftwerk Grohnde ist gestern wie geplant zum jährlichen Brennelementewechsel und der damit verbundenen Anlagenrevision vom Netz gegangen. Das haben das Niedersächsische Ministerium für Umwelt- und Klimaschutz als Atomaufsichtsbehörde und e.on Kernkraft als Betreiber mitgeteilt. Damit halten beide Seiten an dem Zeitplan fest, obwohl es wegen des Moratoriums der Bundesregierung, durch das derzeit ohnehin die sieben ältesten AKWs abgeschaltet sind, Bedenken wegen möglicher Engpässe bei der Stromversorgung gegeben hatte. Revisionen müssten in langen Zeiträumen geplant und durchgeführt werden, meinten übereinstimmend das Ministerium und der Betreiber, nach deren Angaben die Atomkatastrophe von Japan noch keine Konsequenzen für den Reaktor in Grohnde hat. Die Bundesnetzagentur geht „davon aus, dass die Netzsicherheit gewährleistet bleibt“, wie deren Sprecherin Renate Hichert gestern auf Nachfrage sagte. „Alle Beteiligten werden mit dazu beitragen“, sagte sie. Derzeit sind auch die AKWs Gundremmingen (Block B) und Grafenrheinfeld (Block 1) für die Revision vom Netz. Wie Dr. Petra Uhlmann von e.on Kernkraft sagte, prüfe ihr Unternehmen jedoch eine konkrete Anfrage des Netzbetreibers Tennet, die ab Mitte Mai vorgesehene Revision des Kohlekraftwerkes Staudinger in Hessen zu verschieben.

veröffentlicht am 03.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:21 Uhr

Gestern wurde das Atomkraftwerk heruntergefahren. Bis zu 1650 externe Fachkräfte sollen laut e.on in den kommenden Wochen in Gro
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Laut Ministerium bleibt das AKW Grohnde voraussichtlich etwa vier Wochen abgeschaltet. Während des Stillstandes werden 44 der insgesamt 193 Brennelemente des Reaktorkerns gegen neue ausgetauscht. „Neben einer Vielzahl von routinemäßigen Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen werden in diesem Jahr größere und zum Teil zeitaufwendige Instandhaltungsarbeiten an nuklearen und sicherheitstechnisch bedeutsamen Anlagenteilen durchgeführt“, teilt Ministeriumssprecherin Jutta Kremer-Heye mit. Derzeit stehe in Niedersachsen das im Zuge des Moratoriums abgeschaltete Kernkraftwerk Unterweser vor dem Hintergrund der Ereignisse in Fukushima besonders auf dem Prüfstand. Die Reaktor-Sicherheitskommission führt zusammen mit den Behörden der Länder und dem Bundesumweltministerium die neue Risikoanalyse durch. Die Prüfer müssen dabei externe Risiken betrachten, die denen vergleichbar sind, die sich in Japan ereignet haben. Erst in einem zweiten Schritt würden dann die jüngeren Kernkraftwerke überprüft, so die Sprecherin.

Für die nun vorgesehene Revision in Grohnde nannte Kremer-Heye drei Schwerpunkte, wobei zwei auf Grundlage von meldepflichtigen Ereignissen in anderen Reaktoren durchgeführt werden sollen. Dazu zählt die Inspektion von Dichtungsgehäusen der Hauptkühlmittelpumpen. Grund: Wegen eines bei einer Inspektion in einer ausländischen Anlage entdeckten Anrisses an einem Gewinde am Dichtungsgehäuse hat die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit die Empfehlung ausgesprochen, an baugleichen Pumpen in deutschen Anlagen entsprechende Prüfungen vorzunehmen. In Grohnde werden in der diesjährigen Revision an zwei der vier Hauptkühlmittelpumpen die Dichtungsgehäuse gegen eine neuere Konstruktion ausgetauscht, um anschließend an den bisherigen Dichtungsgehäusen die materialtechnischen Untersuchungen durchzuführen.

Nachdem im AKW Grafenrheinfeld bei der Revision 2010 ein Befund an einem Thermoschutzrohr eines Stutzens der Hauptkühlmittelleitung festgestellt worden war, wird in Grohnde diese Stelle mit der gleichen Analysetechnik überprüft, um einerseits über vergleichbare Ergebnisse zu verfügen und andererseits mögliche Schäden sicher auszuschließen, wie das Ministerium in Hannover weiter erläutert. Außerdem gehe es um die Inspektion von Kernbauteilen, da die Aktivitätswerte des Kühlmittels einen Brennstabschaden in einem Brennelement anzeigen. Mit Hilfe einer speziellen Messeinrichtung wird dieses beim Entladen der Brennelemente identifiziert und ist vom Wiedereinsatz ausgeschlossen. Das vorgesehene Inspektionsprogramm der Kernbauteile wird laut Ministerium entsprechend erweitert werden.

Alle für die nukleare Sicherheit bedeutsamen Revisionsarbeiten werden vom Ministerium für Umwelt und Klimaschutz und Sachverständigen des TÜV Nord EnSys Hannover sowie des Germanischen Lloyd Hamburg „intensiv kontrolliert und überprüft“, wie Kremer-Heye weiter erläutert. Nach Angaben von Dr. Uhlmann werden in den nächsten Wochen bis zu 1650 externe Fachkräfte in Grohnde im Einsatz sein. Bei der diesjährigen Revision werde e.on insgesamt 43 Millionen Euro investieren, so die Unternehmenssprecherin.



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