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Mehrheitsbeschluss der AM-Mitarbeiter – doch es gibt auch Kritik

Abschied von der Sterbekasse

Aerzen (cb). „Über 40 Jahre einbezahlt, alles umsonst“, beklagt sich anonym ein Mitarbeiter der Aerzener Maschinenfabrik, dass zum Monatsende die Sterbekasse der Belegschaft aufgelöst wird. „Manche Pensionäre haben schon 50 Jahre und länger eingezahlt“, heißt es in einem weiteren Schreiben – „traurig, traurig“. Betriebsratsvorsitzender Frank Pook weiß von Einzelschicksalen, die sich ihm in persönlichen Gesprächen offenbart haben. Doch alle Versuche des Betriebsrates, der auch den Vorstand der Sterbekasse bildet, seien gescheitert, um den Familien von verstorbenen Mitarbeitern finanzielle Unterstützung zuteil werden zu lassen. Letztendlich habe es bei einer Versammlung von gut 200 Beschäftigten eine überdeutliche Mehrheit gegeben, das Projekt einzustellen.

veröffentlicht am 31.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 16:41 Uhr

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Damit endet heute ein Modell, das für den Solidarcharakter innerhalb der Belegschaft stand und in eigener Regie betrieben wurde. Grundlage dazu bildete aber keine Kapitalbildung, sondern ein Umlageverfahren. „Und das war den wenigsten bewusst“, sagt Pook. Konsequenz: Geld gibt es nun nicht mehr zu verteilen. „Der Fehler liegt im Ursprung begründet.“ Zuletzt gehörten 1200 Mitarbeiter zur Sterbekasse – Tendenz stark fallend. Das Prinzip: Im Falle eines Todesfalles wurden jeweils 1,50 Euro von ihnen eingezogen, so dass die Angehörigen von Verstorbenen um die 2000 Euro erhielten. Doch: Das eingenommene Geld wurde zu 100 Prozent ausgezahlt, ein Vermögen war somit nicht vorhanden. Seit Jahren zeichnete sich laut Vorstand ab, dass angesichts zurückgehender Mitgliederzahlen das Modell nicht mehr aufrechtzuerhalten war, um auch den Angehörigen der verbliebenen Mitglieder später einmal noch die hohe Summe auszahlen zu können. Laut Pook wurden unterschiedliche Möglichkeiten immer wieder durchgerechnet, darunter ein monatlicher Beitrag in Höhe von elf Euro. Besonders jüngere Beschäftigte seien dazu nicht bereit gewesen, was später auch die Mehrheit so gesehen hätte. Vorwürfe gegen die Unternehmensleitung weist Frank Pook übrigens zurück. Sie sei mit dem Projekt nicht direkt verbunden, außerdem zahle sie unabhängig davon bei Todesfällen ein Sterbegeld.



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