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Aerzener Maschinenfabrik produziert keine Gaszähler mehr / Verkauf an Unternehmen in Baden-Württemberg

Abschied von einer Traditions-Sparte

AERZEN. Mit dem Lieferprogramm Gebläse, Verdichter, Drehkolbenverdichter, Gaszähler und Turbogebläse warb bislang die Aerzener Maschinenfabrik weltweit – nun fällt ein Produkt heraus. Der Global Player hat sich zum Jahreswechsel von der Sparte Gaszähler getrennt und sie an ein Unternehmen im Badischen verkauft.

veröffentlicht am 08.02.2019 um 15:22 Uhr
aktualisiert am 08.02.2019 um 20:20 Uhr

Foto: Dana
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Diese Technik, die das Unternehmen beginnend mit den dreißiger Jahren beispielsweise an Gaswerke, Kokereien oder Bergwerke auslieferte und die sich dann zu einem bedeutenden Fabrikationszweig entwickelte, galt zuletzt nur noch als „absolutes Nischenprodukt“, wie Sprecher Stephan Brand auf Nachfrage unserer Zeitung begründet. Der international führende Hersteller für Gebläse und Verdichter informierte darüber, Ende des Jahres 2018 seine Produktsparte Drehkolbengaszähler an die RMA Rheinau GmbH verkauft zu haben.

Die Mitteilung, die das heimische Familienunternehmen herausgab, war über die Branchenfachmagazine eher für die Kunden bestimmt. Es sei für die Aerzener Maschinenfabrik sehr wichtig gewesen, „einen Käufer zu finden, der unseren teils langjährigen Kunden das Produktsortiment in gewohnter Qualität anbieten wird“, erklärt laut Mitteilung der Geschäftsführende Gesellschafter Klaus-Hasso Heller. Mit der Firma RMA habe man einen verlässlichen Partner gefunden haben, der „die Technologie nicht nur fortführen, sondern auch entsprechend weiterentwickeln wird“. Die Aerzener Maschinenfabrik werde sich im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie und Zukunftsorientierung verstärkt auf ihre Kernprodukte und -märkte konzentrieren, heißt es in der Mitteilung weiter.

Bei der RMA Rheinau GmbH handele es sich um einen Mittelständler in Baden-Württemberg, der sich genau auf das Programm der Gaszähler spezialisiert habe, erklärt Brand auf Nachfrage. Für die Aerzener Maschinenfabrik hingegen habe das Produkt im Gegensatz zu früheren Zeiten zuletzt immer weniger wirtschaftliche Bedeutung gehabt, wobei der Aufwand von der Dokumentation bis zur Eichung sehr hoch gewesen sei. Zu dem Gesamtumsatz des Stammsitzes in Aerzen in Höhe von 230 Millionen Euro habe die Sparte weniger als eine Million Euro beigetragen. Bezogen auf die gesamte Unternehmensgruppe sei der prozentuale Anteil noch geringer gewesen, da sich Nachfrage und Absatz der Messinstrumente vornehmlich auf den deutschen Markt bezogen hätten.

Nach Unternehmensangaben setzt die Aerzener Maschinenfabrik auf die internationale Wachstumsstrategie, deren Schwerpunkt im Wesentlichen auf Kompressoren-Technologie und Anwendungsspezialisierung liegt. Die Sparte der Gaszähler passe „heute nicht mehr zur zukünftigen Zielausrichtung“.

Es habe mehrere Gespräche mit Mittelständlern gegeben, die an dem Aerzener Produkt Interesse gehabt hätten und „in dem Markt wachsen wollen“, sagt Brand. Die Übergabe an RMA sei zum 31. Dezember 2018 erfolgt, zum Preis sei wie üblich Stillschweigen vereinbart worden. Bei dem Verkauf gehe es um Technologie, Warenbestände und Fertigungsequipment, erläutert der Unternehmenssprecher. Mit Blick auf die Firma RMA „freuen wir uns, dass ein Aerzener Produkt, das wir liebgewonnen haben, dort an die Tradition anknüpfen kann“, sagt Brand.

Nach seinen Angaben hat die Entscheidung übrigens keinen Einfluss auf die Personalentwicklung in Aerzen. Ohnehin seien nur vergleichsweise wenige Mitarbeiter in der Gaszähler-Sparte beschäftigt gewesen, meint er. Brand: „Und die können wir gut in anderen Bereichen einsetzen.“



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