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Ohr. Im Januar feierte die Klimaschutzagentur die Zahl von 300 Energieberatungen im Emmerthaler Gebiet. „In 80 Fällen sind die Energieberater auch zu einer intensiven Beratung bei Bürgern zu Hause gewesen“, erklärt der Chef der Agentur, Tobias Timm. In den übrigen Fällen seien die Berater für allgemeinere Informationen mit interessierten Anwohnern in den Wohngebieten unterwegs gewesen.

veröffentlicht am 10.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:21 Uhr

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Autor:

Jobst Christian Höche
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Doch eine Beratung allein trägt noch nicht zum Klimaschutz bei und zieht auch nicht unbedingt eine kostspielige Sanierung nach sich. Timm bittet um Geduld. „Die Erfahrungen aus anderen Gebieten wie Hannover zeigen, dass es nach den Beratungen gut zwei bis drei Jahre dauern kann, bis sich Eigentümer für eine Sanierung entscheiden.“ Im Startgebiet der Aktion „Mach Dein Haus fit“, den Ortsteilen von Emmerthal, hat sich bislang nur eine Familie nach einer Beratung für eine Teilsanierung entschieden.

„Wir haben eine kostenlose Beratung in unserem Haus durch die Klimaschutzagentur in Anspruch genommen“, erklärt Ulrike Bengtson. Für ein Gutachten und die Planung definitiver Maßnahmen habe der Architekt dann aber bezahlt werden müssen. Das habe rund 1200 Euro gekostet. Schnell sei klar geworden, dass eine komplette energetische Sanierung des 1951 gebauten Hauses den Kaufwert des Gebäudes überstiegen hätte, erklärt Ulrike Bengtson. Auch eine Sanierung des Daches sei nach Rücksprache mit einem Dachdecker nicht drin gewesen. „Wir haben dann beschlossen, unsere ohnehin reparaturbedürftige Heizung erneuern zu lassen.“ Neben einem neuen Brenner musste im Keller zunächst Raum für einen großen Pufferspeicher geschaffen werden Der Puffer soll Warmwasser speichern, das durch die Solarthermieanlage auf dem Dach eingespeist werden soll. Auch diese soll im Zuge der Sanierung installiert werden.

„Die Entscheidung, eine Finanzierung bei der KfW-Bank aufzunehmen, ist uns bei der Veranstaltung in Emmerthal gekommen“, sagt Ulrike Bengtson. Die Kreditzinsen von nur einem Prozent seien zu verlockend gewesen, nicht zuzuschlagen. Bei den Vorbereitungen zur Antragstellung habe die Klimaschutzagentur dann weiterhelfen können. Bevor der Kredit aber abgerufen werden könne, müssen alle Unterlagen vom Energieberater unterzeichnet werden, der diese dann an die KfW weitergebe, erklärt Ulrike Bengtson. „Wir haben im Dezember den Vertrag unterschrieben, wollten aber mit dem Bau warten, bis die Temperaturen wieder steigen. Der Einbau soll jetzt zügig beginnen und bis Ostern fertig sein.“

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Neben den kreditfinanzierten Sanierungen helfe das erstellte Gutachten des Architekten über Energiesparpotenziale dem Ehepaar außerdem dabei, zu schauen, was sich in Eigenleistung noch an energetischen Maßnahmen erledigen lasse, erklärt die pensionierte Versicherungsangestellte. „Irgendwann wollen wir außerdem die Fenster ersetzen lassen, auch der erste Stock soll noch gedämmt werden“, erklärt Ulrike Bengtson. Der KfW-Kredit kann dafür aber nicht genutzt werden, da dieser nur auf die festgelegte Sanierung der Heizung zugeschnitten ist.

Erstaunt zeigt sich die Eigentümerin darüber, dass ihr Haus das erste und einzige ist, dass im Zuge der Kampagne der Klimaschutzagentur saniert wird. Eine Befragung im Vorfeld der Aktion habe nach Angaben der Agentur ergeben, dass eine „hohe Bereitschaft zur energetischen Sanierung bei den 754 Befragten bestehe“. „In einigen Fällen kann es bis zur endgültigen Entscheidung auch mal fünf Jahre dauern“, sagt Tobias Timm. Nach seiner Erfahrung würden sich am Ende aber doch „rund 80 Prozent der beratenen Hauseigentümer für eine energetische Sanierung in Höhe von durchschnittlich 20 000 Euro entscheiden“. Während in Emmerthal noch überlegt wird, zieht die Klimaschutzagentur mit ihrem Projekt jetzt in andere Gemeinden weiter, um für Sanierungen zu werben.

Ulrike Bengtson ist die erste und bisher einzige Hauseigentümerin, die mithilfe der Klimaschutzagentur energetisch sanieren lässt.

Fotos: jch



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