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Ortsumgehung: Umfangreiche Anpflanzungen sollen Eingriff in die Natur ausgleichen

400 Bäume, 20 000 Sträucher

Aerzen. Seit gut einem Jahr rollt der Verkehr über die Aerzener Ortsumgehung, nun laufen weitere landschaftspflegerische Arbeiten entlang der Trasse. Gut 400 Bäume sind insgesamt gepflanzt worden – Linden, Eichen, verschiedene Ahornarten und Obstgehölze. „Sie wirken sich schon positiv auf das Landschaftsbild aus“, meint Andreas Kuklinski, im Geschäftsbereich Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für den Bereich Landschaftspflege zuständig. Auf etwa 300 000 Euro schätzt er die Kosten, die im Zuge des Baus der Umgehungsstraße für die Maßnahmen notwendig werden, um die Eingriffe in die Natur zu kompensieren. Noch angepflanzt werden in diesem Monat beispielsweise nahe der vier Kilometer langen Trasse Schlehen, Weißdorn, Haselnuss, Hartriegel und andere Gehölze, so dass dann zusätzlich 20 000 Sträucher zwischen Selxen und Reher wachsen.

veröffentlicht am 18.11.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 04:41 Uhr

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Dass die Straße das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigt, das ist vielen Einwohnern erst zu Beginn der Bauarbeiten mit erheblichen Erdbewegungen am Schierholzberg bewusst geworden. Kuklinski erinnert daran, dass aber ein landschaftspflegerischer Begleitplan bereits Bestandteil des als Baugenehmigung geltenden Planfeststellungsbeschlusses für die Ortsumgehung war. Dabei verweist der Diplom-Ingenieur mit Fachbereich Landschaftspflege auf die Besonderheit des Aerzener Projekts: Noch vor dem ersten Spatenstich seien im Jahr 2009 Streuobstwiesen und am Waldrand Wildäsungsflächen angelegt worden. „Erfreulicherweise“, meint Kuklinski. Neben den Anpflanzungen gibt es Ausgleichsflächen mit einem Umfang von elf Hektar, beispielsweise Biotope, außerdem Ackerflächen, die aus der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen werden. Der landschaftspflegerische Begleitplan, in enger Kooperation mit der Naturschutzbehörde des Landkreises erarbeitet, soll neue Lebensräume schaffen, aber auch der Tier- und Pflanzenwelt dienen.

Für Neuanpflanzungen

an Straßen gelten strenge Richtlinien

Immerhin: Die Ortsumgehung durchschneidet das Landschaftsschutzgebiet Lammergrund, rund 4,5 Hektar Fläche werden durch das Bauwerk versiegelt, auf knapp zwölf Hektar kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen, weil dort Bodenbewegungen für die Trasse notwendig waren, etwa 60 größere Bäume mussten gefällt werden. Die Anpflanzungen, die in diesem Monat abgeschlossen werden, stellten schon die „besonderen Dimensionen“ dar. Und trotz der unbestrittenen Eingriffe in Natur und Landschaft: Vor allem durch die Bäume, teilweise vier Meter hoch und mit 18 bis 20 Zentimeter Stammumfang, würden die Folgen abgemildert, die Straße, so sagt Kuklinski, ein wenig in die Landschaft eingegliedert.

Dabei ist es für die Aerzener fast schon ein Glücksfall, dass diese in Teilen künftig wie eine Allee wirkende Trassenführung überhaupt möglich ist, denn: Bäume sollen künftig an neuen Straßen nur noch die Ausnahme sein, um die Zahl tödlicher Unfälle zu verringern. „Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeugrückhaltesysteme“ nennt sich in Behördensprache eine Vorgabe aus dem Bundesverkehrsministerium aus dem Jahr 2010, die strenge Reglementierungen für die Baubehörden vorschreibt. „Ganz, ganz wenige Ausnahmen“ gebe es nur noch, Bäume bei Straßenneubauten zu pflanzen, sagt Markus Brockmann, Geschäftsbereichsleiter der Hamelner Landesbehörde. Dass es in Aerzen die Anpflanzungen in dieser Größenordnung gebe, liege an den dort vorhandenen Schutzplanken, aber auch an der Topografie, die entsprechende Böschungen aufweise. „Von daher können wir dort davon ausgehen, dass für die Autofahrer keine Gefahr besteht“, meint Brockmann. „Alles andere wäre fatal.“ Der Geschäftsbereichsleiter räumt ein, dass noch nicht alle Bauarbeiten erledigt seien. Die Abnahme sei zwar bereits erfolgt, doch müssten noch einige Mängel beseitigt werden, manche auch erst im Frühjahr. Dazu zählt Brockmann einige Bankette, die abgerutscht seien, aber auch ein Regenrückhaltebecken, bei dem bei Starkregen an der Auffahrt Selxen Wasser auf die Fahrbahn fließe, und die Unebenheiten auf der Brücke über die Kreisstraße zwischen Aerzen und Gellersen. cb



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