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Wir öffnen Türen: Der Hochbehälter Kirchohsen wird gerade saniert

Adventskalender Tür 5: Der Hochbehälter in Kirchohsen

EMMERTHAL. Mit Beginn des Monats Dezember und bis Weihnachten wollen wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, Türen öffnen. Die Redaktion besucht Orte, die nicht für jedermann zugänglich sind und verrät das ein oder andere Geheimnis, das hinter dem Türchen steckt. Heute: der Hochbehälter in Kirchohsen.

veröffentlicht am 05.12.2017 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 10:58 Uhr

Nach der Sanierung sind die Kammern des Hochbehälters grün statt blau: Morten Elgert ist zwar nicht begeistert, dem Wasser schadet es aber nicht. 500 Kubikmeter fasst eine Kammer. Foto: kk
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite

Morten Elgert öffnet das Fenster: lautes Rauschen ist zu hören, es kommt aus einem dicken Rohr und fließt in die 500 Kubikmeter fassende Kammer. „Das Wasser aus den vier Brunnen vermischt sich hier.“ Mit „hier“ meint der Leiter der Wasserversorgung Emmerthal den Hochbehälter Kirchohsen: In dem Trinkwasserspeicher am Scharfenberg fassen die beiden Kammern insgesamt 1000 Kubikmeter Wasser. Von dort aus wird es dann ins Versorgungsnetz der Emmerthaler gespeist.


Derzeit ist aber nur eine Kammer in Betrieb: Der 1965 gebaute Hochbehälter wird gerade das erste Mal saniert – für eine halbe Million Euro. Seit Anfang Mai sind verschiedene Spezialfirmen dabei, neue Filteranlagen einzubauen, Edelstahlleitungen zu verlegen, die Elektrik zu modernisieren und eine neue Beschichtung in den Wasserkammern aufzutragen – „die sollte eigentlich blau werden, jetzt ist sie grün“. Ein Kommunikationsproblem zwischen Bauleitung und der zuständigen Firma. Elgert versucht, sich nicht mehr darüber zu ärgern, „aber blau fand ich passender für das Thema Wasser. Ich stecke hier halt mit viel Herzblut drin“, sagt der Wassermeister, der schon seit gut 30 Jahren für die Gemeinde Emmerthal tätig ist.

Das schärft auch seinen Blick auf das Lebensmittel: denn nichts anderes ist Trinkwasser. Ein tropfender Wasserhahn? „Ist für uns eigentlich nichts, da wir mit ganz anderen Mengen zu tun haben“, sagt Elgert, aber: „Ich weiß, wie aufwendig es ist, sauberes Trinkwasser zu bekommen. Das ist ein kostbares Gut.“

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Und in das wird jetzt investiert. Elgert steht in der leeren Kammer des Hochbehälters, die jetzt grün ist. Sein Blick geht nach oben: „Der maximale Wasserstand liegt bei 4,65 Meter.“ Für Menschen mit Höhenangst ist der Blick von oben in die leere Kammer kein Vergnügen. Nebenan in der zweiten Kammer rauscht das gut zwölf Grad warme Wasser weiterhin: Mit 1300 Kubikmetern Wasser werden die Emmerthaler Haushalte (außer Hämelschenburg, Amelgatzen, Welsede und Ohr) im Schnitt pro Tag versorgt – das entspricht 1 300 000 Litern. Zu Spitzenzeiten, wenn zum Beispiel das AKW Grohnde Revision hat, können das auch schon mal 3000 Kubikmeter sein.

Insgesamt betreiben die Gemeindewerke vier Hochbehälter: „Dieser ist der größte“, sagt Elgert. Noch nie sei der Hochbehälter am Scharfenberg ausgefallen – „auch der Druck reicht in der Regel aus, sodass wir genügend Löschwasser über die Hydranten zur Verfügung stellen können.“ Dennoch: Bei größeren Einsätzen werden Elgert und sein Team von der Leitstelle mit alarmiert. Einmal pro Woche schaut jemand aus Elgerts Team im Hochbehälter nach dem Rechten oder entnimmt Proben. „Man hat hier schon mal versucht einzubrechen“, erzählt der Meister der Ver- und Entsorgungstechnik. Doch nach dem fast abgeschlossenen Umbau gleiche der Hochbehälter einer kleinen Festung. In die nichts und niemand reinkommt. Außer Wasser – und davon ganz viel.



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