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Trotz Sparhaushalt: In Groß Berkel soll in diesem Jahr endlich Ortsmittelpunkt neu gestaltet werden

Abgespeckte Version – aber Baubeginn naht

Groß Berkel (cb). Erheblich zusammengestrichen haben Politik und Verwaltung die Investitionsprojekte, um den Haushalt angesichts knapper Kassen noch ausgleichen zu können. Fast wäre auch die seit Jahren erhoffte und immer wieder verschobene Umgestaltung des Dorfplatzes in Groß Berkel mit Ausnahme der Planungskosten dem Rotstift zum Opfer gefallen. Wenn auch in abgespeckter Version: Jeweils 50 000 Euro stehen in diesem und im nächsten Jahr zur Verfügung, um zumindest mit den Arbeiten beginnen zu können. „Es soll ein Signal sein, dass es mit der Dorferneuerung in diesem Jahr losgeht“, sagte Bürgermeister Bernhard Wagner im Finanzausschuss.

veröffentlicht am 17.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:41 Uhr

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Allerdings: Es ist wirklich nur ein Zeichen. Im ersten Entwurf waren sogar 200 000 Euro für 2012 angesetzt, um dem unansehnlichen Gelände des früheren Areals Kathers Hof mitten im Ortskern nahe der Kirche einen Platzcharakter zu verleihen. Während es im Ausschuss keine Diskussion um diesen Punkt gab, äußerten sich die beiden Fraktionsvorsitzenden, die in Groß Berkel wohnen und nicht an der Sitzung teilnehmen konnten, anschließend auf Nachfrage unserer Zeitung mit gemischten Gefühlen zu den neuen Fakten angesichts der schwierigen Finanzlage.

Die Bauarbeiten erneut komplett zu vertagen wäre kaum gegenüber den Einwohnern zu rechtfertigen gewesen, glaubt Friedel-Curt Redeker (CDU) ebenso wie Burkhard Schraps (SPD). „Da genügte ein Blick zwischen uns“, meint Redeker unter Hinweis auf die vorherigen interfraktionellen Gespräche. Natürlich „sei er froh“, dass es überhaupt losgehe nach gut zehn Jahren Wartezeit – einen Kritikpunkt kann er allerdings nicht verhehlen. „Wir planen uns dumm und dämlich“, verweist Redeker darauf, dass inzwischen vier Konzepte aus der Vergangenheit vorliegen. Bevor nun wieder die Planer das Wort hätten, sollte lieber zusammen mit dem aus Einwohnern bestehenden Dorferneuerungsausschuss geschaut werden, was bei der Platzgestaltung möglich sei.

Nichts anderes will Schraps – die ursprünglich vorgesehenen Planungskosten von 30 000 Euro sollen weitgehend in den Bau fließen. Mit dem Planer solle durchgesprochen werden, was sich nun mit der Sparversion umsetzen lasse. Zwar wäre ihm nicht „wohl dabei gewesen“, das Projekt erneut zu verschieben, doch zur Not wäre er dazu angesichts der Schulden bereit gewesen. „Wir wollen die Verbindlichkeiten minimieren“, so der Sozialdemokrat. Dank der nun verbesserten Ausgangslage sei er aber erleichtert, dass die Umgestaltung des Platzes – von den Grünen als Gruppenpartner („offensichtliche Narbe“ im Ortsmittelpunkt) ohnehin massiv gefordert – begonnen werden kann. Wenn es der Baufortschritt sinnvoll erscheinen lasse, könnte in diesem Jahr sogar Geld aus dem ebenfalls 50 000 Euro umfassenden Etatposten für 2013 vorzeitig abgerufen werden, stellt Schraps in Aussicht.

Die Einwohner selbst sehen die jüngste Entwicklung zwiespältig, nachdem die öffentlichen Maßnahmen im Zuge der Dorferneuerung schon seit Jahren verschoben worden waren und Kathers Hof 2012 ganz oben auf der Prioritätenliste der Gemeinde stehen sollte. „Wir bedauern es natürlich, dass in diesem Jahr nur 50 000 statt 200 000 Euro im Haushalt stehen“, sagt Reinhard Burdinski, einer der Sprecher des Dorferneuerungsausschusses. Zwar sei man bereit, die Notwendigkeiten der Finanzsituation zu akzeptieren, aber, so macht er deutlich: „Wir wollen in diesem Jahr mehr als nur Planungen – wir wollen auch sehen, dass auf dem Platz etwas passiert.“ Zumindest hat Burdinski schon einen Anruf aus dem Rathaus erhalten, dass innerhalb der nächsten zwei Wochen Gespräche dazu stattfinden sollen. Und es gibt noch ein positives Signal, von dem er weiß: Nachdem die Fördertöpfe für private Investoren zeitweise leer waren und dies für Unmut gesorgt hatte, könnten die Groß Berkeler jetzt wieder Anträge für Umbauten im Zuge der Dorferneuerung stellen.



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