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Mehr als 30 Darsteller bilden das Gefolge der von Eversteins beim Mittelalterspektakel in Aerzen

Adelsgeschlecht zieht in die Domänenburg ein

Emmerthal (gm). Wenn am übernächsten Wochenende der historische Markt rund um die Aerzener Domänenburg seine Pforten öffnet, ist die Grafschaft Everstein bereits zum dritten Mal dabei. Wenngleich es das Adelsgeschlecht derer von Everstein nicht mehr gibt, lebt der Kirchohsener Michael Sczesni allerspätestens seit der 1000-Jahr-Feier in Ohsen, im Sommer 2004, diese alte Tradition des Mittelalters in historischer und einfühlsamer Weise nach. Zu seiner Truppe, der Grafschaft Everstein, die eine reine Interessengemeinschaft ist, zählen derzeit weit über 30 Mitglieder, die sich in ihren von ihnen dargestellten Personen einhundertprozentig mit ihren „Vorfahren“ identifizieren.

veröffentlicht am 28.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 06:41 Uhr

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„Du musst schon Idealist sein, aber auch das Hintergrundwissen haben“, verdeutlicht Michael Sczesni, der im wirklichen Leben Kfz-Meister des Hamelner Polizeifuhrparks ist.

Seine Gewandungen, Wappen, Fahnen, die zehn original nachgebauten Zelte, aber auch das ganze historische Equipment hat Sczesni in seiner Freizeit in detailgetreuer Arbeit liebevoll selbst geschneidert und zusammengebaut. Seine Ehefrau Susanne, die auch in der Grafschaft Everstein seine Ehefrau Irmgard von Waldeck darstellt, kennt ihren „Micha“ während der Wintermonate nur vor der Nähmaschine sitzend. „Dieser Idealismus und die Liebe zu den mittelalterlichen Märkten steckt an“, erzählt die 51-jährige Verwaltungsangestellte. „Wir sind jetzt zum dritten Mal in Aerzen dabei und freuen uns auf interessante Gespräche mit den Besuchern“, verdeutlicht Michael Sczesni, der in der Rolle als Graf Hermann von Everstein mehr als nur eine dargestellte Person sieht. „Neben unseren Repräsentationen auf historischen mittelalterlichen Märkten sind wir weit über die Landesgrenzen des Weserberglandes unterwegs, um Burgen, Klöster und Kirchen zu besuchen“, erzählt der 50-jährige „Graf“.

„In mittelalterlichen Urkunden finden wir immer wieder neue Informationen über Wirkungsstätten unserer angrenzenden heimatlichen Dynastiengeschlechter aus Lippe, Waldeck, Homburg und Braunschweig“, sagt Sczesni. „Mit ihnen pflegten die Eversteiner auch verwandtschaftliche Beziehungen, hatten interne Verträge und Bündnisse“, weiß er zu berichten. Im mittelalterlichen Rollenspiel herrscht Personalnot.

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„Die meisten Mittelalterbegeisterten wollen Ritter, Handwerker und andere Personen darstellen“, sagt Susanne Sczesni. „Die Adeligen sind aktuell meist nicht so oft vertreten.“ Umso erfreulicher für die Truppe um Michael Sczesni, dass sie unlängst drei neue Mitglieder in ihrer Interessengemeinschaft begrüßen konnten, die wie er Grafen und Herzöge darstellen. Gemeinsam mit den neuen Adeligen hinterließ die Grafschaft Everstein unlängst beim Mittelaltermarkt in Bodenwerder einen nachhaltigen Eindruck.

„Es waren besonders die Besucher zwischen 50 und 70 Jahren, die über ein ausgezeichnetes Wissen der mittelalterlichen Adelsgeschlechte verfügen“, erinnert sich Sczesni. „Diese Leute zeigen Interesse und geben selbst uns noch wichtige Hinweise, wo wir mit weiteren Recherchen ansetzen können“, meint Graf Hermann von Everstein zu „Sczesni“.

Auf den historischen Markt rund um die Aerzener Domänenburg freut sich die überregionale Kirchohsener Grafschaft. „Am liebsten sind uns Märkte, an denen auch Ritterschaften mit Pferden teilnehmen. Und besonders authentisch sind Märkte und Burgfeste, die mit mittelalterlicher Musik das Marktgeschehen begleiten“, so der Tenor unter den Adeligen und ihrem Gefolge.

Der historische Markt findet am Samstag, 8. und Sonntag, 9. September rund um die Aerzener Domänenburg statt. Der Eintritt ist frei.

Am zweiten Septemberwochenende ist die Domänenburg wieder in mittelalterlicher Hand.



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