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Jubiläumsfeier und Handwerkertag

200 Jahre Grave-Haus im Museum

BÖRRY. Unter dem Leitspruch „ein Abend wie vor 200 Jahren“ wird das Museum für Landtechnik und Landarbeit am Samstag, 16. Juni, das 200. Jubiläum des Grave-Hauses im Rahmen der Museumsnacht feiern. Der Gravehof gehörte bis 1985 Sigrid Wollring. Im gleichen Jahr wurde der Hof restauriert und zum Mittelpunkt des Museums.

veröffentlicht am 14.06.2018 um 19:11 Uhr

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Uwe Bosselmann Reporter
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Die Museumsnacht wird im Landkreis durch die Museumslandschaft Hameln-Pyrmont veranstaltet.

Dazu haben sich die Organisatoren um Museumswart Dieter Brockmann einiges einfallen lassen. So werden die Landfrauen zwei Gerichte nach alten Rezepten kochen und die Besucher können sich an frischen Rauchenden laben. Zudem wird ein Schwein am Spieß gegrillt. Auch können die Besucher die sehr geduldige Kuh (aus Holz) Brunhilde melken und Schafe werden beim Schäferkarren grasen. Ferner wird wie vor 200 Jahren gewaschen und die Sense gedengelt. Währenddessen steht das Museum für die Gäste offen, denen Führungen bei Schummerlicht angeboten werden. „Schön wäre es, wenn sich die Besucher ebenfalls an dem Abend wie vor 200 Jahren kleiden würden“, so Museumswart Dieter Brockmann. Der Eintritt ist frei. Gegen 24 Uhr soll dann das Ende des Abends wie vor 200 Jahren sein.

Denn am Sonntag, 17. Juni, beginnt der Handwerkertag ab 12 Uhr. Dabei werden die unterschiedlichsten alten Handwerksberufe wie Schmied, Stellmacher, Räucherei, Uhrmacher, Seiler, Dachdecker, Korbmacher, Imker, Spinner, Bäcker und evtl. Schuhmacher einen kleinen Einblick in die alte Handwerkskunst und Handwerkstradition geben. Alles von Hand hergestellt, mit einfacher Technik und teilweise über Jahrhunderte haltbar. Zudem erhalten die Gäste einen Einblick in die Heuernte 1925 und später. Ab 14 Uhr wird der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Heyen sein Können zeigen. Gegen 18 Uhr wird der Handwerkertag schließen.

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Wie schon im vergangenen Jahr können auch diesmal wieder Schmiedearbeiten besichtigt werden. foto: eaw/archiv
  • Wie schon im vergangenen Jahr können auch diesmal wieder Schmiedearbeiten besichtigt werden. foto: eaw/archiv

Im Jahr 1818, am „5 ten Juli“ richteten Ludewig Gristian Grave und Maria Margreta Grave geborene Zedies ihr Wohnhaus mit Stallungen und Boden in Börry. So besagt es die Inschrift im Torbalken, wobei dem Zimmermann wohl ein Fehler beim Stemmen unterlaufen ist. Ergänzt wird der Hof, ehemals Nummer 5 in Börry, durch einen rechts vorgebauten Schweinestall, einem Backhaus und einer Längstennen-Scheune an der Kirche (erbaut 1288) in Niederbörry.

Aus alten Aufzeichnungen geht hervor, dass der alte Name Grave, beziehungsweise der Stammhof/Gravehof, ursprünglich an der Südseite der oberen Kirche errichtet wurde und geht vermutlich auf das 13, Jahrhundert zurück, allerdings mit einer Hausinschrift Anno 1643 datiert. Als das Haus zu klein wurde, errichtete man an anderer Stelle ein neues Wohnhaus. Im Jahr 1748 wütete ein Brand in Börry, der alle Häuser vernichtete. Der Gravehof, eigentlich ein Köhler-Hof, baute Hans Köhler nach dem Brand wieder auf. Durch seinen Sohn Christoph und seinen Enkel Johann Heinrich Christoph und dessen Witwe Justine Wilhelmine geborene Meyer kam der Hof durch ihre Heirat mit Heinrich Conrad Grave (1784–1858) in den Besitz der Grave.

Später trat Heinrich Conrad den Hof an seinen Bruder Ludwig Wilhelm ab und damit waren beide Höfe wieder in der Hand der Grave. Der Sohn „Ludewig Gristian“ erbaute dann mit seiner Maria Margreta das Haus. Ihre Tochter Adelheid Grave heiratete Heinrich Siebke, deren Tochter Sigrid Siebke heiratete ihrerseits Friedrich-Wilhelm Wollring 1951. Der Gravehof gehörte bis 1985 Sigrid Wollring. Im gleichen Jahr wurde der Hof restauriert und zum Mittelpunkt des Museums für Landtechnik und Landarbeit.

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